Wir setzen unseren Jahresrückblick mit dem Monat März fort. Der März 2025 wird in die Annalen des deutschen Schachs eingehen. Mit einem sensationellen Doppeltriumph bei der Europameisterschaft setzten Matthias Blübaum und Frederik Svane den Höhepunkt eines Monats voller Entscheidungen, Titelverteidigungen und wichtigen Weichenstellungen in den Bundesligen.
Historischer Erfolg bei der Europameisterschaft
Die Europameisterschaft in Eforie-Nord (Rumänien) lieferte aus deutscher Sicht eine historische Sensation: GM Matthias Blübaum sicherte sich nach 2022 zum zweiten Mal den Europameistertitel – ein Novum in der Geschichte des Turniers. Ihm folgte unmittelbar GM Frederik Svane auf dem zweiten Platz. Beide erzielten 8,5 Punkte, wobei Blübaum die bessere Buchholz-Wertung ins Ziel rettete.

Matthias Blübaum. Foto: Dariusz Gorzinski
Neben Blübaum und Svane qualifizierte sich auch GM Niclas Huschenbeth (Platz 24) für den World Cup.
🏆 Internationale Titelverteidiger und Turniersieger
Die internationale Bühne war von Titelverteidigungen und Aufsehen erregenden Qualifikationen geprägt:
In St. Louis verteidigte GM Hikaru Nakamura erfolgreich seinen Titel beim American Cup Open, indem er Fabiano Caruana im Grand Final besiegte. Bei den Frauen glänzte die 15-jährige Alice Lee, die ebenfalls ihren American Cup-Titel verteidigen konnte – wenn auch erst nach einem spannenden Blitz-Tiebreak gegen Tatev Abrahamyan.
In Nikosia auf Zypern fand das FIDE Women Grand Prix seinen Abschluss. Die Ukrainerin GM Anna Muzychuk gewann das Turnier vor der Chinesin Zhu Jiner.
Einen wichtigen Qualifikationssieg feierte der Inder GM Vidit Gujrathi, der sich durch seinen Triumph im Online-Play-in das Ticket für die zweite Etappe des Freestyle Chess Grand Slam in Paris sicherte. Auch ein weiterer indischer Spieler machte in Prag von sich reden: GM Aravindh Chithambaram gewann ungeschlagen das Prague Chess Festival Masters.
Die deutsche Schachspielerin WGM Josefine Heinemann feierte einen souveränen Erfolg beim 56. Frauenturnier in Belgrad (1. – 9. März 2025). Sie gewann das Turnier mit 7,0 von 9 Punkten und setzte damit ein starkes Zeichen für das deutsche Frauenschach auf internationaler Ebene. Heinemanns Sieg trug maßgeblich zu den positiven Nachrichten für Deutschland in diesem Monat bei.
Vorentscheidungen in den Bundesligen
Auf nationaler Ebene sind die Würfel gefallen, zumindest was die Vorentscheidungen betrifft:
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In der 1. Schachbundesliga setzte der Düsseldorfer SK seinen Erfolgskurs fort und verteidigte die Führung souverän. Drei Runden vor Schluss standen die Zeichen klar auf Meisterschaft.
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In der 2. Bundesliga Süd jubelte die Mannschaft der MSA Zugzwang (München) über den Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse. Der Erfolg gegen den Konkurrenten SV 1920 Hofheim war denkbar knapp und wurde letztlich nur durch einen einzigen Brettpunkt entschieden.
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Im Frauen-Bereich steht der SC 1957 Bad Königshofen kurz vor dem Titelgewinn in der Frauenbundesliga.
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Einen bemerkenswerten Durchmarsch feierte der SC Kreuzberg (Berlin), dessen Frauenteam den Aufstieg in die 1. Frauenbundesliga schaffte.
📢 Ankündigungen und Schach-News
Von einer Top-Spielerin kam eine Rückzugsmeldung: GM Elisabeth Pähtz kündigte nach dem FIDE Women Grand Prix ihren Rückzug aus dem Turnierschach mit klassischer Bedenkzeit an.
Im deutschen Schachnachwuchs gab es einen Führungswechsel: Finn Petersen wurde zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Schachjugend (DSJ) gewählt.
🌟 Die Zukunft des Schachs: Nachrichten von den Talenten Oro und Glöckler
Der März 2025 war ein bedeutender Monat für zwei der vielversprechendsten Nachwuchsspieler.
Der 13-jährige Deutsche Christian Glöckler (Wiesbadener SV) feierte einen großen Durchbruch: Er erfüllte beim Prager Open seine letzte erforderliche Norm und wurde damit zum Internationalen Meister (IM) ernannt. Dies festigt seine Position als eines der Top-Talente im deutschen Schach.
Parallel dazu blickte die Schachwelt auf das argentinische Wunderkind Faustino Oro. Der erst 11-jährige Spieler nahm im März am Punta del Este Masters in Uruguay teil, einem geschlossenen GM-Normen-Turnier. Dort strebte er danach, seine erste Großmeister-Norm zu erzielen und einen weiteren Schritt in Richtung des Rekords als jüngster Großmeister der Geschichte zu machen.