https://www.schachbund.de/foerderung-von-forschungsvorhaben-im-bereich-schach.html
Förderung von Forschungsvorhaben im Bereich Schach
Jannik Kiesel, Vizepräsident Verbandsentwicklung
1. Ausgangslage und Zielsetzung
Der Deutsche Schachbund (DSB) möchte die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Schachspiel stärken. Obwohl Schach in vielen Forschungsfeldern – etwa Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Sportwissenschaft, Informatik, Geschichte oder Mathematik – eine Rolle spielt, gibt es bislang nur wenige systematische Fördermöglichkeiten.
Ziel des Projekts: Mehr Forschung im Bereich Schach ermöglichen und sichtbar machen.
2. Kategorien und Preise
Eine Jury vergibt in drei Kategorien jeweils drei Preise.
Kategorien:
- Bachelorarbeit
- Masterarbeit
- Sonstige wissenschaftliche Arbeit (z. B. Dissertationen, Habilitationen, Forschungs- und Evaluationsstudien, Drittmittelprojekte, praxisorientierte Forschungsarbeiten)
Preise je Kategorie:
- 1. Platz: 500 €
- 2. Platz: 300 €
- 3. Platz: 200 €
3. Bewerbungsverfahren
Bewerbungszeitraum:
- 2026: 01.09. – 30.09.2026 (für wissenschaftliche Arbeiten aus den Jahren 2025 und 2026)
- 2027: 01.03. – 31.03.2027 (für wissenschaftliche Arbeiten aus den Jahren 2026 und 2027)
Erforderliche Unterlagen:
- Wissenschaftliche Arbeit
- Beschreibung des Mehrwerts der wissenschaftlichen Arbeit für den Schachsport in Deutschland
- Kurzbiografie mit Studiengang/Forschungsbereich
Bewerbungen an: fo*******@********nd.com
Alle erforderlichen Unterlagen sind in deutscher oder englischer Sprache einzureichen. Teilnahmeberechtigt sind wissenschaftliche Arbeiten, die an deutschen Hochschulen oder Forschungseinrichtungen entstanden sind. Im Falle einer Auszeichnung besteht die Möglichkeit, die Arbeit oder deren zentrale Ergebnisse in geeigneter Form über die DSB-Homepage zu veröffentlichen.
4. Jury
Die Jury besteht aus Jannik Kiesel (Leitung), Prof. Dr. Jürgen Klüners und Dr. Lilli Hahn.
5. Mögliche Forschungsthemen
Die möglichen Forschungsthemen sind bewusst offen gestaltet und decken ein breites Spektrum ab. Die nachfolgend aufgeführten Bereiche stellen lediglich eine beispielhafte Auswahl dar; weitergehende Themenvorschläge sind ausdrücklich erwünscht.
Pädagogik
- Wirkung von Schach auf Konzentration, Gedächtnis oder Problemlösefähigkeit
- Schach in der Schule
- Gender-Aspekte im Schach
- Entwicklung sozialer Kompetenzen durch Schach
Psychologie
- Entscheidungsfindung unter Zeitdruck
- Einfluss von Emotionen auf Schachleistung
- Stressbewältigung und mentale Belastung im Wettkampf
- Einfluss von Schach auf die Entwicklung von Kindern
Soziologie
- Vereinsstrukturen und Ehrenamt im Schach
- Diversität, Inklusion und Teilhabe
- Soziale Wirkungen von Schachangeboten in verschiedenen Milieus
- Mitgliederentwicklung, -gewinnung und demografischer Wandel im Schach
Sportwissenschaft
- Vergleich von Trainingsmethoden
- Leistungsdiagnostik im Schach
- Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und Schachleistung
- Regeneration und Prävention von Ermüdung
Informatik
- Forschung zur Verbesserung von Engines
- KI-gestützte Trainings- und Analysewerkzeuge
- Mensch-KI-Interaktion im Trainingsprozess
- Digitale Transformation im Schachverein
Geschichte & Kulturwissenschaften
- Entwicklung der Schachkultur in Deutschland
- Biografische Forschung zu Schachpersönlichkeiten
- Schach während der NS-Zeit
- Schach in Literatur, Film und Popkultur
Mathematik
- Statistische Methoden zum Erkennen von Cheating
- Statistische Methoden zur Entwicklung der Spielstärke von Jungen und Mädchen
6. Unterstützung durch den DSB
Unabhängig von diesem konkreten Projekt bietet der Deutsche Schachbund forschenden Personen umfassende Unterstützung durch den Zugang zum schachbezogenen Netzwerk des DSB:
- Zugang zu Schachspieler:innen und -funktionär:innen für Interviews und Feldforschung
- Unterstützung bei der Verbreitung von Online-Umfragen
- Möglichkeit zur Vorstellung der Ergebnisse beim DSB (Website, Newsletter, Veranstaltungen)
- Auf Wunsch Vermittlung zu Landesverbänden, Vereinen oder Schulen
7. Nutzen für den DSB
- Aufbau einer systematischen Wissensbasis
- Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
- Erkenntnisse für Strategie- und Verbandsentwicklung des DSB
- Vernetzung mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen
- Imagegewinn als forschungsfreundlicher Sportverband

Ich denke, das ist eine lobenswerte Initiative, die Preise sind zwar nicht riesig, aber sie stellen doch einen gewissen Anreiz dar!
Vorstellung meines Ansatzes:
Schach und Quantentheorie – Eine erstaunliche Kombination mit unendlichen Möglichkeiten
„Das Schöne am Schach ist die Betrachtung des Spiels als kognitives Labor“ Garry Kasparow (2007, S. 338), Schachweltmeister.
„I often use the analogy of a chess game…“ Prof. Richard Feynman (1989, S. 204), Physik-Nobelpreisträger.
Schach ist eine der genialsten Erfindungen des menschlichen Geistes. Quantenmechanik, obwohl allgegenwärtig und täglich milliardenfach technisch angewandt, gibt immer noch Rätsel auf. Eine reizende Ausgangslage: wie wär’s mit einer Kombination!? Der Reichtum des Schachs ermöglicht uns, das Spiel auch als Analogie, Metapher oder Paradigma für wissenschaftliche Herausforderungen heranzuziehen.
Das vorliegende Projekt versucht Quantenphysik schachspielartig zu betrachten sowie Schach quantenartig zu durchdringen. Es öffnet neue intellektuelle Spielräume: Schach und Quanten bieten mentale Verlockungen; klar manchmal nerven sie auch. Ich versuche mit Schachfiguren und -feldern, Schachzügen sowie mentalen/kognitiven Prozessen in Gehirnen von Schachspielern Quanten und quantenmechanische Vorgänge zu veranschaulichen und besser verstehbar zu machen.
Man muss kein Heisenberg sein, um sich dafür zu begeistern. Ein kluger Kopf hilft schon, noch besser ist spielerische Neugier.
Verbindet man Schach und Quantenphysik, dann werden überraschende Einblicke und sprunghafte Hochgefühle möglich – auch beim Lesen und Spiel. Als Basis konnte ich im Lauf der Jahre zahlreiche Ähnlichkeiten, Parallelen, Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge zwischen beiden Bereichen entdecken oder herausarbeiten.
Wenn Geheimnisse, Rätsel und Herausforderungen der Quantenphysik auf Erfahrungen, Erkenntnisse und Prinzipien des Schachs – besser gesagt der SchachspielerInnen – treffen, gibt es griffige Konzepte, handfeste Beschreibungen und inspirierende Geistesblitze. Meine Beiträge bieten eine neue Variante für Verständnis und Deutung von Quanten und Quantenprozessen, zudem versuche ich eine quantenzentrierte Betrachtung des Schachs. Zum Beispiel:
VERSCHRÄNKUNG AUF 64 FELDERN
Quantenverschränkung mit Schach verständlich gemacht
Wer sich unsichtbare, komplizierte und kaum fassbare quantenmechanische Vorgänge vorstellen möchte, kann dies anschaulicher mittels Schachfiguren und deren Wechselwirkungen. Teuere Apparate und Versuchsanordnungen, die sich nur Forschungseinrichtungen leisten können sowie das Know-how spezialisierter Forscher sind dazu nicht nötig….
Hier eine Übersicht zu Schach und Quantenphysik:
1. Kapitel Ein Quantum Neuland: Sehenswürdigkeiten, Rätsel und das Unfassbare
2. Kapitel Auf den Schultern von Geistes-Riesen
3. Kapitel Schach und klassische Physik: Kraft, Raum, Zeit
4. Kapitel Schach und Relativität
5. Kapitel Das Denk- und Spielmaterial: Schach, Quanten und Wellen
6. Kapitel Das Jahrhundert-Match zur (Be)Deutung der Quantenphysik
7. Kapitel Quanten setzen gesunden Menschenverstand Matt
8. Kapitel Quantenversteher & Gedankenspieler dringend gesucht! – Was hat das Alles zu bedeuten?
9. Kapitel Schach und Wissenschaft
10. Kapitel Schach – auch eine Wissenschaft?
11. Kapitel Zur wissenschaftlichen Erforschung des Schachspiels
12. Kapitel Das SCHACH-Prozess-Modell
Ich kann dazu schon ca. 200 Seiten fürs Internet liefern. Kritik und Mitarbeit sind natürlich willkommen!
Dr. Reinhard Munzert