Hier die Zusammenfassung von sally.io des interessanten Interviews mit der malaysischen WIM Puteri Munajjah Az-Zahraa Azhar, die seit sie 2019 die asiatische U18 Meisterschaft gewonnen hat, die dritte WIM in Malaysia wurde.
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Putri Munaja Azara Azha sprach über ihren Werdegang als Schachspielerin und erklärte, dass sie seit dem Alter von vier Jahren spielt und früh von ihrer Mutter und später von ihrem Vater gefördert wurde. Der Gewinn des Titels Woman International Master im Jahr 2019 war für sie besonders bedeutsam, weil er eine achtjährige Enttäuschung nach einem knapp verpassten Titel in 2011 abschloss und sich für sie wie eine Last von der Brust anfühlte.
Sie berichtete, dass sie sich während eines Gap Years vollständig auf Schach konzentrierte, viel trainierte und in dieser Phase auch ihren ersten nationalen Titel gewann. Ihren Ratinganstieg auf 2059 im Februar 2022 führte sie auf konsequentes Training mit ihrem älteren Bruder, zusätzliche Lernzeit während des Online-Studiums und starke Turnierergebnisse in Tschechien zurück.
Inhaltlich beschrieb sie sich als taktische Spielerin, die komplexe, unklare Stellungen bevorzugt und sich an Gegner und deren Stil anpasst. Sie trainierte in Spitzenphasen bis zu fünf bis sieben Stunden täglich, analysiert ihre Partien meist allein und nutzt Engines wie Stockfish zur Nachbereitung, nicht zum direkten Spielen. Als wichtiges Ritual nannte sie das Laufen nach Turnieren, um Stress abzubauen und den Kopf freizubekommen.
Zur Rolle von Frauen im Schach sagte sie, dass Frauen- und Mixed-Formate vor allem mehr Chancen für Spielerinnen schaffen sollen. Sie spielt sowohl in Frauen- als auch in Mixed-Turnieren, bevorzugt aber Mixed-Events, weil sie dort kompliziertere und interessantere Stellungen erwarte. Gender-Bias habe sie in Malaysia kaum erlebt; Frauen müssten dort im Frauenbereich gewinnen, um sich für internationale Einsätze zu qualifizieren.
Abseits des Schachs möchte sie nicht nur über ihre sportliche Leistung definiert werden. Sie studiert Computer Science, ist kurz vor dem Ende ihres Praktikums und interessiert sich auch für Programmieren. Ein früherer Berufswunsch war Softwareentwicklerin, aktuell will sie sich jedoch zunächst auf Schach konzentrieren und denkt darüber nach, Schach und Informatik etwa über psychologische Studien zu Spielstilen zu verbinden.
Sie sprach außerdem über ihre Arbeit als Coach, aktuell für ein Para-Team und zuvor für ein weibliches Sukma-Selangor-Team. Beim Coaching setzt sie auf Geduld, Nähe zu den Schülern und darauf, Niederlagen direkt zu besprechen, damit junge Spielerinnen und Spieler schnell wieder fokussieren können. Auf die Frage nach einer politischen Priorität nannte sie die Gründung einer Schachschule in Malaysia, angelehnt an ein erfolgreiches Vorbild in Indonesien, um mehr starke Spieler hervorzubringen.