Liebe Schachfreunde, die Bundesliga-Auslosungen sind heute veröffentlicht worden.
Allgemein ist auffällig, dass sich die Topteams teilweise nochmals verstärkt haben, wenn auch fast nur mit Ausländern, wie nicht anders zu erwarten. Leider ist das Ausländerthema auch heuer wieder in der Deutschen Bundesliga ein leidiges.
Wir haben 16 Mannschaften mit je 16 Plätzen im Kader (plus ggf. zwei Jugendbretter), da kommt man auf etwa 256 Spieler, die gemeldet wurden.
Nun ratet mal, wie viele Deutsche insgesamt auf den ersten acht Brettern, also der eigentlichen Stamm-Mannschaft aufgestellt sind. Dreißig? Zwanzig? Zehn?
Nein es sind genau zwölf, also zwölf Apostel! Im Namen des Herrn, geheiligt sei sein Name. Und führe uns nicht in Versuchung…
Wir rechnen 16 mal 8 = 128. Also jeder zehnte Stammplatz ist noch von einem Deutschen belegt.
Und wer sind diese Apostel? Die Antwort ist einleuchtend: überwiegend die deutschen Spitzenspieler.
Besonders glänzt hier der HSK, also der Hamburger Schachclub, ohne den die Bilanz noch viel trüber wäre. Er stellt nämlich gleich 5 deutsche Spieler auf den Stammbrettern, was in der Bundesliga völlig einmalig ist!
Also hier die komplette Liste:
Baden-Baden
3 Vincent Keymer GER 2767 GM 2749
7 Matthias Blübaum GER 2694 GM 2692
HSK von 1830
1 Frederik Svane GER 2655 GM 2668
2 Rasmus Svane GER 2624 GM 2625
5 Luis Engel GER 2588 GM 2615
6 Niclas Huschenbeth GER 2586 GM 2595
7 Jonas Lampert GER 2536 GM 2535
SK Düsseldorf
7 Martin Krämer GER 2560 GM 2549
MSA Zugzwang
3 Leonardo Costa GER 2540 GM 2553
5 Vitaly Kunin GER 2519 GM 2520
SF Berlin
6 Maxim Vavulin GER 2537 GM 2538
8 Marius Fromm GER 2450 IM 2486
Erfreulich ist allerdings dass in der zweiten Kaderhälfte bei vielen Vereinen etliche Deutsche aufgestellt sind. Hier kommen wir auf 87 (Gesamtzahl in der BL) minus 12 (bereits erfasste), also 75 Deutsche. Die Quote liegt hier also bei etwa 30 Prozent. Dies zur Einordnung.
Die deutsche Bundesliga ist eben leider schon lang nicht mehr eine deutsche Liga und eine deutsche Meisterschaft, sondern eine Internationale Deutsche Meisterschaft. Der Deutsche Schachbund täte gut daran, dies bei der Benennung in der Turnierordnung entsprechend zu berücksichtigen. Vielleicht könnte man bei der Gelegenheit den Deutschen Schachbund (DSB) auch gleich in den Internationalen Deutschen Schachbund (IDSB) umbenennen.