Arkady Dvorkovich: Quelle: FIDE
Wie wir bereits berichtet haben, hat die EU mit dem 21. Saktionspaket gegen Russland auch den Präsidenten der FIDE auf die Sanktionsliste genommen, was zum Beispiel zu Reiseeinschränken führen würde. Und zu möglicher Beschlagnahme des Vermögens, soweit es innerhalb der EU verfügbar ist! Man mag darüber streiten, ob diese drastische Entscheidung sinnvoll war oder nicht, aber jedenfalls hat der Betroffene unmittelbar darauf reagiert:
Erklärung des FIDE-Präsidenten Arkady Dvorkovich
Heute wurde die Entscheidung der EU veröffentlicht, meinen Namen in die 21. Sanktionsliste aufzunehmen. Ich möchte unmissverständlich erklären, dass ich diese Entscheidung für rechtswidrig und unfair halte und sie unverzüglich mit allen verfügbaren Mitteln anfechten werde. Ich bin zuversichtlich, dass die Gerechtigkeit siegen wird.
Da diese Sanktionen jedoch bis zu einer förmlichen Gerichtsentscheidung und/oder bis zur Aufhebung oder Änderung dieser Entscheidung das stabile Funktionieren der FIDE beeinträchtigen könnten, habe ich beschlossen, die Ausübung meiner Befugnisse und Pflichten als FIDE-Präsident mit sofortiger Wirkung und für die gesamte Dauer meiner Sanktionierung nach den Gesetzen und Vorschriften der EU und der Schweiz freiwillig auszusetzen. Gemäß der FIDE-Satzung werden die Aufgaben des Präsidenten vom FIDE-Vizepräsidenten, dem 15. Schachweltmeister Viswanathan Anand, übernommen.
Ich möchte betonen, dass ich Vertrauen in den FIDE-Rat habe und überzeugt bin, dass der FIDE-Rat und die Verwaltung alle Herausforderungen bewältigen und alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um die kontinuierliche Arbeit der FIDE, ihrer Veranstaltungen und ihrer sozialen Programme sicherzustellen.
Unter Berücksichtigung der oben genannten Erklärung hat der FIDE-Rat Folgendes beschlossen:
Der FIDE-Rat nimmt die Entscheidung von Herrn Arkady Dvorkovich, die Ausübung seiner Rechte, Pflichten und Vorrechte als Präsident der FIDE auszusetzen, an und bestätigt sie. Dementsprechend wird Herr Dvorkovich die in der FIDE-Satzung, insbesondere in Artikel 18 der FIDE-Satzung, sowie in anderen Regelungen vorgesehenen Verantwortlichkeiten, Pflichten, Rechte und Vorrechte nicht ausüben, solange die Maßnahmen gemäß der „Ordonnance instituant des mesures en lien avec la situation en Ukraine“ sowie der EU-Verordnung Nr. 269/2014 in Kraft sind. Insbesondere wird Herr Dvorkovich nicht in der Eigenschaft als „détenteur de contrôle“ („Eigentümer, Inhaber oder Kontrollinhaber“) der FIDE oder ihres Vermögens handeln.
Gemäß Artikel 19.2 der FIDE-Satzung wird Herr Anand Viswanathan, Vizepräsident der FIDE, als Interimspräsident fungieren, solange Herr Dvorkovich den restriktiven Maßnahmen gemäß den geltenden Gesetzen und Vorschriften der Schweiz und der EU unterliegt.
Im Anschluss hat Vizepräsident Anand erklärt, dass er das Amt als Interimspräsident bis zur nächsten Wahl ausüben wird.
Am selben Tag hat dann der kasachische Milliardär Timur Turlov (der auch Chessbase gekauft hat) erklärt, dass er zusammen mit Anand im September auf dem FIDE Kongress als Präsident kandidieren wird. Unter diesen Umständen dürfte er gute Aussichten auf die Wahl haben!