Grafik: Chessbase
Wir wollten es nicht glauben, aber nach rund 40 Jahren ist es so weit: Chessbase, das als Produkt für den Atari in den 80er Jahren geschrieben wurde, dann Anfang der 90er Jahre unter Windows verfügbar wurde, kommt nun endlich als Version für Apple-Fans. Zumindest berichtet dies Chessbase selbst, mit den Worten: Die offizielle Veröffentlichung ist im November 2026.
Und nicht nur als schwacher Abklatsch, sondern Chessbase vermeldet stolz: die neue Version wurde von Grund auf neu für den Mac entwickelt: Modern, mit schnellem Zugriff aufs Wichtigste.. Dann folgen Screenshots, die man auf der Homepage von Chessbase nachlesen kann.

Dass die Mac Variante von Grund auf neu entwickelt wurde, kann ich nicht glauben. Das wäre sicher ein sehr aufwändiges, mehrjähriges Projekt, wenn man ungefähr auf den Funktionalitätsumfang und Reifegrad kommen wollte, den die Windowsversion bietet. Die Millionen dafür hat man sicher nicht investiert, um ein paar Mac-Kunden zusätzlich zu überzeugen. Warum man sich gerade Macs und nicht die von vielen Seiten gewünschte Linuxvariante als weiteres unterstütztes Betriebssystem ausgesucht hat, erschließt sich mir ebenfalls überhaupt nicht. Komische Entscheidung.
Ganz einfach, weil Apple viele Fans hat und weltweit sehr verbreitet ist! Ich kenne in meinem Umkreis auch Apple-Nutzer, die Chessbase schon lange auf ihrem Computer vermissen. Ich hab mal gehört, in München ist jedes zweite Handy von Apple!
Um Handys geht es hier nicht, sondern um Desktop PCs. Chessbase für Handys wurde nicht angekündigt, obwohl das eigentlich auch ein interessanter Schritt wäre, das wäre aber vermutlich noch aufwändiger, da man die GUI komplett neu konzipieren müsste.
Laut kurzer KI-Recherche hat Apple derzeit einen Anteil von 12-13% auf dem Desktop, der Marktanteil von Linux liegt ca. 20%, der Rest ist Windows mit fallender Tendenz. Unter den Schachspielern sollte die Nerd-Dichte tendenziell etwas höher liegen als in der Gesamtbevölkerung, daher erschließt sich mir nicht, warum die Entscheidung getroffen wurde gerade Mac zu unterstützen..
Natürlich wird Chessbase nicht auf dem Handy angeboten, das war nur ein Beispiel, um die hohe Verbreitung von Apple-Produkten zu verdeutlichen.
Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass Linux inzwischen einen Marktanteil von 20% hat, aber wenn du meinst… Persönlich bin ich eh nur unter Windows unterwegs.
Das ist eine Generationenfrage. Je jünger und je technikaffiner, desto weniger Windows. In meinem sozialen Umfeld sind tendenziell nur die Leute Windowsnutzer, die was mit Schach zu tun haben und auf Chessbase nicht verzichten wollen. Der Rest, insofern er nicht auch auf irgendeine Spezialanwendung braucht, die es zufällig nur für Windows gibt, hat irgendein Derivat von Linux auf seinem Desktop installiert. Wenn mich jemand fragt, was er als unbedarfter Mensch nutzen sollte, rate ich auch immer zu Linux. Das ist viel einsteigerfreundlicher und man kann vor allem deutlich weniger falsch machen in Bezug auf Malware. Ich habe schon vielen Senioren, die ganz verzweifelt waren, weil die Bild o.ä. titelte „WINDOWSPANIK – Brauche ich jetzt einen neuen Computer???“, ein aktuelles Linux installiert. Keiner hat etwas vermisst, keiner wollte je zurück. Die konnten damit alle wunderbar ihre Briefe schreiben, im Internet surfen und E-Mails verschicken. Mehr brauchen 90% der Privatnutzer überhaupt nicht.
Ich nutze seit 30 Jahren Macs.
Ich habe vor 5 Jahren als Schachdatenbank HiArcs Chess Explorer Pro (zur Zeit Version 1.5.2) gekauft. Bis jetzt habe ich noch für kein Update bezahlt. Es ist deutlich schneller als Chessbase, was z.B die Suche angeht.
Ich werde mir Chessbase für den Mac nicht kaufen.