14.08.2026

9 Gedanken zu „Die weiblichen Deutschen Kinder und Jugendliche im Vergleich zum Rest der Welt

  1. Markus Schirmbeck hat diesen Artikel vielleicht auch geschrieben, da er wusste oder zumindest ahnte dass Lilian Schirmbeck da gut abschneidet!?

    Bei „männlichen deutschen Kindern und Jugendlichen“ sieht es insgesamt besser aus, für Jahrgang 2011 und älter liegt es dabei an ein bis zwei Spielern:
    2019 Imanuel Masinovsky (1606, #28)
    2018 Kaan Uz (1746, #16)
    2017 Yining Liu (1920, #12)
    2016 immer noch Yining Liu (hier #53), aber Arian Alloussi und Aadith Ranganathan mit Elo 1919 ganz knapp dahinter
    2015 Konstantin Müller (2059, #46)
    2014 Li Yunqi (2136, #68)
    2013 Mikhailo Nezhyvenko (2270, #45)
    2012 immer noch Nezhyvenko (hier #102)
    2011 Christian Glöckler (2519, #5), in der top50 auch Hussain Besou (2420, #18) und Alfred Nemitz (2371, #39)
    2010 Glöckler #9, Besou #46
    2009 Glöckler #14
    2008 Leonardo Costa (2555, #12), Glöckler #20

    Der Elo-Unterschied zwischen Jungens und Mädels ist strukturell, mal größer und mal etwas kleiner. Wie bei den Mädels suggerieren Namen in jüngeren Altersklassen einen Migrationshintergrund (der Eltern oder jedenfalls ein Elternteil?). „mit fortgeschrittenem Alter“ sind es dann (bis auf Besou und eventuell Costa, der dabei gebürtiger Münchner ist) eher „deutsche Namen“. Nur Besou und Nezhyvenko (Ukrainer, der 2023 den Verband wechselte) sind dabei auf jeden Fall zugereiste Flüchtlinge, die dabei ihre schachliche Ausbildung wohl weitgehend (bzw. Besou komplett) in Deutschland hatten.

    1. Das ist ja genau das Problem, auf das ich seit langem hinweise: das Elo-Gefälle oder auch Talentgefälle zwischen Jungen und Mädchen in Deutschland ist leider drastisch. Oder anders formuliert: Bei den Mädchen sind wir kaum international wettbewerbsfähig. Und das ist schade! Die Lösung des Problems lautet: das Mädchenprojekt des DSB, durchgeführt von Nadja und Artur Jussupow! Aber es läuft noch nicht so lange, und man muss natürlich ein bisschen Geduld haben, bis es wirkt. In Dresden habe ich mich auch mit Paul drüber unterhalten, und er sieht es genauso.

    2. Ich habe den Artikel in erster Linie geschrieben, weil die Mädchen es verdient haben, dass ihre Leistungen auch mal in den Szenenews erwähnt werden, und sei es nur von einem Gelegenheitsschreiber wie mir. Wenn ich Lily da besonders herausheben hätte wollen, hätte ich einen Monat ausgewählt, als sie mal in den TopTen war. Die Jahrgänge 2012, 2013 und 2014 sind besser mit deutschen Talenten bestückt, als die älteren Jahrgänge. Über die Jüngeren will ich mir da noch kein Urteil erlauben. Sie arbeiten alle hart daran auch international mithalten zu können, obwohl sie gegenüber den dominierenden asiatischen Nationen strukturelle Wettbewerbsnachteile haben. Die Patentlösung dafür wird sicher nicht das Mädchenprojekt vom DSB sein, das ist nur eine sehr gute, aber kleine Maßnahme. Es wäre wünschenswert in allen Bereichen der Nachwuchsförderung besser zu werden.

  2. Bitte ab sofort in jeder Bildunterschrift angeben, dass es sich um ein KI-Bild handelt, da dies gesetzlich vorgeschrieben ist!

    1. Und idealerweise noch genauer, von welcher KI das Bild stammt und wer der Prompter war. Das ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, hilft aber bei der Einordnung.

  3. Für das Mädchenprojekt des DSB gilt für mich weiterhin, was ich schon zuvor schrieb: es ist öffentlichkeitswirksam und dabei wohl auch – es sei ihnen gegönnt – eine Einnahmequelle für die Trainerinnen. Aber das alleine ist sicher nicht „die Lösung des Problems“. Wieweit „aus der Masse die Klasse herausfiltern“ (das stammt von Jussupow) tatsächlich der Fall ist, sei dahingestellt. Vielleicht im Einzelfall: Spielerinnen die ihr Talent selbst noch nicht kennen und/oder im Verein nicht ausreichend gefördert werden können.
    So wird es nun für Sarah Ito dargestellt („wir haben sie über unser Programm entdeckt“). Laut DSB-Bericht zeigte sie bei der Mannschafts-EM „sehr gute Ansätze“ – sicher aufmunternd gemeint und sie hatte auch in mehreren Partien vielversprechende Stellungen, aber am Ende Elo -122. Statt 0,5/6 wäre 3,5/6 das „normale Ergebnis“ gewesen (der Sieg zu Beginn gegen eine elolose Tschechin, die am Ende in einem ausgeglichenen Endspiel übel patzte, zählt ja diesbezüglich nicht).
    Zum Sieg von Germany 1 bei der U12w: Yuefan Chen ist in Deutschland geboren, aber wohnt offenbar mit ihren Eltern seit einiger Zeit in Peking. Ab da reist sie zu Turnieren in Deutschland/Europa an und nimmt trotz Zeitverschiebung an Videokonferenzen teil. Wie lange das noch der Fall sein wird wird sich zeigen.
    Klar ist, dass ein ähnliches Projekt zu denselben Konditionen (Teilnahme gratis und für alle, man muss sich nicht bewerben/qualifizieren) bei den Jungens nicht machbar wäre. Dann hätte man statt 50-100 vielleicht 300-500 Teilnehmende in Videokonferenzen – technisch vielleicht noch machbar aber aktive Beteiligung kaum möglich. Man kann auch nicht „unbekannten“ Spielern die eventuelle Perspektive Nationalmannschaft bieten, da es genug bekannte/etablierte gibt.
    Generell gilt: man hat (Super-)Talente oder man hat sie eben nicht. Bei den deutschen Mädels gibt es keine „Christiane Glöckler“, und Cecilia Keymer hat denselben Nachnamen wie Vincent und dabei nicht 200, 300 oder auch 500 Elopunkte weniger sondern 900 (und ist inzwischen inaktiv). Der verstorbene Vlastimil Hort würde dazu sagen „so ist Läbän“. Damit will ich nicht sagen, dass Fördermaßnahmen sinnlos sind, nur dass Erwartungen zur Realität passen müssen.

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