Susan Polgar hat eine Autobiographie geschrieben. Das Buch ist chronologisch geordnet und flüssig geschrieben. Wie es Autobiographien so an sich haben, wird vor allem über ihre Erfolge und Errungenschaften berichtet. Persönlich für sie mutmaßlich unangenehme Themen werden ab und an gestreift, oft aber auch ganz weggelassen (Konflikte mit US Verband z.B.) und das Buch endet auch schon 2017, obwohl es Jahre später geschrieben wurde. Es ist ein Buch über das Leben einer Schachspielerin. Nur vereinzelt werden Partien beschrieben. Diagramme findet man nur ganz vereinzelt. Ich hatte beim lesen, wie bei vielen Biographien, häufig den Eindruck, dass etwas zwanghaft versucht wird die einzelnen Abschnitte ihres Lebens zu einer Gesamterzählung zu verknüpfen, als ob jede Tat im Nachhinein ihren Platz im Lebensweg hat und ihre Lebensentscheidungen dadurch einen übergeordneten Sinn bekommen würden. Das mag sich in der Rückschau vielleicht oft so anfühlen, in der Realität entwickelte sich vieles dann aber doch viel zufälliger, als man im Nachhinein denkt. Das Buch leuchtet viele Abschnitte ihres Lebens interessant aus, insbesondere die frühen Jahre. Bahnbrechend neues erfährt man zwar nicht, aber es ist trotzdem das Porträt einer bemerkenswerten Frau und Großmeisterin, was es für mich durchaus lesenswert machte. Es derzeit nur in Englischer Sprache verfügbar, ich habe es ganz oldschool in gedruckter Form gelesen. Es ist auch für Menschen mit guten Kenntnissen der englischen Sprache, die aber nicht Muttersprachler sind, flüssig zu lesen. Es gibt es auch als Hörbuch.
Siehe dazu auch meine Rezension vom Vorjahr unter: https://schachkicker.de/susan-polgar-die-rebellkoenigin/
Ganz herzlichen Dank, Markus Schirmbeck und Gerald Hertneck für BEIDE Rezensionen der Autobiographie „Rebel Queen“ von GM Susan Polgar (GM Szusza Polgár in der inzwischen auch veröffentlichen Autobiographie auf Ungarisch für den Buchmarkt in Ungarn)!
Ohne sprachliche Schwierigkeiten könnte ich sie auf Englisch lesen, aber ich habe die Aktivitäten und Erfolge der Polgár-Familie schon seit Jahren mitverfolgt, nachdem die Eltern Polgár mit allen 3 Töchtern damals im „Aktuellen Sportstudio“ in Deutschland aufgetreten waren.
Anzunehmen, dass das Buch in der Zukunft noch in weitere Sprachen übersetzt werden wird.