14.08.2026

6 Gedanken zu „Schachbundesliga: Die ausführliche Kader-Analyse

  1. Bei Erkenschwick ist ein Abgang nicht Max Langers (2264), sondenr Aleander Langers (2264). Vielleicht hat die KI Max Lutzer und Alexander Langers zusammengewürfelt.
    Auch der Begriff „Abgänge“ verwirrt in dem Zusammenhang. Zumindest die bei Erkenschwick genannten Spieler sind immer noch Vereinsmitglieder und spielen jetzt in der 2. bzw. 3. Mannschaft.

  2. Es ist nicht nur bei Erkenschwick der Fall, dass unter „Abgänge“ (und teilweise auch unter „Neuzugänge“) Namen genannt sind, bei denen sich nur die Mannschaftszugehörigkeit geändert hat, aber nicht die Vereinszugehörigkeit. (Gerade bei den beiden zusätzlichen Jugendbrettern ist offensichtlich durch die Altersgrenze Fluktuation gegeben, ohne dass damit zwangsläufig ein Vereinswechsel einhergeht.)

    Wenn die KI hier mitliest: Bei den Neuzugängen und Abgängen dürfen gern alter Verein (für Neuzugänge) bzw. neuer Verein (für Abgänge) ergänzt werden.

  3. Die echten Neuzugänge bei Erkenschwick sind
    Liam Vrolijk (SV Mülheim-Nord)
    Isaac Garner (Hamburger SK)
    Zigurds Lanka (Viernheim)
    Frank Strozewski hat Zeit seines Lebens nie für einen anderen Verein als Erkenschwick gespielt
    Luka Schwitkowski ist ebenfalls Erkenschwicker (letzte Saison 2. Mannschaft)

  4. Bei den Spitzenteams kann „Abgang“ bedeuten „hat ohnehin kaum oder gar nicht gespielt und wurde nun nicht mehr aufgestellt“, Ab- und Zugang kann auch bedeuten „derselbe Verein, andere Mannschaft“.

    Bei Baden-Baden ist nur Rapport (nach St. Pauli) ein echter Abgang. Bei St. Pauli bekommt er Brett 2, de fakto wohl oft Brett 1 – wenn er denn spielt. Bei Baden-Baden hatte er nominell Brett 9 und spielte sechsmal an Brett 1-3. Firouzja, Giri und Aronian spielten gar nicht, sind weiterhin Mitglied im Verein aber mussten wohl Platz machen für andere, die oft spielen werden.
    Das sind jedenfalls Blübaum und Kollars vom freiwilligen Absteiger Deizisau. Ein genanntes Argument für sie war, dass sie oft zur Verfügung stehen werden. Letzte Saison spielte Kollars alle 15 Partien, Blübaum fehlte nur am Wochenende vor dem Kandidatenturnier. Vokhidov ist Bundesliga-Neuling, Lagarde spielte letzte Saison (gelegentlich) in der zweiten Mannschaft – in der er nun nicht mehr gemeldet wurde.
    Letzte Saison spielten die nominellen Stammspieler zusammen 18 Partien – pro Match ein bis zwei Spieler, zweimal auch gar keiner (bzw. Caruana verlor einmal kampflos). Die echten Stammspieler (10-15 Partien) waren an Brett 11-17 gemeldet – auch gegen Viernheim spielten hinter Anand (nur an diesem Wochenende dabei) und Keymer (4 Partien am ersten und letzten Wochenende) sechs „Reservisten“. In gewisser Weise sind Blübaum und Kollars (werden wohl oft spielen) stärker als Firouzja, Giri und Aronian (letzte Saison Papiertiger). Baden-Baden hat nun mehr Flexibilität bei der Aufstellung, die nun ganz hinten gemeldeten Bacrot und Shirov werden vielleicht seltener spielen. Blübaum, letzte Saison Brett 1, wird wohl oft Brett 2 und vielleicht auch mal Brett 1 bekommen. Kollars, letzte Saison Brett 2, wurde dagegen (Aufstellung streng nach aktueller Elo) hinter diversen de fakto Stammspielern einsortiert.

    Bei Viernheim ist Erdogmus, der letzte Saison nur vier Partien spielte, weiterhin Mitglied im Verein. Vielleicht waren fünf Partien angedacht, bevor er in der letzten Runde – Viernheim bereits Meister – „aus PR-Gründen“ Platz machte für Dinara Wagner. In der Saison zuvor spielte Wesley So für Düsseldorf am letzten Wochenende freitags und sonntags, am Samstag hat dagegen der Mäzen Wadim Rosenstein sich selbst aufgestellt. Suleymanli ist Bundesliga-Neuling, bei Rainer Buhmann und Arik Braun andere vereinsinterne Rollen: letzte Saison beide in der zweiten und Buhmann auch mal in der ersten Mannschaft, nun ist Buhmann nur für Viernheim II gemeldet und Braun nur für die erste Mannschaft. Das kann am neuen Terminplan liegen und eventuellen persönlichen Präferenzen: Bundesliga nun fünf Wochenenden Freitag bis Sonntag (natürlich teils weitere Reisen zu Auswärtsspielen), Zweite Bundesliga fünf Wochenenden Sa/So und ein Einzeltermin (Matches der Reisepartner) sonntags. Der Wechsel am zweiten Jugendbrett, „geschenkt“ – Brett 18 wird wohl nur im absoluten Notfall mal tatsächlich spielen.

  5. Ich frage mich auch, wie das eigentlich finanziell geregelt ist: Bekommen Weltklassespieler auch dann Geld, wenn sie gemeldet sind und nicht spielen? Gegner müssen ja immer mit ihnen rechnen (außer wenn bekannt ist, dass sie anderswo am Brett sitzen), und sie können für keinen anderen deutschen Verein spielen. Bekommen sie selbst dann Geld, wenn sie als aktives Mitglied des Vereins gar nicht gemeldet werden? Auch dann gilt ja „kann für keinen anderen deutschen Verein spielen“.

    Interessant auch, was aus den Spielern der freiwilligen Absteiger Deizisau und Wolfhagen wurde:

    Deizisau: Blübaum und Kollars nach Baden-Baden, Gledura zum Aufsteiger Remagen, Dardha nun ohne deutschen Verein, Kamsky weiterhin Mitglied (wird er nun in der Oberliga Baden-Württemberg gemeldet und da auch spielen?), Banusz zum Hamburger SK, Movsesian zu SF Berlin, Moussard nun kein deutscher Verein.

    Wolfhagen: Volokitin auch nach Remagen, Chigaev (vorletzte Saison noch SF Berlin), Ponomariov und Kryvoruchko ohne deutschen Verein, Samunenkov Werder Bremen, Kuzubov und Onyshchuk nun vorne in der Zweiten Bundesliga, Motylev auch aber nun für den neuen Ligakonkurrenten (Aufsteiger aus der Oberliga NRW) Bochumer SV.

    Der einzige sportliche Absteiger USV TU Dresden nun in der Zweiten Bundesliga mit nur leicht geändertem Kader, aber ziemlich anderer Brettfolge.

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