26.07.2026

5 Gedanken zu „Russischer Schachverband von der FIDE suspendiert

  1. Es ist seltsam, dass diese weitreichende Meldung bis heute ohne Resonanz im Kommentarbereich geblieben ist. Es ist doch keine geringe Sanktion, wenn ein kompletter Verband aus dem Weltverband ausgeschlossen wird. Und dann noch Russland, eines der Mutterländer des Schachs! Aber, ja da sich für die russischen Spieler anscheinend nichts oder nicht viel ändert, wird es dann schon verständlicher. Allerdings fragt man sich, wie russische (Jugend)Spieler auf FIDE-Turnieren unter russischer Flagge antreten können, wenn Russland kein Mitglied mehr ist. Ich verstehe, dass man russische Spieler nicht bestrafen will, aber was ich nicht verstehe, dass man ihnen nach diesem Gerichtsbeschluss noch erlaubt, unter russischen „Insignien“ anzutreten. Man hätte doch ganz einfach festlegen können: entweder unter FIDE-Flagge oder gar nicht!

    1. Grundsätzlich müssen die Spieler einer nationalen Föderation angehören. Bei suspendierten Verbänden tritt die FIDE als Ersatzföderation auf. Natürlich können dann Spieler, die dieser Föderation angehören, nur unter der FIDE-Flagge antreten. Jeder Föderation ist ja eine Flagge zugeordnet. Nur wenn die FIDE ihre eigenen Regeln nicht einhält, ändert sich an der momentanen Regelung nichts. Ich glaube aber nicht, dass man damit durchkommt. Dann gibt es eben die nächste Klage beim CAS.

  2. Mein erster Gedanke per Bauchgefühl war: Konsequent in der Inkonsequenz und deshalb maßvoll. Den Verband sanktionieren, den Spieler nicht (zu sehr) strafen.
    Erscheint mit gerecht.
    Schwarz & Weiss gibt es eigentlich nur im Schach, das Leben besteht aus Kompromissen und dieser ist ein solcher.
    Es ist besser als nichts zu tun, und besser, als Spielern ihre Spielgrundlage und ggfs. Existenz zu rauben.

  3. Russland hat inzwischen folgende Stellungnahme dazu abgegeben:
    Die Russische Schachföderation erwartete eine solche Entwicklung und die Unumkehrbarkeit von Einschränkungen. „Die FSHR hat den Beschluss des FIDE-Rats zur Kenntnis genommen. Jetzt studieren Anwälte es, wir behalten uns das Recht vor, die Entscheidung des Rates anzufechten, wenn wir diesen Grund suchen. Natürlich ist es bedauerlich, dass der FIDE-Rat gezwungen ist, im Einklang mit der Entscheidung des CAS zu stehen und diese Entschließung anzunehmen, aber für uns ist dies keine Überraschung“, erklärte Andrei Filatov.

    Leider schafft die Entscheidung des Schiedsgerichts für Sport einen gefährlichen Präzedenzfall, der zu einer Bedrohung für unsere Positionen in anderen Sportarten wird. Jetzt können die Verbände mit AS-Beschwerden über die Aktivitäten Russlands in neuen Gebieten werfen, und das Gericht wird uns mit Blick auf sein Schachurteil zufriedenstellen und uns ausschließen.

    Aber was geschieht, ist nicht nur für uns gefährlich. Es gibt viele Territorien auf dem Planeten. So ist es beispielsweise möglich, von internationalen Sportaktivitäten wie China auszuschließen, die Taiwan als sein Territorium betrachtet. Es gibt Marokko mit der Westsahara, es gibt ein nicht anerkanntes Kosovo, das Serbien als Teil betrachtet, und viele andere Regionen mit einem umstrittenen Status. Und wer wird nach all diesen Schiffen in der Welt des Sports bleiben?

    „Es gibt viele Konflikte auf der Welt, aber es wird noch mehr geben“, sagte der Chef der FSHR Andrey Filatov. – Aber wir müssen die Schachspieler nicht vom Spielen stören – wir sind eine Familie. Es müssen Bedingungen für die Entwicklung des Schachs geschaffen werden.“

    1. Der entscheidende Punkt ist, dass die Russische Schachföderation aktiv Schachverbände aus international als ukrainisch anerkannten Gebieten in ihre eigene Verbandsstruktur eingegliedert hat.

      Die Verweis auf China, Marokko o.ä. greift daher nicht. Kein anderes Land kann einfach einseitig Gebiete anderer Länder ihrem eigenen Verband unterstellen, ohne gegen internationale Sportregeln zu verstoßen. Sollte ein anderer Verband dies tun, müsste er nach denselben Maßstäben beurteilt werden.

      Der CAS hat also keinen Präzedenzfall geschaffen, sondern einen sehr einfachen Grundsatz bestätigt: Internationale Sportverbände dürfen nicht die Ergebnisse territorialer Annexionen durch ihre Mitgliedsverbände legitimieren.

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