14.08.2026

21 Gedanken zu „Sandra Schmidt kehrt zum Deutschen Schachbund zurück!

  1. Wenn man über das Thema nachdenkt, stellt man fest: das Problem liegt darin, dass es im gesamten deutschen und österreichischen Schach genau EINE Sandra Schmidt gibt, die sich nicht zweiteilen kann!

    1. Wenn Österreich nicht so weit weg von Halle wäre,
      könnte vielleicht Markus Schirmbeck den Posten in
      der Alpenrepublik übernehmen.

      1. Danke für die Blumen, Ingo. Wenn ich die Stelle besetzen müsste, würde ich mich aber eher vor Ort umschauen.

  2. Einem benachbarten/befreundeten Verband eine hauptamtliche Mitarbeiterin abzuwerben, das kann man durchaus kritisch sehen.

    Überraschend jedenfalls, dass das DSB-Präsidium die Befugnis hat, eine neue hauptamtliche Stelle zu schaffen.

    1. Aber umgekehrt haben doch die Österreicher vor einem Jahr Sandra vom DSB abgeworben.

      1. Österreich hatte Sandra Schmidt wohl nicht abgeworben, laut Perlen vom Bodensee https://perlenvombodensee.de/2025/08/24/sandra-schmidt-wird-oesb-generalsekretaerin-dsam-2025-26-gesichert/ hatte sie sich damals „gegen drei andere Bewerber:innen durchgesetzt“. Also hatte sie sich eben beworben, die Stelle war ausgeschrieben und wird nun wieder ausgeschrieben.

        Nun stellt sich mir nicht die Frage, ob „das DSB-Präsidium die Befugnis hat, eine neue hauptamtliche Stelle zu schaffen“ – das muss möglich sein!? Aber zwei andere Fragen:
        1) Hätte man die Stelle nicht ausschreiben müssen, statt einer Person (egal wie qualifiziert, bekannt, profiliert) ein „Angebot“ zu machen?
        2) Ist (nur) das eine hauptamtliche Stelle, oder bekommt sie auch andere Aufgaben beim DSB? 2024/25 machte sie das offenbar ehrenamtlich, 2025/26 auch und da neben einer Vollzeitstelle in Österreich mit offiziell Lebensmittelpunkt in Wien. Das führte nachvollziehbar zu „Irritationen“ in Österreich, aber das hat sie dann offenbar in Verhandlungen erreicht. Vor Ort ist es grob ein langes Wochenende pro Monat, und nicht in allen Monaten.

        1. Ihr seid ja lustig. Die Stelle in Deutschland war damals ehrenamtlich und damit unbezahlt. Dann soll man auch verpflichtet sein soll, auf ewige Zeiten unbezahlt weiter zu arbeiten.

          Grundsätzlich sollte die Stelle schon ausgeschrieben werden.

        2. Kinners… ihr habt offensichtlich keine Vorstellung davon, wie viel Arbeit und Zeitaufwand mit der DSAM verbunden ist. Die eigentliche Zeit vor Ort bei den Turnieren ist nur ein kleiner Teil davon. Die deutliche Mehrheit der Zeit geht drauf für das „Drumherum“. Die DSAM generiert für den DSB gewaltige Aufmerksamkeit, bringt neue Spieler zum Schach bzw. in die Vereine und ist in jeglicher Hinsicht eine hochprofessionelle Veranstaltung. Von der Hauptorganisatorin zu erwarten, dass sie das so nebenher für einen Appel und ein Ei macht, ist völlig realitätsfremd.

          1. Alles richtig, den enormen Zeitaufwand vermag ein Außenstehender kaum abzuschätzen. Trotzdem ist es bemerkenswert, dass das DSB-Präsidium eine Stelle für 50.000 EUR aus dem Boden zu stampfen vermag, das Etatrecht liegt schließlich beim Kongress. Oder wird die Stelle fremdfinanziert durch Innenministerium und/oder Sponsor?

          2. Die einzige logische Antwort ist ein Sponsor oder ein unverhoffter aufgetauchter Geldtopf.
            Geld kann sehr gutes bezwecken und das Geld wäre hier sehr gut angelegt.

          3. Wurde das bezweifelt? Von mir jedenfalls nicht. Es ist doch klar, dass das unglaublich viel Arbeit ist! Ich war einmal als Gast dabei, da habe ich gesehen, was für eine Organisationsroutine da abläuft.

          4. Woher stammt die Zahl 50.000 Euro? Das war offenbar ihr maximal mögliches Bruttogehalt beim österreichischen Schachbund – für vielfältige Aufgaben, mehr als Organisation einer bestehenden und etablierten Turnierserie. Vor Jahren kursierte diese Zahl auch mal in der deutschen Schachszene (gut, seither Inflation und damals 2011 nicht klar, ob brutto oder netto gemeint war): Es war laut u.a. Arkadij Naiditsch das Gehalt des damaligen Bundestrainers Uwe Bönsch. Der (auch damalige) DSB-Präsident Herbert Bastian sagte dazu, dass Bönsch deutlich weniger bekam und neben A-Nationalmannschaft auch andere Aufgaben hatte. Quelle https://www.chess.com/news/view/the-german-aftermath-of-the-european-team-championship (aus meiner Tastatur, Originalquellen nicht mehr online).

            Ich bezweifle nicht, dass DSAM-Organisation erhebliche Arbeit beinhaltet, aber doch ob es eine volle Stelle rechtfertigt. Und wie Gerald sagt ist es mittlerweile „Organisationsroutine“, d.h. man muss nicht mehr konzeptionell-kreativ tätig sein. Den „Personenkult“ um Sandra Schmidt empfinde ich als etwas übertrieben, im Sinne von „nur sie kann das, Claudia Müller oder Peter Mayer (natürlich Platzhalter mit Allerweltsnamen) könnten es nicht“.

  3. Ohne Frau Schmidt persönlich oder gar die Hintergründe zu kennen (hat es auch mit dem Wechsel im Präsidium zu tun?), erlaube ich mir dennoch, hinter ihr Verhalten ein leichtes Fragezeichen zu setzen. Der österreichische Schachbund gab ihr vor einem Jahr die damals hochwillkommene Chance, arbeitete sie aufwändig ein und steht jetzt mit leeren Händen da und kann wieder von vorne anfangen. Vielleicht macht in einem Jahr der Schweizer Schachbund ein noch besseres Angebot und der DSB steht dann möglicherweise vor derselben Situation. Verlässlichkeit – und das heisst für mich, nicht bereits nach einem Jahr wieder Tschüss zu sagen- dürfte anders aussehen. Aber vielleicht bin ich in dem Punkt auch etwas altmodisch 🤔

    1. Das finde ich jetzt etwas aus dem Kontext herausgenommen. Dass die DSAM ein Herzensprojekt von Frau Schmidt seit langem ist, dürfte allgemein bekannt sein. Sie hat das über viele Jahre nahezu umsonst getan. Sie verlässt ja den ÖSB nicht, weil gerade mal was besseres angeboten wurde, sondern weil sie jetzt von Ihrem Herzensprojekt auch leben kann.

      Mich wundert eher, dass man über viele Jahre geradezu selbstverständlich angenommen hat, Frau Schmidt wird das auch weiterhin für fast nichts machen. Hätte man früher gehandelt, wäre es wohl nie zum Abstecher nach Österreich gekommen. Erstaunlich, dass das neu gewählte Präsidium des DSB es in kürzester Zeit realisieren kann, Frau Schmidt für ihr Engagement auch angemessen zu bezahlen.

      1. Welche Vergütung „angemessen“ ist, ob der Anspruch, „von ihrem Herzensprojekt leben zu können“, berechtigt ist, da bin ich überfragt bzw. habe beim zweiten Punkt gewisse Zweifel. DSAM bedeutet wohl (wenn man es nicht auch mal delegiert) achtmal vier Tage vor Ort, was ansonsten? Vermutlich nicht im Schnitt 40 oder auch nur 20 Stunden pro Woche? Wenn keine anderen Aufgaben dazu kommen, wäre das eher „freiberuflich auf Projektbasis“ und daneben auch andere Projekten mit oder ohne Bezug zu Schach. Was könnte Sandra Schmidt sonst beruflich machen? Offenbar hat sie Betriebswirtschaft mit Spezialisierung Marketing studiert – Auftraggeber auch in diesem Bereich?

  4. Österreich ist jedenfalls der Verlierer – auch dann, wenn das was ich nach etwas Recherche jedenfalls nicht ausschließen würde, zutreffen sollte: Sie bekommt zwar nun ein „gutes Arbeitszeugnis“, aber hat die Erwartungen letztlich nicht erfüllt – im Gegensatz zu Befürchtungen von Anfang an. Öffentlich nicht die ganze Geschichte!?

    Aus dem Protokoll des ÖSB-Präsidiums vom 27.7.2025:
    6) Personal
    a) Nachfolge Generalsekretär:
    Präsident Stöttinger gibt einen kurzen Überblick:
    Alle vier Bewerberinnen und Bewerber wären gut geeignet, sind sympathisch und qualifiziert. Angestrebt wird eine möglichste rasche Nachbesetzung, einerseits um Knowhow weiterzugeben, andererseits um gegebenenfalls noch reagieren zu können bevor Walter Kastner in den Ruhestand tritt [Vorsorge für den Fall, dass die ausgewählte Person doch eine „Fehlbesetzung“ sein sollte?]
    Bevorzugte Kandidatin der Klausurteilnehmer ist Sandra Schmidt, allerdings unter der Voraussetzung ihre Tätigkeit für die Deutsche Schach Amateurmeisterschaft (8 Turniere) zu beenden. Schmidt wäre dazu bereit [Das hat sie dann mit Stöttner, aber nicht mit dem gesamten Präsidium anders vereinbart?] und würde auch ihren Wohnsitz nach Wien verlegen [zwar dann Wohnung in Wien, aber Lebensmittelpunkt weiterhin Deutschland?]. Von Vorteil ist auch, dass sie aktive Schiedsrichterin ist [für das Amt nicht zwingend erforderlich, aber Österreich hatte da gewisse Erwartungen oder Hoffnungen?].
    Präsident Stöttinger stellt daher den Antrag auf Einstellung der Nachfolgerin des Generalsekretärs wie folgt:
    Das Präsidium bevollmächtigt den Präsidenten, mit Frau Sandra Schmidt einen Dienstvertrag als Nachfolgerin von Walter Kastner als Generalsekretärin zu schließen. Als Gehaltsrahmen gilt maximal Euro 50.000 brutto pro Jahr für Vollzeit, der Dienstantritt erfolgt frühestens mit 1. Oktober 2025, mit Frau Schmidt ist schriftlich im Dienstvertag zu vereinbaren, dass jede Turnierorganisations- und Schiedsrichtertätigkeit außerhalb des ÖSB vorab zu genehmigen ist. Der Antrag wird einstimmig angenommen.

    Schiedsrichterin war sie dann (mit oder auch mal ohne Genehmigung vorab?) laut https://ratings.fide.com/profile/16247507/arbiter_organizer weiterhin vor allem in Deutschland – nicht nur DSAM, in Österreich bis auf ein eintägiges Turnier 10/2025 erst ab Juni 2026. Was bedeutete Lebensmittelpunkt weiterhin in Deutschland? Auch viel aus einem deutschen home office – zwar in Absprache, aber dadurch für kurzfristige Termine in Österreich nicht immer verfügbar? Unabhängig davon, ob es ohnehin Vorbehalte gegen eine Deutsche gab, dachte vielleicht neben ihr selbst auch der österreichische Schachverband irgendwann „so geht es nicht weiter“. Das wäre unter umgekehrten Vorzeichen – Österreicher, „der weiterhin vor allem Österreicher ist“, mit wichtigem Amt beim DSB – vermutlich ähnlich.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass der ÖSB dann beim Deutschen Schachbund „vorgefühlt“ hat – eventuell bereits beim vorigen Präsidium wobei das jetzige nun „die Lorbeeren erntet“. Vielleicht gab es schon zuvor ein Konzept, vielleicht auch nicht da der ehemalige DSB-Finanzchef Alexander von Gleich dagegen war.

    Das alles muss nicht stimmen bzw. spielte keine Rolle, aber es könnte (teilweise) stimmen.

  5. Liebe Schachkickerleser und insbesondere -schreiber,
    mit gewissem Interesse lese ich hier viele Meinungen. Allerdings frage ich mich doch, ob es nicht einen Unterschied zwischen einem Stammtisch-Gespräch und öffentlichen Vermutungen in einem social-media Forum geben sollte. Falls (als Mitglied oder Funktionär) jemand Details zu den Abläufen und Vorgaben im DSB wissen möchte, kann er ja dort fragen. Wenn irgendwer Hintergrundinformationen zum Gehalt von mehr oder weniger fremden Personen möchte, soll er valide recherchieren, statt irgendwelche Zahlen in den Raum oder zur Diskussion zu stellen – ob er diese zahlen dann veröffentlichen sollte und darf, kann er ja selbst überlegen. Und wenn irgendwer mittels eigener „Ehrvorstellungen“ ohne inhaltliche Informationen der Beteiligten über die Integrität von Menschen Aussagen trifft, sollte er sich bewusst sein, dass da von realen Personen die Rede ist.
    Wie gesagt, am Stammtisch kann man viel debattieren, das bleibt meist in einem schlecht gelüfteten Raum. Wenn aber hier in einem öffentlichen Medium so wild geurteilt wird, dann sollten wir uns als erwachsene, eher wahrscheinlich „ältere“ Menschen bewusst sein, dass wir nicht bloß Kindern und Jugendlichen predigen sollten, dass man sich im „Internetz“ vorsichtig und verantwortungsvoll bewegen und äußern sollte.
    Ganz in diesem Sinne – beste Grüße von einem sehr gut organisierten DSAM-Finale in DD

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