Im Vereinsarchiv des SK Halle sind so allerlei Dinge dokumentiert, die kleine Geschichten über den Schachsport der Vergangenheit erzählen. In einem alten Ordner fand sich eine Postkarte aus den 50er Jahren, geschrieben von einem gewissen Arthur Blocks aus Werther an Günther Schönwald, in dem sie sich verabreden in Grünwalde. Dazu muss man wissen, dass Werther und Halle (Westf.) zwei Kleinstädte sind, die 5km auseinander liegen und geographisch durch einen kleinen Gebirgszug getrennt werden. Grünwalde war ein Ausflugslokal (in den 50er Jahren wahrscheinlich DAS Ausflugslokal der Region), welches am Rand des Bergrückens auf Haller Seite liegt.
Damals waren selbst stationäre Telefone wohl noch keine Selbstverständlichkeit, von moderneren Kommunikationsmitteln völlig abgesehen, also wurde selbst für die einfachste Kommunikation eine Postkarte geschrieben. Spielmaterial zu transportieren war wohl auch ein wichtiges Thema, ich vermute die Herren fuhren damals mit dem Fahrrad von Werther und Halle nach Grünwalde, was praktischerweise in der Mitte liegt, oder gingen sogar zu Fuß. Bemerkenswert zudem die Briefmarke: 10 Pfenning mit dem Porträt des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss plus einer 2 Pfenning Notopfermarke für Berlin. Heute gibt es keine Abbildungen amtierender Politiker mehr auf Briefmarken, wobei Personenkult ja bedenklicherweise gerade wieder in Mode kommt.
