Es ist vollbracht.
Das grenke Schachfestival wird auch 2026 wieder ausgetragen. Vom 2. bis 6. April 2026 wird Karlsruhe erneut zum Treffpunkt des internationalen Schachs. Mit Weltstars am Brett, mit tausenden Teilnehmern im Turniersaal – und mit einer sportlichen Bedeutung, die weit über Karlsruhe hinausreicht.
Schachgeschichte im Turniersaal
Im vergangenen Jahr gewann Magnus Carlsen das Turnier in Karlsruhe mit einer perfekten Bilanz. In der Finalrunde setzte er sich gegen Vincent Keymer, Deutschlands Nummer eins, durch. Neun Siege aus neun Partien in einem offenen Turnier mit hunderten starken Teilnehmern bedeuteten eine außergewöhnliche sportliche Leistung.
Rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sorgten 2025 für eine Kulisse voller Schachbegeisterung. Amateure spielten parallel zu Profis, oder trafen mit etwas Losglück sogar direkt auf sie – wie Vinzenz Hillermann, der in der ersten Runde des Turniers gegen Magnus Carlsen gelost wurde.

Zum Interview mit Carlsen-Gegner Hillermann
Genau diese Konstellation – Weltklasse im selben Turnierrahmen wie der Breitensport – prägt den Charakter des Karlsruher Turniers.
Freestyle-Schach für alle, die mitspielen wollen
2026 bekommt diese Nähe eine neue sportliche Dimension: Das grenke Freestyle Chess Open vergibt Qualifikationsplätze für die Weltmeisterschaft im Freestyle-Schach.
Der Sieger des Freestyle Open A qualifiziert sich für die Freestyle Chess Weltmeisterschaft 2027, die drei bestplatzierten Frauen für die Frauen-Freestyle-WM 2026. Damit wird ein Wettbewerb, der lange als Spezialformat galt, fest im offenen Turnierbetrieb verankert.
Die Zusammenarbeit ist dabei für beide Seiten ein Gewinn. Für das grenke Schachfestival bedeutet die WM-Qualifikation eine zusätzliche sportliche Aufwertung und internationale Strahlkraft. Freestyle Chess wiederum setzt mit dem offenen Turnierformat ein wichtiges Signal: Die Weltmeisterschaft ist kein geschlossener Zirkel, sondern Teil eines transparenten Qualifikationswegs, der allen leistungsstarken Spielerinnen und Spielern offensteht.
Größe, die Begegnungen möglich macht
Dass ein solches Format in Karlsruhe Realität wird, ist kein Zufall. Mit Anmeldezahlen von über 3.000 hat sich das grenke Schachfestival als größtes offenes Schachfestival der Welt etabliert.
In der Gartenhalle des Kongresszentrums Karlsruhe kommt das Who is who des Weltschachs zusammen – und gleichzeitig sitzen Hobbyspieler nur wenige Meter entfernt von ihren Idolen. Man begegnet sich nicht über Absperrungen hinweg, sondern im selben Turniersaal.
Momente, die man nicht planen kann
Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt: Das grenke Schachfestival war nie nur ein Turnier, sondern ein Ort für Emotionen und Geschichten.
Der Hochzeitsantrag von IM Ilja Schneider auf der großen Turnierbühne 2024 war ein wunderbarer Moment, der den ganzen Saal berührte. Das grenke-Team bezeichnete das Turnier daraufhin als „Chess Festival of Love„.

Das spontane Selfie, das Étienne Bacrot – selbst ein Weltstar des Schachs – mit Magnus Carlsen machte, verleitete die Schachwelt zum Schmunzeln.

Solche Momente prägen das Turnier und sind der Grund, warum Menschen jedes Jahr gerne nach Karlsruhe kommen.
Zwei Turniere, ein gemeinsamer Ort
Das grenke Schachfestival 2026 vereint erneut zwei Formate unter einem Dach:
das grenke Freestyle Chess Open und das grenke Chess Open für klassisches Turnierschach. Beide Turniere werden über neun Runden im Schweizer System mit klassischer Bedenkzeit ausgetragen. Ein besonderes Merkmal bleibt erhalten: Teilnehmer des klassischen Opens können bis einschließlich Runde fünf in das Freestyle Chess Open wechseln und ihre erspielten Punkte mitnehmen.
„Karlsruhe steht seit Jahren für Schach in außergewöhnlicher Größe“, sagt Turnierdirektor Sven Noppes. „2026 verbinden wir diese Größe mit einer klaren sportlichen Perspektive: Weltmeisterschaftsqualifikation im Turnierformat.“
Möglich wird das durch die enge Zusammenarbeit zwischen Freestyle Chess und dem Team der grenke AG, die das Festival gemeinsam weiterentwickeln – nicht als Show, sondern als sportlich relevantes Ereignis.
Einordnung
Dass ein Turnier dieser Größenordnung in der aktuellen Lage wieder stattfinden kann, ist nicht selbstverständlich. In einem Deutschland, das wirtschaftlich vor großen Herausforderungen steht, gelingt es in Karlsruhe erneut, internationales Spitzenschach auf die Beine zu stellen – zugänglich, nahbar und auf sportlich hohem Niveau.
Wer dabei sein kann, sollte diese Gelegenheit unbedingt nutzen. Alle Informationen zum grenke Schachfestival 2026 inklusive der Möglichkeit zur Anmeldung finden sich unter
www.grenkechessopen.de
Beitragsfoto: Dariusz Gorzinski
Freestyle Chess erweitert das mentale Feld. Es bietet auch hervorragende Möglichkeiten zur Erforschung schachlichen Denkens und Handelns, kognitiver Prozesse oder sogar zum Verständnis der Quantentheorie. Neben der Münzen-, der Würfel-, der Schachmetapher (klassisch), ermöglichen Fischer Random & Freestyle Chess hilfreiche Interpretationen für eine Betrachtung von Quantenphänomenen!
Wer mitmachen möchte, bitte bei den Kommentaren antworten.
Dr. Reinhard Munzert