GM Matthias Blübaum in Dortmund, Photo: Veranstalter
Hier ein Beitrag von Turnierdirektor und Pressesprecher Patrick Zelbel
Matthias Blübaum mit schönem Auftaktsieg in Dortmund!
Der Startschuss für die Sparkassen Chess Trophy 2026 ist gefallen. Damit sind insgesamt gut 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 43 Föderationen im Einsatz, um einen Preisfonds von 20.000 Euro auszuspielen.
Der Auftakt in das Turnier gestaltete sich für einige Topspieler der Sparkassen Chess Trophy 2026 deutlich schwieriger, als sie es sich erhofft hatten. Der topgesetzte GM Matthias Blübaum konnte gegen den Norderstedter Alfred Parvanyan am ersten Brett zwar einen ungefährdeten Sieg einfahren, und führte im Livekommentar anschließend die Zuschauer durch seine Partie:
https://www.youtube.com/watch?v=dFlABbzB824
Doch kam es am zweiten Brett bereits zur ersten kleinen Sensation. Der 11-jährige (!) Nurali Bolashakov aus Kasachstan konnte in einer langen, umkämpften Partie gegen den deutschen Nationalspieler und Dortmunder Stammgast Dmitrij Kollars ein Remis erreichen. Trotz eines Minusbauern behielt der junge Bolashakov die Nerven und ließ in einem Endspiel mit Türmen und ungleichfarbigen Läufern dem deutschen Großmeister keine ernsthaften Gewinnchancen mehr.
Auch am dritten Brett wartete eine große Überraschung. David Navara erspielte sich erwartungsgemäß kleine Vorteile gegen den rund 400 Elo-Punkte schwächeren Mauro Tirelli. Doch der Italiener verteidigte sich äußerst aktiv, unter anderem mit der „fantastischen Ressource La6!“ (Kommentar Artur Jussupow) und konnte die Partie vollständig ausgleichen. Die Begegnung endete ebenfalls remis.
An den Brettern vier und fünf wäre es beinahe so weitergegangen, doch die beiden Großmeister Rasmus Svane und Andrew Hong konnten ihre schwierigen Partien im Endspiel zu ganzen Punkten führen. Svane ging dabei ins volle Risiko. In einem leicht schlechteren Turmendspiel opferte er einen Bauern gegen seinen bis dahin sehr stark aufspielenden Gegner Robert Prieb. Der Dortmunder Prieb ließ in der Folge der Komplikationen einen weiteren Bauerndurchbruch Svanes zu, der schließlich die Entscheidung zugunsten des Großmeisters brachte.
Der Amerikaner Andrew Hong hingegen wurde mit einer sehr tiefen Vorbereitung durch den ebenfalls erst 11-jährigen Engländer Junyi Zhang überrascht. Im 18. Zug hatte Zhang sogar mehr Zeit auf der Uhr als zu Beginn der Partie und einen Zeitvorsprung von knapp einer Stunde gegenüber Hong. Doch Hong wartete geduldig auf seine Chancen im Endspiel und konnte die Partie letztlich doch noch für sich entscheiden.
Am nächsten dran an einer Sensation gegen einen internationalen Großmeister war Alexey Wagner. Der Lippstädter FIDE-Meister brachte den Vorjahreszweiten Surya Ganguly an den Rand einer Niederlage. In einer sehenswerten Partie opferte Wagner energisch eine Qualität und erhielt dafür eine sehr vielversprechende Stellung. Ganguly öffnete in der Folge seine eigene Königsstellung, um mit einem Freibauern spekulatives Gegenspiel zu erzeugen. Wagner sah mit wenig Zeit auf der Uhr keine Möglichkeit mehr, den Bauern aufzuhalten, und begnügte sich in einer Gewinnstellung schließlich mit einem Dauerschach.
Nach nur einer Runde ist bereits klar: Im A-Open der Sparkassen Chess Trophy 2026 gibt es keine leichten Aufgaben. Die ersten Überraschungen sind perfekt, und die Jagd auf die Spitzenplätze ist eröffnet. Mit einem stark besetzten Feld darf man gespannt sein, welche Spieler in den kommenden Tagen den nächsten Schritt machen – und wer erneut für eine Überraschung sorgen kann.
Am Sonntag startet um 10:30 Uhr die zweite Runde des B-Opens. Auch hier werden 17 Bretter live übertragen.
Am Nachmittag ab 15 Uhr läuft dann nicht nur die zweite Partie für Blübaum und co, sondern auch die erste Runde im Internationalen Frauenturnier der Schachtage u.a. mit Dinara Wagner. Vor Ort erwartet die Besucher am Sonntag nicht nur der beliebte Kommentar von Artur Jussupow mit Gästen, sondern auch einen Bücherstand von Schach Niggemann.