WGM Fiona Sieber. Quelle: ECU / DSB
Bekanntlich ist die jährlich ausgetragene elfrundige Europameisterschaft kein Zuckerschlecken, da dort traditionell die stärksten europäischen Spielerinnen und Spieler versammelt sind. So auch heuer in Batumi, wo die deutsche Delegation von IM Dinara Wagner angeführt wurde, während GM Elisabeth Pähtz sich das anstrengende Turnier mit Kleinkind verständlicherweise nicht antun wollte.
Doch die eigentliche Überraschung des Turniers war aus deutscher Sicht WGM Fiona Sieber, die gegen hochklassige Gegnerinnen (alle Gegnerinnen bis auf die in der ersten Runde hatten über 2300 Elo) eine Performance von fast 2400 Elo erspielte. Sie spielte das Turnier definitiv „von vorne“ und nicht „von hinten“. Außerdem wurde sie zweitbeste Deutsche!
Hier der Blick auf Fionas Turnierverlauf:

Leider wurde die Freude in der Schlussrunde noch etwas getrübt, weil die gegen die Georgierin IM Meri Arabidze verlor. Zuvor hatte sie immerhin gegen Dinara remisieren können.
Hier die Erfolgsgeschichte von Batumi: gesetzt auf Platz 70, und gelandet auf Platz 32. Elogewinn rund 50 Punkte, Performance 2376. Ein schöner Erfolg für die erst 26-Jährige! Wir gratulieren!

Zum Abschluss noch eine Photo vom „Mädelsabend„, das der Homepage des DSB entnommen ist.

Nun stellt sich natürlich die Frage: wird Fiona für die Schacholympiade in Samarkand nominiert, die Mitte September beginnt? Natürlich sind GM Pähtz und IM Wagner gesetzt, und das dürfte auch für WGM Klek gelten, die auf 2360 Elo kommt. Und danach sind eben nur noch zwei Plätze zu vergeben.
Wir meinen hierzu, die Entscheidung wird wahrscheinlich zwischen Katerina Dolzhykova (Elo 2280) und Fiona Sieber (Live-Elo 2273) fallen! Es wird aber keine leichte Entscheidung für den Bundestrainer!
Glückwunsch an Fiona!
Aber bezüglich der Olympionikinnen:
Warum fehlt in der Aufzählung der Kandidatinnen Lara Schulze? Immerhin die #5 in D laut Schachbund.de. Außerdem 2326 Elo und 1,5/2 in der Bundesliga gegen GM/IM.
War, warum auch immer, allerdings bei der EM nicht dabei?!
Hallo Peter, wenn du den Bericht aufmerksam liest, habe ich über den vierten Nominierungsplatz der Frauenmannschaft nichts geschrieben, da ich davon ausging, dass er an Lara Schulze geht, die aktuell über 2300 Elo hat. Allerdings hat sie an der EM nicht teilgenommen, was eine Gegenindikation für die Nominierung sein könnte (genau wie bei Katerina Dolzhikova). Der Bundestrainer erwartet natürlich, dass sich seine Spitzenspielerinnen aktuellen Herausforderungen stellen. Ein wichtiges Nominierungskriterium ist übrigens auch die spielerische Aktivität, d.h. eine Mindestanzahl von gespielten Partien, wobei hier für Elisabeth eine Ausnahme gelten sollte: sie kommt nicht auf die geforderten Mindestpartien, weil sie heuer eine Tochter entbunden hat.