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Höhenflug und Dämpfer: Deizisau erlebt turbulenten Doppelspieltag

Michael Busse 13.01.2026 2 min. gelesen

Die Schachfreunde Deizisau bleiben ihrer Linie treu: Auch beim dritten Doppelspieltag der Bundesliga stand am Ende ein ausgeglichenes Punktekonto. Nach einem überzeugenden 5:3-Erfolg gegen Gastgeber SV Deggendorf am 10. Januar folgte einen Tag später eine deutliche 2:6-Niederlage gegen den FC Bayern München.

Der Spieltag kam relativ kurzfristig zustande. Ursprünglich handelte es sich um die Runden 11 und 12, die jedoch wegen eines Terminkonflikts mit der Europameisterschaft vorgezogen wurden. Dem Doppel-Europameister in Deizisauer Reihen, Matthias Blübaum, konnte das nur recht sein.

SV Deggendorf – Schachfreunde Deizisau 3:5

Deggendorf bestreitet seine zweite Bundesligasaison, musste jedoch erneut auf Top-Neuzugang Arjun Erigaisi verzichten. Deizisau setzte an den Spitzenbrettern weiterhin auf die bewährte Strategie, den eigenen Nationalspielern Einsätze gegen starke internationale Konkurrenz zu ermöglichen. Nach zum Teil engen Partien behielt Deizisau mit einem 5:3 die Nase vorn.

Im Duell der Einzel-Europameister platzte bei Matthias Blübaum der Knoten: Gegen Aleksandar Indjic gelang ihm sein erster Saisonsieg und damit die Führung für Deizisau. Auch Routinier Michal Krasenkow steuerte einen vollen Punkt bei. Die Niederlage von Rustem Dautov fiel kaum ins Gewicht, da Vizeweltmeister Gata Kamsky in einer langen, zähen Partie den entscheidenden Punkt zum 5:3-Endstand sicherte.

Besonders sehenswert war Blübaums Zug 23. Lc6!, der den Springer auf d7 doppelt angriff. Nach dem ungenauen 23…Td8? (besser war …Sef8) folgte 24. Sd5, womit die schwarze Dame als Verteidiger verdrängt wurde. Wegen der drohenden Springergabel auf f6 gewann Weiß letztlich den Springer.

Zur Partie auf chess.com

Schachfreunde Deizisau – Bayern München 2:6

Wer angesichts der Elozahlen mit einem engen Match gegen den FC Bayern gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Gegen die stark besetzte Multi-Kulti-Truppe aus München lief für Deizisau wenig zusammen. Vier Remisen und vier Niederlagen bedeuteten am Ende eine klare 2:6-Niederlage. Die halben Punkte holten Blübaum, Gledura, Kamsky und Krasenkow.

Unglücklich verlief die Partie von Dmitrij Kollars: Der deutsche Nationalspieler übersah, dass er nach 35. … Da4?? einfach den ungedeckten Läufer auf d6 hätte schlagen können. Das scheinbar gefährliche 36.  …Db4+ (Doppelangriff auf König und Turm) lässt sich mit dem starken 37. Dc3! parieren, das zugleich Matt auf g7 androht – eine Ressource, die ohne Engine kaum zu entdecken ist.

Zur Partie auf chess.com

Tabelle und Ausblick

Der SC Viernheim bleibt mit dem sechsten Sieg in Folge makellos und führt die Tabelle mit 12 Punkten an. Die OSG Baden-Baden gewann ebenfalls beide Begegnungen des Wochenendes und folgt mit 11 Punkten. Deizisau steht mit sechs Punkten aktuell auf Rang 9.

Der nächste Doppelspieltag findet am 7./8. Februar statt. Dann trifft Deizisau auf den Ausrichter St. Pauli – möglicherweise erstmals in dieser Saison mit Magnus Carlsen – sowie auf den Hamburger SK. Beide Begegnungen versprechen Duelle auf Augenhöhe.

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