06.09.2026

6 Gedanken zu „Interview mit Jan Henric Buettner zu seiner Kandidatur

  1. Irgendwie glaube ich nicht an seine Chancen. Natürlich vor allem wegen Freestyle, das ich persönlich sehr mag, aber die meisten Schachspieler ziehen da nicht mit. Und ein Deutscher war noch nie FIDE-Präsident.

    1. Buettner hat sich ja selbst quasi von Freestyle Chess distanziert, im Sinne von „Das bleibt eine von vielen Optionen, und klassisches Schach bleibt das ‚Kronjuwel‘ „. Sein Konzept, mit Freestyle „die Welt zu erobern“, ist dabei ohnehin gescheitert. Die Schuld bekommt Carlsen, da Exklusivität (er spielt nur noch Freestyle) nicht mehr gewährleistet sei – es war dabei nie der Fall. Freestyle Chess (oder Chess960 oder wie auch immer man es nennt) wird wohl weiterhin ein Nischenprodukt bleiben – man schaue sich nur an, wie sich bei Grenke Chess im Amateurbereich die Anmeldungen zwischen Normalschach und Freestyle verteilen.
      „ein Deutscher war noch nie FIDE-Präsident“ – hat denn jemals ein Deutscher kandidiert? Nun sind es gleich zwei. Buettner präsentiert sich dabei nicht als Deutscher sondern als reicher Weltbürger, und der Deutsche Schachbund unterstützt Rosenstein (große Nähe zu Paul Meyer-Dunker).

      1. Wenn ich lese „Büttner hat quasi vom Freestyle distanziert“ dann denke ich als erstes: er hat es aber auch erfunden, also zumindest den Namen. Und distanziert hat er sich eigentlich nur deshalb, weil er verstanden hat, dass er kein Geld damit machen, wenn ich die Sache richtig deute.

  2. Ich habe mir das komplette Interview angehört. Eine KI-Zusammenfassung übersieht mitunter womöglich relevante Punkte, und sie erwähnt auch eher keine internen Widersprüche (Widersprüche zu anderen Quellen erst recht nicht, ist hier auch nicht ihre Aufgabe). Natürlich ist es eine Herausforderung, ein gut 45-minütiges Interview (das man sich dann vielleicht mehrfach anhören muss) selbst zusammenzufassen.

    „Erwähnung eines Anstoßes während eines Aufenthalts in Monaco“ – „Buettner for FIDE president“ war ein Vorschlag von Javokhir Sindarov und Bibisara Assaubayeva (die sich damit quasi auch von Landsmann Turlov distanziert!?) beim Formel 1 Rennen in Monaco, zu dem Buettner beide eingeladen hatte. Buettner will ja weiterhin Schach wie Formel 1 präsentieren oder verkaufen. Das war am 7.Juni, knapp drei Wochen bevor Buettner offiziell kandidierte. Im Interview sagt er, dass er zunächst herzlich lachen musste und dann entschied „ich mache es“.
    In der Ankündigung seiner Kandidatur steht dabei „Over the past months, many respected members of the international chess community have encouraged me to stand for the Presidency of FIDE, After extensive discussions with delegates from every continent, I have decided to accept that responsibility.“
    Viele (niemand namentlich genannt) seit Monaten, und nun „ein Schachpärchen vor drei Wochen“!? Laut FIDE war dabei jeglicher Wahlkampf vor dem 26. Juni verboten, Buettner machte es quasi um seine Chancen auszuloten?

    „Auf konkrete Fragen zur Behandlung russischer/belarussischer Spieler und zu öffentlichen Äußerungen seines Running‑Mates antwortet Jan, dass er und Malcolm Pein eine gemeinsame Position der politischen Neutralität einnehmen.“ Er wurde darauf angesprochen, dass Malcolm Pein Sanktionen gegen Dvorkovich als „victory for Ukraine and a blow to Russia“ bezeichnete. Buettner darauf „Malcolm’s position must be from earlier“ – dabei war es offensichtlich nachdem sie ihre gemeinsame Kandidatur verkündet hatten. Soll Malcolm Pein das „anti-russische Lager“ bedienen, während Buettner sich da flexibler aufstellt?

  3. Die Optimierung der Strukturen bei der FIDE ist sicher eine gute Sache. Da dürften sich die Kandidaten sogar einig sein.

    Allerdings hat man den Eindruck, dass die Kandidaten Geschäfte in eigener Sache ankurbeln wollen. Dann geht es eben zu wie auf einem Basar. Da wird dann die FIDE „gekauft“.

    1. Es ist ja seit Jahrzehnten bekannt, dass eine kleine „Handreichung“ an schwankende Föderationen bei der Wahl noch nie geschadet hat….

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