Krisenstimmung im deutschen Frauenteam. Quelle: Gemini KI
Es fällt mir definitiv nicht leicht, den folgenden Beitrag zu schreiben, aber ich habe das Gefühl, es muss leider sein. Überstrahlt von dem überragenden Ergebnis der deutschen Männermannschaft trug sich bei der Nationalmannschaft der deutschen Frauen in Samarkand eine Tragödie zu, als sie nach der zehnten Runde auf Platz 44 standen, und sich in der Schlussrunde gerade noch auf den 29. Platz vorschoben – weit unter ihrem Erwartungswert. Zwar lief die erste Turnierhälfte bis zur 6. Runde ziemlich gut, als Elisabeth Pähtz groß aufspielte, und das Team auf Platz 5 stand. Bis zu dem Zeitpunkt lief es fantastisch.
Niemand ahnte, was danach kommen würde: eine Pleite nach der anderen! Besonders schmerzlich empfand ich, dass eine Spielerin wie Dinara Wagner, die über viel Erfahrung verfügt, und seit Jahren die deutsche Nationalmannschaft anführt, nie richtig ins Turnier kam, sondern ein lustloses Remis nach dem anderen ablieferte. Ich vermute, die Stimmung im Team wurde von Runde zu Runde mieser, und alle waren froh, als es endlich vorbei war.
Was sagt der DSB dazu? Zitat vom Schlussbericht auf der Homepage: „Die Frauen beenden die Olympiade damit mit sieben Siegen und vier Niederlagen auf Rang 29. Als Nummer zehn der Setzliste war das sportlich weniger, als sich die Mannschaft vorgenommen hatte.
Dabei hatte das Turnier zunächst vielversprechend begonnen. Vier Siege aus den ersten vier Runden brachten Deutschland früh in Kontakt mit den stärksten Mannschaften des Feldes. Im weiteren Verlauf fehlte jedoch die Konstanz: Auf starke Auftritte folgten immer wieder Rückschläge, besonders in der zweiten Turnierhälfte. Der 3:1-Erfolg gegen Montenegro war deshalb vor allem ein versöhnlicher Abschluss eines wechselhaften Turniers.“
Nun ja, so beschönigend kann man es auch formulieren…. aber ich würde mal sagen, dann hat man den Knall beim DSB nicht gehört!
Schauen wir uns die aktuelle deutsche Rangliste der Frauen an: ganz vorne stehen traditionell Elisabeth und Dinara mit rund 2400 Elo, doch dann wird es schon schwierig, d.h. die Zahlen fallen stark ab. In der untenstehenden Liste steht ja auch in kleiner Schrift das Alter der Spielerinnen: auf den Plätzen 3 bis 5 der Rangliste folgen also drei Spielerinnen mit über 50, Zoya sogar über 60.
Dann kommen die weiteren Nationalspielerinnen: Jana Schneider, Hanna Maria Klek, und Lara Schulze, alle mit ordentlichem Elo-Minus aus Samarkand. Und Kateryna Dolzichkova, die in Samarkand nicht dabei war, hat in einem anderen Turnier kräftig verloren.
Es war mal ein Ziel im deutschen Schach, zu Zeiten des Powergirls-Programms, die besten Nachwuchsspielerinnen auf über 2300 Elo zu bringen – es hat nicht funktioniert, und bis heute ist davon leider nichts zu sehen! Temporär ja, dauerhaft nein.

Doch vielleicht sieht es bei den Nachwuchsspielerinnen, also der Altersgruppe U20 besser aus? Ist das vielleicht nur ein Übergangsphänomen, bis junge starke Spielerinnen nachwachsen? Werfen wir einen Blick auf die Liste U20.

Die beiden besten, Svenja Butenandt und Luisa Bashylina fallen nächstes Jahr (also in gut 3 Monaten) aus den U20 raus. Luisa ist laut Wikipedia bereits 20,5 Jahre, Charis und Dora Peglau sind immerhin erst 18, aber bei ihrer Prognose für die schachliche Entwicklung stört, dass sie unglaublich viel Schachpraxis haben, und auf vielen internationalen Turnieren zum Einsatz kamen, und trotzdem sind sie bei unter 2200 Elo hängengeblieben, was ehrlich gesagt nichts Gutes für die weitere Entwicklung verspricht. Doras beste Zahl war 2171, und Charis hatte 2238 in der Spitze. Und ihr kleiner Bruder Paul steht mit 13 Jahren schon bei 2180, also auf dem Niveau der 5 Jahre älteren Schwestern.
Die größten Talente in der Liste sind demnach diejenigen, die noch jung genug sind, um einen Spring nach vorne zu machen, wenn sie älter werden: Alicia Kovalsky (vermutlich aus der Ukraine nach Deutschland gewechselt), Paula Czaeczine, Tamila Trunz und Lilian Schirmbeck (Gruß an Markus!).
Nur muss man folgendes dazu sagen: eine Elozahl von 2.000 bis 2.100 ist nicht berauschend, das ist gerade mal WCM-Niveau (Woman Candidate Master) bis WFM-Niveau (Woman FIDE Master). Aber wenn man erst 16 Jahre ist, dann ist es doch eine gute Zahl!
Um die eigentliche Liste der Talente im DSB zu ergründen, muss man daher die Liste U16 näher studieren:

Hier fallen mir die beiden Chens auf, die erst 12 und 14 Jahre alt sind, aber schon Elo 1900/2000 haben. Überhaupt finden sich viele ausländische Namen in dieser Tabelle, was darauf hindeutet, dass die Migration beim Nachwuchs inzwischen eine große Rolle spielt (immerhin 8 von 15 Spielerinnen).
Bei Lisa Sickmann hatte ich eigentlich noch vor 2 Jahren gedacht, sie sei ein Supertalent, aber seitdem sie von 2200 auf 2000 zurückgefallen ist, tut sich leider auch nicht mehr viel bei ihrer Zahl. Schade!
Lilian Schirmbeck dürfte mit 13 Jahren ein großes Talent sein! Genau wie Alicia Kovalsky, die erst 14 ist. Aber wie lange bleiben die Ukrainerinnen in Deutschland?
Ja ich weiß, es gibt das Mädchentrainingsprogramm von Nadja Jussupow, und hier zeigt sich mal wieder, wie wichtig es ist! Ein bisschen „Tapetenwechsel“ ist nie verkehrt!
Tragisch bzw. schlecht bzw. jedenfalls „unter dem Erwartungswert“ waren dabei nur die (vor)entscheidenden Runden 9 und 10 mit Niederlagen gegen Indonesien und Lettland, das abschließende (etwas wacklige) 3-1 gegen Montenegro war dann nur noch Schadensbegrenzung. Mit den beiden anderen Niederlagen gegen Kasachstan und Indien musste man rechnen – dass sie relativ früh im Turnier gegen diese Teams spielten zeigt, dass es zunächst durchaus lief. Bis einschließlich Runde 8: wenn die Stimmung wegen Niederlagen gegen Spitzenteams „mies“ war, dann waren die (im Vorfeld geäußerten) Erwartungen zu hoch? Was dann passierte ist ein anderes Thema, das auch Paehtz betrifft: erst verlor sie eine zunächst vielversprechende Stellung gegen eine ca. 200 Punkte schwächere Gegnerin, in den letzten beiden Runden pausierte sie.
Generell gilt dabei: für Erfolge braucht man alle in mindestens Normalform und ein bis zwei die überragen. So war es bei den Männern, bei den Frauen mit generell stärkeren Formschwankungen eben nicht. Jana Schneider und Lara Schulze deutlich im Soll, Dinara Wagner etwas – Niederlage gegen Koneru „kann passieren“, und nur drei der Remisen waren wirklich enttäuschend (nur eines kostete ein bis zwei Mannschaftspunkte). Bei Klek ist Elo -4 mit K-Faktor 20 allenfalls ein „unordentliches“ Minus.
Wie lief es früher?
Olympiade 2024 an 8 gesetzt Platz 22 – damals früh mehrfach 2-2 gegen nominell unterlegene Gegnerinnen, dadurch erst in den letzten Runden starke Teams und Niederlagen gegen Polen und Armenien. Dinara Wagner im Elosoll (-16), die vier anderen (Paehtz, Heinemann, Klek, Schulze) etwa Normalform.
Olympiade 2022 an 8 gesetzt Platz 10, dabei bis auf die Ukraine in der vorletzten Runde keine starken Gegnerinnen. Klek katastrophal (Elo -48), daher auch nur sechs Partien. Jana Schneider glänzte an Brett 5 (de fakto 4) mit 9/10 (Pause in der letzten Runde um den Brettpreis nicht zu gefährden?), hatte dabei bis auf die Ukrainerin Nataliya Buksa nur Gegnerinnen mit (oft deutlich) unter 2200.
Europameisterschaften sind ein anderes Thema:
2025 ohne Paehtz an 6 gesetzt Bronze (lag vor allem an Klek und Dolzhykova)
2023 an 3 gesetzt Platz 7 (Paehtz normal, Heinemann stark, Wagner, Klek und Schneider enttäuschend).
In Europa wäre Platz 20+x bereits untere Tabellenhälfte, in dieser Hinsicht nicht mit Olympiaden vergleichbar.
Zum Nachwuchs: „nicht-deutscher Name“ bedeutet nicht zwangsläufig „(schachlich halbfertig) aus dem Ausland nach Deutschland gewechselt“. Wie ist es bei Luisa Bashylina? Czaeczine ist auch „kein deutscher Name“, wobei ich das nicht einordnen kann und die Familie wohl „100% deutsch“ ist.
Bei Alicia Kovalskyy kann man leicht herausfinden, dass sie bereits 2020 (also vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine) deutsche U8-Meisterschaften spielte – erste DWZ danach 794. Wenn Migrationshintergrund, dann vielleicht die Eltern – übrigens nicht zwingend Ukraine, FIDE hat neben ihr 10 Kovalskys – 5 Ukrainer, 2 Slowaken, ein Tscheche, ein Pole (und ein Spanier). Dabei vermutlich „ebenso deutsch“ wie Donchenko (kam im Alter von 4 Jahren aus Moskau) oder Kollars (in Deutschland geboren).
Von den in der Liste genannten sind nur Mariia Bohatyrova (Verbandswechsel 2023) und Daria Shynkar (Verbandswechsel 2024) Ukraine-Flüchtlinge, auch Rafikova und Klymenko spielten immer in Deutschland.
Richtig! Alicia Kovalskyy wurde 2012 in Deutschland geboren und ist eine deutsche Schachspielerin.
Hallo Julia, vielen Dank für die Information!
Sie kommt aus der tollen Jugendarbeit des Düsseldorfer Schachvereins 1854 und fing als 8 jährige bei uns an!
Vielen Dank, das wusste ich nicht. Wünsche ihr weiter viel Erfolg.
Die beiden Chen Schwestern wohnen in China und kommen nur gelegentlich mal nach Deutschland zum Schachspielen. Gut möglich, dass die auch irgendwann zu China wechseln.
Wobei beide auch aus dem Düsseldorfer SV 1854 stammen (nicht zu verwechseln mit dem einmaligen deutschen Meister Düsseldorfer SK). Ein Bericht beim Schachbund https://www.schachbund.de/news/yuefan-chen-in-peking-am-brett-deutschland-im-herzen.html enthält diese Infos von Yuefan: „Meine Eltern haben früher wegen ihrer Arbeit in Deutschland gelebt und gearbeitet. …. Wir werden vielleicht irgendwann wieder in Deutschland leben – aber das hängt auch von der Arbeit meiner Eltern ab.“ Sie nimmt auch trotz Zeitverschiebung aus Peking teil an Online-Trainings des deutschen Schachbunds, für sie dann bis spätabends.
Natürlich ist ein Wechsel nach China „irgendwann“ denkbar, wobei sie da vielleicht eher nicht für internationale Meisterschaften nominiert oder mittelfristig eventuell in der A-Nationalmannschaft landen würden.
Vielen Dank für den Link auf das Interview!
Inzwischen habe ich mir die Elo-Bilanz von einigen anderen europäischen Nationalmannschaften angesehen, und da ähnliche „Aussetzer“ entdeckt. Man muss natürlich bei der Kritik auch berücksichtigen, dass viele Spieler*innen in Asien underrated sind, und dass man so leicht Elo-Punkte verliert. Bei der Europameisterschaft ist es weniger schlimm, weil dort die meisten Spieler*innen richtig geratet sind.
Insofern kann man die Kritik vielleicht etwas abmildern, allerdings bleibt es dabei, dass ich gerne wenigstens eine junge deutsche Spielerin hinter Elisabeth und Dinara sehen würde, die ihnen ein wenig das Wasser reichen kann. Man kann aktuell nicht mal sagen, welche von den 2300-Spielerinnen das größte Potenzial hat, sich als deutsche Nummer drei zu etablieren!
Sich nur die nackten Zahlen anzusehen und daraus ein höheres Potenzial abzuleiten – bloß weil kurzfristig ein paar Punkte gewonnen oder verloren wurden –, reicht als Grundlage kaum aus. Die Bundestrainer im Frauen- und Mädchenbereich werden das jedoch weitaus genauer nehmen. Sie haben die Partien ihrer Kaderspielerinnen vorliegen, analysieren, wo echtes Potenzial schlummert, und geben den Spielerinnen regelmäßig konkretes Feedback zu ihren Trainingsschwerpunkten.
Das Problem dabei lautet, dass das Elo-Ping-Pong bei den Frauen schon seit Jahren so geht. Mal geht es rauf, mal geht es runter. Eine nachhaltige Leistungssteigerung ist hier nicht erkennbar.
Es wäre doch sehr naiv zu glauben, dass die Kaderauswahl des Schachbundes einfach nur nach dem Motto läuft: „Der hat letztes Jahr gut ELO gemacht, den nehmen wir jetzt mal mit und hoffen das Beste.“
Bei solchen Entscheidungen muss doch viel tiefer geblickt werden. Zu jedem Spieler sollte es im Idealfall ein fundiertes Dossier geben: Wo schlummert echtes Verbesserungspotenzial? Und vor allem: Bringen der Spieler und sein direktes Umfeld (Trainer, Eltern, Unterstützung) überhaupt die nötigen Voraussetzungen und Disziplin mit, um dieses Potenzial langfristig zu heben?
Sehr richtig, all diese Aspekte werden in der Vorauswahl bewertet. Was aber nicht automatisch bedeutet, dass immer die richtige Entscheidung getroffen wird.
Auf Landesebene habe ich das anders erlebt: Da wurden Trainervorschläge einfach durchgewunken, ohne Dossiers oder Diskussionen. Viele Namen kannte ich gar nicht. Ist das beim DSB anders und kennen die Entscheider die Spieler überhaupt so gut, dass sie sich ein fundiertes Urteil bilden können? Wenn da wirklich über jeden ausgiebig diskutiert würde, müssten die Sitzungen ja ziemlich lang sein.
Es ist richtig, dass die Bundestrainer für die Nominierung der Spieler*innen zuständig sind, und sie machen sich natürlich entsprechende Gedanken. Und bei der jährlichen Kaderaufnahme entscheidet die Kommission Leistungssport per Abstimmung.
Außer Antonia Ziegenfuss (Jahrgang 2005) gibt es keine einzige weibliche Internationale Meisterin (WIM) in Deutschland, die in diesem Jahrhundert geboren ist.
Und sie widmet sich zurecht vor allem ihrem Medizin-Studium – Schach spielt leider nur noch eine Nebenrolle.
Genau so ist es lieber Henning, so ein Talent, das dem Deutschen Schachbund hier verloren gegangen ist! Ich hatte vor vier Jahren große Hoffnungen auf sie gesetzt. Aber sie ist nicht die erste dieser Art, wir erinnern uns an Lara Stock https://ratings.fide.com/profile/4699360/chart, an Filiz Osmanodja, https://ratings.fide.com/profile/24633569/chart und auch an Sabine Schlander, https://ratings.fide.com/profile/4658949/chart. Im Vergleich zu denen ist Antonia noch die aktivste! https://ratings.fide.com/profile/12962554/chart
Die geringe Zahl an WIMs ist vermutlich auch das Ergebnis eines Mangels an passenden Turnieren. Von Seiten des DSB oder der Landesverbände kommt in dieser Richtung zu wenig, was den Eindruck erweckt, dass Frauen-Normen stiefmütterlich behandelt werden. Während für die offene Klasse immerhin hie und da Möglichkeiten geschaffen werden, fehlen diese Angebote für Frauen in Deutschland völlig.
Turniere gibt es in Deutschland wie „Sand am Meer“. Auch in gut besetzten offenen Turnieren können WIM-Normen erworben werden. Dazu bedarf es lediglich der erforderlichen Spielstärke.
Das ist theoretisch zwar möglich, praktisch aber fast ausgeschlossen, da man die benötigten Gegner nur bekommt, wenn man IM-Niveau spielt. Wenn Frau das aber kann, braucht man keine WIM-Norm. Realistisch bekommt man den Titel nur über Normenturniere, Frauenligen und Direktvergaben.
> Außer Antonia Ziegenfuss (Jahrgang 2005) gibt es keine einzige weibliche Internationale Meisterin (WIM) in Deutschland, die in diesem Jahrhundert geboren ist.
Ganz so schlimm ist es dann doch nicht. 😉 Lara Schulze (2002) ist auch WIM, Jana Schneider (2002) sogar WGM. Aber Du hast im Kern natürlich recht: es dürften gerne mehr sein.
Hallo Gerald,
in deinem Kommentar, der die Teilnahme, der deutschen Frauenmannschaft „in Grund und Boden bohrt“ (à la „taugt gar nichts!“) verstehe ich schonmal überhaupt nicht:
a) Dinara Wagner spielte nur „lustlose Remis“, aber wenn Matthias Blübaum auch Remis spielt, dann ist das solide und wertvoll.
b) Gerade Lara Schulze hat für die Frauenmannschaft mehrere Partien gewonnen. Warum soll gerade sie an den Pranger gestellt werden? Wer viel gewinnt, darf auch mal eine Partie verlieren, oder nicht?
Hallo Jolien, ja Lara Schulze hat relativ gut gespielt und viel gewonnen, bei ihr fällt mein Einzelurteil milde aus. Ich habe sie aber namentlich nicht genannt, weil es mir um den Gesamteindruck der Mannschaft ging, und weniger um die Einzelleistungen der Spielerinnen. Anders bei Dinara, weil sie als Spitzenspielerin im Team eine besondere Verantwortung hatte, nämlich das erste Brett „zu halten“, was ihr nicht gelungen ist. Ich hatte sogar den Eindruck, dass sie sehr unsicher gespielt hat, aus welchem Grund auch immer; außerdem hat sie anfangs auch zwei Mal ausgesetzt, was mir merkwürdig vorkam. Auch den Namen Matthias Blübaum habe ich nicht explizit erwähnt, sondern lediglich die Mannschaftsleistung der Männer. Ich meine, dass die Männer sowohl absolut als auch relativ die stärkeren Gegner hatten. Absolut drückt es sich in den Elozahlen aus, und relativ weil sie viel weiter vorne im Turnier gespielt haben als die Frauen. Dann sind Remisen wie die von Matthias auch mehr wert als die von Dinara.
Ich bin mir durchaus der Tatsache bewusst, dass mein Urteil sehr hart ausgefallen ist, allerdings muss man auch dazu sagen, es war die schlechteste Platzierung der Frauennationalmannschaft seit langem. Aus meiner Sicht war es nun an der Zeit, dies deutlich hervorzuheben.
Dazu kommt noch, dass es trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen ist, im Nachwuchsbereich eine Spielerin mit mehr Potenzial als Elo 2300 hervorzubringen. Nun gut, wenn das so ist, dann ist es so. Ich habe mich bemüht, aber es gelang mir nicht, den Trend umzukehren. Letztlich müssen die Mannschaft, der Bundestrainer und der DSB das Debakel gemeinsam aufarbeiten.
Lieber Gerald,
Warum legst du so unterschiedliche Maßstäbe an und was für ein Ziel verfolgst du eigentlich mit diesen Artikeln, außer die Frauen pauschal schlecht zu machen?
Lara hatte die schlechteste Performance im ganzen Team. Sie hat natürlich die meisten Punkte geholt, was aber womöglich auch daran lag, dass sie mindestens eine Partie mehr als alle anderen geholt hat und an Brett 4 naturgemäßg die schwächsten Gegnerinnen hatte.
Dinara sollte das erste Brett „halten“, wie kann man bei 50% sagen, dass dieses Ziel verfehlt wurde? Und woher weißt du, dass das Ziel war?
Natürlich war die Leistung in diesem Jahr nicht gut, aber wenn du einzelne Spielerinnen kritisieren willst, dann benutz doch wenigstens nachvollziehbare Maßstäbe und nicht völlig willkürliche…
PS: Wenn dich Elo-Ping-Pong so stört, empfehle ich mal Spielerinnen wie Vaishali und Injac(Europameisterin 2025) anzuschauen. Oder bei den Männern Donchenko, bzw. in diesem Jahr Blübaum. Die Elo bewegt sich zwangsläufig, wenn man regelmäßig Turniere spielt, eben mal in die eine und mal in die andere Richtung.
Hallo Josi, ich lege überhaupt keine unterschiedlichen Maßstäbe an, sondern die der Platzierung und die der Elo-Performance.
Die Platzierung ist eindeutig: die Männer landeten auf Platz 3 und die Frauen auf Platz 29. Offensichtlich war die einzige Spielerin, die bei den Frauen gut gespielt hat, Elisabeth, und das trotz der Doppelbelastung, denn sie hatte ja ihre Tochter dabei.
Nun zur Performance: die Frauen spielten hier zwischen 2160 und 2400, und die Männer zwischen 2570 und knapp 2800! Ein sehr deutlicher Unterschied. Lara hat 4 Partien gewonnen, deshalb war ich in ihrem Fall gnädiger, weil ich als Zuschauer gerne Gewinnpartien der eigenen Mannschaft sehe. Richtig ist allerdings, dass ihre Performance auch nicht gut war. Den Elo-Verlauf von Vaishali habe ich mir angesehen, und finde ihn sehr stabil. im Gegensatz zu den deutschen Spielerinnen.
Es ging mir auch nicht darum, die Frauenmannschaft pauschal schlecht zu machen, sondern ganz deutlich darauf hinzuweisen, dass dieses Ergebnis ein Debakel war. Und ich habe die Wettkämpfe täglich verfolgt und mitgefiebert. Und Elisabeth, die am Anfang wie eine Rakete gespielt hat (sie hätte auch locker noch einen Punkt mehr machen können), wäre es mit Sicherheit noch schlimmer gelaufen. Nun gut, ich habe den Eindruck, dass wir hier nicht zusammenkommen.
Aus meiner Sicht wäre die richtige Reaktion, die Kritik anzunehmen, und sich zu fragen, was schief lief, und was man künftig besser machen kann.
Es ging mir um den Vergleich der Spielerinnen untereinander. Dass die Männer ein tolles Turnier gespielt haben und stolz sein können, steht völlig außer Frage und ist nicht mit der Leistung der Frauen vergleichbar.
Aber bei der einen reichen ein paar Siege, damit man nicht so streng ist, die anderen bräuchten eine gute Performance…
Und vor allem ist es immer wieder anders, vor einigen Monaten war noch eine hohe Elo sehr wichtig, aber jetzt sehen wir, dass eine hohe Elo auch nicht unbedingt bedeutet, dass man bei dem Mannschaftsturnier gut spielt.
Mein Hauptpunkt ist aber, dass ich nicht sehe, was man aus diesem Artikel mitnehmen sollte, also was schief lief und was man besser machen kann… Und da du regelmäßig diese Berichte schreibst, fällt mir das immer wieder auf.
Übrigens schriebst du letztes Jahr „Wir meinen, dass der neue Bundestrainer GM Efimenko sicher auch maßgeblich zum Erfolg beigetragen hat, indem er die Mannschaft besonders motivierte.“, also vielleicht sollte man ihn dieses Jahr auch ein wenig zur Verantwortung ziehen, wenn man ihm schon den Erfolg zuschreibt.
PS: Natürlich sind die Schwankungen bei Faktor 10 absolut geringer als bei Faktor 20.
Man muss jetzt aber nicht so tun, als ob das der Weltuntergang ist. Was wurde denn konkret erwartet? Mehr als der Setzlistenplatz 10? Den hätte man ja erreicht, wenn ein Mannschaftssieg mehr herausgekommen wäre.
Sicherlich muss das aufarbeiten. Aber das sollte auch fair sein. In dem Artikel kommt das so rüber, dass die Spielerinnen einfach zu schlecht sind.
Man muss sich doch nur die Tabelle anschauen. Dann sieht man generell, dass alle europäischen Länder (Polen ausgenommen) mit der Weltspitze nichts zu tun haben. Da muss man sich doch fragen, ob das vielleicht an den Rahmenbedingungen liegt.
Seltsam, ich zähle 14 europäische Nationen, die in der Tabelle vor uns liegen…
Hallo Thorsten, ja an dem Beitrag ist aus meiner Sicht viel wahres dran. Zum Beispiel haben die Chinesinnen auch ganz bewusst ihre Mannschaft (Frauschaft) verjüngt, wie mir aufgefallen ist. Nur hatten sie auch das Potenzial dazu, weil starke junge Spielerinnen nachgewachsen sind, und genau daran fehlt es uns. Insofern hätten wir das nicht nachmachen können. Das Konzept Powergirls sehe ich deshalb als gescheitert an, weil es nicht gelungen ist, die geförderten Spielerinnen nachhaltig über 2300 zu positionieren. Es ist auch klar, was tatsächlich den Erfolg bringen würde: nämlich die Analogie zum Prinzenkonzept. Es gab mit Sicherheit kein erfolgreicheres Nachwuchsmodell im deutschen Schach! Aber auch dazu muss man erst mal die Talente haben! Sehr richtig ist natürlich auch der Hinweis, dass man asiatische Profis nicht mit deutschen Amateuren vergleichen kann.
Zu meiner Elo-Hörigkeit: einverstanden, aber die Elo ist nun mal das A&O im Schach. Wie misst du denn die Leistung?
Wie unterschied sich das Prinzenprogramm überhaupt konzeptionell vom Powergirlsprogramm?
In der Altersklasse. Die Mädels waren etwa 10 Jahre älter!
Hallo Gerald, da du mich persönlich ansprichst. Klar, die Elo ist das Maß der Dinge, sie hat aber auch ihre Limitierungen – vor allem wenn die Platzhirsche nicht mehr spielen, sind sie nicht aussagekräftig (als Beispiel wähle ich Magnus Carlsen und Hikaru Nakamura). Du erinnerst dich vielleicht, dass ich beim Powergirls-Konzept skeptisch war. Jetzt zu meiner Vorstellung der geeigneteren Leistungsmessung: Ich hoffe es gibt vom Bundestrainer Potentialanalysen von Nachwuchsspielerinnen, die deutlich tiefer gehen als reine Elo-Betrachtungen, denn Schwankungen sind Teil der Entwicklung und sie sollten zudem nicht leistungshemmend wirken (also wenn Spielerinnen Angst haben und deshalb nicht durchspielen oder so etwas). Mein Text ist nicht gegen die aktuellen Frauen in der Nationalmannschaft gerichtet, die sind so stark wie sie sind, aber wirft die Frage auf wie man zukünftig nominieren sollte und da bin ich radikaler unterwegs als Vorschlag. Ich selbst hatte keine Erwartungen an das Team, wäre aber auch gerne positiv überrascht worden. Die Frage für mich also lautet wie man zukünftig mehr Erfolg hat und was man jetzt tun sollte. Dazu habe ich einen Vorschlag gemacht und wünsche mir mehr Mut künftig auf jüngere Spielerinnen zu setzen und diese früh einzubinden – ohne sie dann in Grund und Boden zu rammen, falls es nicht läuft in zwei Jahren – auch das will vorbereitet sein. Der Schachbund geht insgesamt bereits in die richtige Richtung mit seinen aktuellen Bemühungen und seinem neuen Sponsor-Partner will man die Breite der Auswahl erhöhen. Das ist extrem positiv! Erfolg auf Weltebene bringt das aber erst in einigen, vielleicht sechs bis acht Jahren, wenn überhaupt und in der Zeit würde ich mir eben das Einbinden aller Generationen von Spielerinnen in das Konzept wünschen. Natürlich ist Erfolg beim Finden von Talenten auch Glückssache und hängt von den Einzelspielerinnen ab, die in Zukunft Leistungsschach spielen. Nur als Anmerkung zu einem anderen Kommentar hier in der Diskussion oben. Alle Asiatinnen sind nach Europa gekommen, weil hier genug Turniere auf relativ engem Raum vorhanden sind. Als Beispiel sei Lu Miaoyi genannt, die mit ihrer Mutter in Europa getourt ist. Es gibt also genügend Spielmöglichkeiten hier. Wenn man mich fragen würde, dann müssten besonders hoffnungsvolle Talente Hilfen und Mentorinnen für Turnierteilnahmen im zweiten Schritt des Konzeptes erhalten. Auch das haben wir bei den Indern gesehen, die sind als Kinder oft schon mit Trainern unterwegs gewesen.
Hallo Thorsten, zum Thema „wer stellt die Nationalmannschaften auf?“ ist zu sagen, dass ersten in der Konzeption Leistungssport diese Aufgabe beim Bundestrainer verankert ist. Er sollte auch die beste Qualifikation dafür haben. Abgesehen davon sind ja 2 von 5 Spielerinnen nach Elo-Zahl eh gesetzt. Eine konzeptionelle Neuausrichtung der Nominierung in welcher Form auch immer ändert ja nichts daran, dass wir nicht mehr Talente haben als wir haben. Die Probleme liegen meiner Meinung nach nicht in der Aufstellung oder Nominierung, sondern daran, dass sich seit 5 Jahren nix mehr bewegt im Leistungsgefüge.
Gerald, in der Bewertung des Befundes sind wir nicht weit auseinander. Die Frage ist warum ist das so und was sollte man an der Nominierungspraxis ändern – ich plädiere für Flexibilität. Ich erinnere daran, dass bei der offenen Klasse für Vincent vor einigen Jahren eine Art Spezialregel gefunden werden musste. Der Nationalcoach darf seitdem einen Spieler unabhängig von der Elozahl nominieren. Das musste damals extra beschlossen werden. Starre Regeln finde ich insofern diskussionswürdig und sehe keine Instanz das im System aus sich heraus zu ändern. Zudem gilt: Die Aussagekraft von Elozahlen im Bereich 2600 bis 2700 ist vermutlich größer als in unteren Range-Bereichen wie 2200 bis 2300 und bei 2300 bis 2400.
Genau genommen wurde diese Nominierungstegel nicht speziell für Vincent geschaffen, sondern um dem Bundestrainer wenigstens ein bisschen Einfluss auf die Nominierung zu geben. Später haben wir dann auf meine Initiative auf zwei Bretter erhöht. Eigentlich sollte der Bundestrainer alle Spieler nominieren, vielleicht mit Einspruchsrecht des Sportdirektors. Aber bei uns fahren ja eh immer die Top 6 mit.
„Flexibilität“ gibt es ja bei den Frauen durchaus – streng nach Elo müsste man aktuell hinter Pähtz und Wagner Kachiani-Gersinska, Schleining und Melamed nominieren. Marta Michna ist nun offiziell inaktiv, sonst wäre sie mit Elo 2318 zwischen Kachiani-Gersinska und Schleining. Dabei sind die Unterschiede klein (Schneider und Schulze nun durch schlechte Ergebnisse bei der Olympiade dahinter) und mangelnde Aktivität spricht gegen die älteren Spielerinnen.
Diskussionen, ob Nicht-Nominierung älterer Spielerinnen diskriminierend ist, gehören der Vergangenheit an. Derlei Aufstellungen gab es zuletzt vor der Pandemie:
2018 Pähtz, Osmanodja, Hoolt (nun Papp), Schleining, Fuchs [Zoya Schleining spielte dann nur drei Partien, da gab es offenbar Ärger]
2016 Pähtz, Michna, Levushkina (nun Koepke), Lubbe, Fuchs
2014 Pähtz, Schleining, Melamed, Ohme (später Lubbe), Hoolt
Wieviel Flexibilität zugunsten jüngerer, nominell noch klar schwächerer Spieler(innen) angebracht ist ist, ist ein anderes Thema. Keymer war ein Supertalent, das absehbar in ein zwei Jahren auch nach Elo einen Stammplatz bekommen würde – tendenziell (hat sich dann bewahrheitet) Brett 1. Glöckler ist auch ein Supertalent – ob irgendwann „zweiter Keymer“ muss sich noch herausstellen – aber derzeit stellt sich die Männer-Mannschaft „von selbst auf“ (einer bekommt immer „Brett 6“) und er muss noch außen vor bleiben. Bei den Frauen hat Deutschland keine Supertalente?
Noch eine Bemerkung zum Thema „Aussichten für den Nachwuchs“:
In der Weltrangliste der Juniorinnen finden sich allein acht Inderinnen unter den TOP 25:
https://radarchess.com/?sex=F&by=u20
Die derzeit beste deutsche Juniorin WFM Svenja Butenandt steht dagegen auf Platz 103.
Und wie im Artikel geschrieben, fallen Butenandt und Bashylina in 3 Monaten aus der Juniorenliste.
Hier wird mehrfach wiederholt, dass sich „nix bei der ELO-Entwicklung der letzten 5 Jahre“ getan hat. Nur mal so: 2026 minus 5 Jahre ist gleich 2021. Offizielle Dauer der Corona-Pandemie nach WHO: März 2020 bis Mai 2023. Ab März 2020 bis etwa März 2022 ging 2 Jahre so gut wie gar nichts, keine Turniere und keine Reisemöglichkeiten. Ich hatte das Glück bei meinem ersten Turnier nach langer Pause im April 2022 so schlecht zu spielen, dass ich nicht auf die Bühne zu den Top-Brettern kam. Dort sorgte ein Covid-Spreader für deutliche Reduzierung des Teilnehmerfeldes.
Dass die Pandemie die heute jüngeren Frauen unseres Teams in einem Alter betraf, wo sie Weichen für ihren Lebensweg Stellen mussten – keine Erwähnung. Dass die Bedingungen für Frauen professionell Schach zu spielen sehr schwierig sind und viele eher zweigleisig unterwegs sind – keine Erwähnung. Dass vier der fünf Frauen ein Jahr zuvor Team-EM-Bronze gewonnen haben – keine Erwähnung. Hier wird den Frauen aufgrund eines einzelnen schlechten Mannschaftsergebnisses mangelnde Qualifikation und mangelnde Entwicklungsperspektive unterstellt ohne die konkreten Bedingungen unter denen sie Schach spielen konnten und können zu berücksichtigen.
Hallo Herr Weber, ich antworte nur kurz: Christian Glöckner lernte in der Pandemie Schach. Seine erste DWZ war um die 1300. Heute hat er 2500 Elo. Differenz 1200 Punkte. Das alles passierte in nur 5 Jahren! Und Corona war mittendrin.
Hallo Herr Hertneck,
die erste DWZ von Christian Glöckler war 1581, die „um die 1300“ waren der Gegnerschnitt. Und das war 2021 und änderte sich bei den wenigen Turnieren in diesem Jahr auch nicht viel, DWZ 1639 Ende 2021. Sein Aufstieg begann in 2022, als wieder mehr Turniere möglich waren. November 2022 hatte ich gegen ihn gespielt auf der Hessischen Schnellschachmeisterschaft, da wurde er mit 1950 ELO geführt. Die Pandemie mit den harten Lockdowns war daher vor seiner deutlichen Spielstärkeentwicklung, nicht mittendrin.
Ich halte es auch nicht für angebracht einen während der Pandemie 9-12 Jährigen, der sicher reichlich Zeit für Online-Training und -Spielen hatte, mit unseren jungen Nationalspielerinnen zu vergleichen, die zu dieser Zeit 18-21 Jahre alt waren und sich Gedanken zu Ihrem zukünftigen Lebensunterhalt machen mussten.
33 meist eher weniger qualifizierte „männliche“ Kommentare (von insgesamt38) zum eher weniger genau recherchierten Bericht + KI-Bild über das Abschneiden der deutschen Frauen bei der #Schacholympiade. Und wir wundern uns, warum nur 10% der organisierten Schachspieler:innen weiblich sind.
Es bliebe den Frauen unbenommen, Kommentare abzugeben. Bisher hat sich nur Josefine gemeldet und mit Elisabeth habe ich zu dem Thema gechattet.
Ich sehe die Welt, wie sie mir gefällt. Unsere Nationalmannschaft wurde von Dinara Wagner, Elisabeth Pähtz, Hanna-Marie Klek, Lara Schulze und Jana Schneider gebildet, fünf sehr gute Persönlichkeiten, die allesamt Vorbildcharakter haben. Ohne Elisabeth Pähtz holten sie bei der Europameisterschaft Bronze, da war die Welt noch rosarot, und jetzt liegt die Welt in Trümmern.
Das ist eigentlich die Stärke meines Herz-Schmerzvereins TSV 1860 München, wo der Unterschied zwischen „absolute Glückseligkeit“ und „Kreuzigt sie“ sehr, sehr knapp ist.
Bei uns hat WGM Elena Levuchkina, die unsere Jugend trainierte mal erzählt, wie sie früher gefördert worden ist. Dreimal in der Woche am Nachmittag mit IM oder GM in der Gruppe, Wochenende Turniere.
Hier müssen die Spieler Trainerstunden bezahlen, um eine gewissen Spielstärke zu erreichen.
Ihr Hobby zum Beruf zu machen ist schwierig, da die Einnahmen nicht hoch genug sind.
Ich bedanke mich bei den Spielerinnen für ihren Einsatz, attestiere ihnen aus der Ferne menschliche Größe und wünsche ihnen von Herzen alles Gute.
Mein Lösungsansatz: Wenn die Spielerinnen besser werden sollen, müssen sie sich mehr mit Schach beschäftigen, also mehr und besser trainieren, das geht nur wenn sie Halbtagsprofi oder Vollprofi sind. D.h. wir brauchen Geld, um das zu ermöglichen. Sorry, was besseres fällt mir leider nicht ein.
Lieber Walter, Vorbildcharakter haben sie, das ist richtig, aber sie haben nicht vorbildlich abgeschnitten. Es ist mir schon klar, dass es nicht immer gut laufen kann, aber diesmal lief es wirklich besonders schlecht. Was mich an der ganzen Diskussion wundert, dass von verschiedensten Seiten krampfhaft Gründe angeführt werden, wieso es gar nicht so schlimm gewesen sei, und die meisten lösen sich bei näherer Betrachtung in Luft auf. Tatsache war, dass nur eine von fünf Spielerinnen über ihrer Zahl gespielt hat, und das war Elisabeth, die ich für ihre Leistungen die sie wiederholt in der Nationalmannschaft erbracht hat, sehr verehre. Man darf auch nicht vergessen, dass Olympiaden eine teure Angelegenheit sind. Im Gegenzug erwartet die Schachöffentlichkeit und der Sponsor dann eine angemessene Platzierung. Was ich noch dazu sagen muss: ich habe mitgelitten, denn ich habe die Partien live verfolgt.
Zu „über ihrer Zahl gespielt“: Pähtz hatte TPR 2405 bei Elo 2404 – ihr Niveau seit April 2025 bzw. zuvor grob bis 2005. Dabei hatte sie die Niederlage gegen Indonesien mit verursacht und danach zweimal pausiert. Keinerlei Kritik an ihr aufgrund ihrer langjährigen Verdienste und/oder weil sie sehr empfindlich darauf reagieren würde?
Dass Dinara Wagner anfangs zweimal nacheinander pausierte lag vielleicht auch daran, dass sie als Ex-Russin nicht gegen Weißrussland – im Gegensatz zu Russland teilnahmeberechtigt – spielen wollte. Der Verbandswechsel hatte bei ihr zwar private und eher keine politischen Gründe, dennoch plausibel.
Wichtiger zur abschließenden Bemerkung von Walter: Als Frau braucht man wohl für ein relativ sorgenfreies Profi-Dasein 2400+ (Männer brauchen 2600+, soviel zu angeblicher Diskriminierung von Frauen). Da beißt sich die Katze vielleicht in den Schwanz: Frau hat nicht 2400 weil kein Profi, oder: sie verzichtet auf ein Profidasein, da 2400 unrealistisch ist.
Ich sehe nicht, warum der Schachbund ein Profidasein „trotzdem“ ermöglichen sollte, nur damit die Nationalmannschaft einmal jährlich bessere Chancen hat – Vollstipendium für etwa 10 Partien im Jahr? Das dann für wie viele Spielerinnen? Nicht alle, die im Prinzip Niveau Nationalmannschaft haben, werden jeweils nominiert. Und man kann dann auch nicht Pähtz und Wagner sagen „ihr steht auf eigenen Füssen, also bekommt ihr nichts“. Woher soll das Geld kommen? Und in den 11 anderen Monaten haben wohl alle zumindest gewisse andere schachliche Einnahmen, wenn auch alleine nicht genug für den (komfortablen) Lebensunterhalt.
Die deutschen Männer haben Profiniveau und sind Profis. Für Einsätze in der Nationalmannschaft bekommen sie wohl etwa ein übliches Monatsgehalt, nicht mehr und nicht weniger.
Thomas, dir ist schon klar, dass Elisabeth zwischenzeitlich eine Performance von 2650 hatte? Erst nachdem sie verheizt wurde, ein paar Remisen zuließ, und die neunte Runde unglücklich verlor, ging die Performance runter auf 2400, ein Ergebnis, das jede ihrer Mitspielerinnen glücklich gemacht hätte. In der ersten Turnierhälfte hat sie das Team total nach oben gezogen.
„Zwischenzeitlich“ ist am Ende ziemlich irrelevant, die gesamte Mannschaft hatte zwischenzeitlich eine gute Ausgangsposition: nach Runde 6 (nach der Niederlage gegen Kasachstan und vor der Klatsche gegen Indien) Platz 5. Am Ende für Pähtz in dieser Reihenfolge drei Siege, vier Remisen und eine Niederlage – und dann in der (für Schadensbegrenzung) entscheidenden Turnierphase zweimal nicht spielen.
Was heißt hier „sie wurde verheizt“? Natürlich war der Europacup für Vereinsteams (Brett 5 für Monte Carlo, 4 von 7 Partien) „entspannter“. Die big points (zweimal ein für 2,5-1,5 ausschlaggebender Sieg) kamen da von Alina Kashlinskaya, übrigens ebenfalls Mutter – wobei sie danach wieder regelmäßig spielte, nun bei der Olympiade allerdings nicht (zwar klar beste Polin aber doch eher ersetzbar).
Auch im Amateurbereich hat ein Mannschaftsführer (z.B. ich) jedenfalls gemischte Gefühle, wenn ein starker Spieler (am liebsten oder tatsächlich) nur sporadisch spielt oder spielen will …. .
Generell kann man sagen: von Pähtz kam drei- bis fünfmal „zu wenig“, je nachdem wie man abwesend in den letzten beiden Runden gewichtet. Zuvor zwei Remisen und eine Niederlage gegen 2200er. Von Wagner kam auch dreimal zu wenig – zum Auftakt nur Remis gegen Malta, später zweimal Remis gegen 2200er (die Niederlage gegen Koneru kann man ihr nicht verübeln). Elosoll durch zu viele Remisen, Niederlage und Sieg zusammen Elo-neutral. Von Klek eigentlich nur einmal – auch das Remis gegen Malta, mit dem sie noch sehr gut bedient war (Niederlagen gegen Kasachstan und Indien OK, danach pausierte sie – das zweite Mal doppelt). Bei Schneider und Schulze lief insgesamt wenig, Elosoll dabei jeweils auch vor allem aus der zweiten Turnierhälfte.
Wenn eine Schachspielerin zwischen 2400 und 2500 Elo hat, dann bekommt sie auch viele attraktive Turniereinladungen, und ist allgemein sehr gefragt. Natürlich kann sie den Marktwert direkt in Einnahmen umsetzen. Angekommen, sie ist jung und hat 2450,dann hat sie aus meiner Sicht ein gutes Leben. So war es ja bei Dinara und Elisabeth bis vor etwa zwei Jahren. Momentan mache ich mir allerdings keine Hoffnung, dass eine unserer Spielerinnen die 2450 in absehbarer Zeit erreicht.
Bei Dinara Wagner ging es nach dem Verbandswechsel zunächst (in zwei Schritten) steil aufwärts, seit August 2023 geht es wieder allmählich abwärts. Das einzige ganz schlechte Turnier übrigens die Einzel-EM 2025, danach (auch schlechtes Ergebnis für Josefine damals Heinemann) Gerede über Krise im deutschen Frauenschach, und dann kam Bronze bei der Mannschafts-EM.
Sinn und Zweck bzw. Ziel von Förderung durch (d.h. finanziert von) Roman Krulich ist dabei wohl nicht, dass sie sich nun auf Niveau ca. 2400 stabilisiert, sondern dass sie noch einmal durchstartet – ausschließen kann man es in ihrem Alter (27) nicht? Generell liegt dieser sehr kritische Artikel von Gerald vielleicht auch an seiner Nähe zu Roman Krulich – in einem Kommentar auch „dass Olympiaden eine teure Angelegenheit sind“, und dass „der Sponsor dann eine angemessene Platzierung“ erwartet. Da ist wohl nicht öffentlich bekannt, welche Kosten der Schachbund übernommen hat und was Roman Krulich beigetragen hat – das muss auch nicht veröffentlicht werden.
Schade eigentlich. Herr Rädler, Sie hatten einen schönen Schlusspost zu der kontroversen Diskussion geschrieben. Wobei, so kontrovers war das auch nicht, ich war ja mit meiner Kritik an der Sichtweise dieses Artikels mit wenigen anderen klar in der Minderheit. Aber nicht mal das bisschen Kritik mochte man stehen lassen. Herr Hertneck und Co. müssen nachtreten und den jungen Frauen wieder jegliches Entwicklungspotential absprechen, ihnen Fördermöglichkeiten absprechen, weil ihre ELO zu niedrig ist. Ich dachte der Schachkicker sei etwas toleranter, ist aber wohl doch eher der Echoraum für eine sehr spezielle Sichtweise. Dann soll es eben so sein – ich bin dann hier weg.
Hallo Walter,
mehr Geld -> mehr Training -> mehr ELO ist kein Automatismus. Talent kann man nicht kaufen und fehlt es bleibt man an einer Schallmauer kleben. Vieles spricht dafür, dass der jetzige Kader sie erreicht hat,
Was man braucht ist Nachwuchs mit Talent und da sieht es in Deutschland sehr mau aus. Bei weitem keine Juniorin unter den ersten Hundert, das ist sehr dünn.
Da kann man auch ausgiebig diskutieren die Mannschaft anders aufzustellen. Von nichts kommt nichts,
Mal eine einfache Rechnung;
Die Weltklasse der Frauen liegt 250 Punkte hinter den Männern. In Deutschland sind es 350, Wenn also ein Spielerin mit 2300 ünterstützt werden möchte, wäre es so als ob es ein Spieler mit 2550 tun würde. Tut mir leid. Und der Nachwuchs ist von den 2300 weit, weit weg.
Es wurden bereits viele unrichtige Annahmen und Behauptungen gepostet.
Christian Glöckler entwickelte seine Spielstärke während Corona, s. einen Artikel in Schachkicker 3/2025:
„Einzigartig ist seine Entwicklung aus dem Online-Schach (in der Corona-Pandemie), die ihn schließlich zum traditionellen Vereinsschach brachte.“
Es gab dazu noch einen spezielleren Artikel, der dies hervorhob, den ich aber gerade nicht zur Hand habe.
Gerade die Corona Jahre ermöglichten ein gutes Schachtraining, da viel ungenutzte Zeit vorhanden war und Online Training und -Spiel ja möglich war. Warum das den „18-20-jährigen jungen Frauen“ geschadet haben soll ist nicht einleuchtend und wenn hat es ja weltweit alle getroffen.
Warum eine Spielerin Profi werden muss, um in den Bereich von 2300-2400 vorzustoßen, leuchtet mir auch nicht ein Tausende von Jungen und Männern haben das neben Ausbildung und Beruf geschafft, warum sollten Frauen das nicht auch können? Gibt es doch ein echtes Gender Gap, grins!?
Die Idee, statt Elo Potential bei Nominierungen heranzuziehen ist nett, aber nicht praktikabel. „Potential“ ist ein unscharfer und vielschichtiger Begriff, schwer zu bemessen oder gegeneinander abzuwägen (Ausnahme Supertalent, das es aber derzeit in Deutschland nicht gibt). Und es könnte zu Streitigkeiten kommen. Ich stelle mir einen ehrgeizigen Spielervater vor: „Wieso ist Berta mit ihren 2040 vor meiner Anna mit 2090 gesetzt? Weil sie mehr Potential hat? Wer sagt das?“ Und schon ist der Teufel los.
Botwinnik sagte: „Der Beweis für die Leistung ist der Erfolg“ – und der wird hauptsächlich in Elo und Performance ausgedrückt.
Lieber Heinz ich stimme dir weitgehend zu, nur habe ich tatsächlich Sympathie dafür, starken Nachwuchs in die Nationalmannschaft Schritt für Schritt zu integrieren. Aber wie gesagt: dann muss es auch Spielerinnen mit viel Talent und gehobener Zahl sein. Sie sollte also mindestens 2200 haben und klares Potenzial nach oben. Und das ist für mich momentan am ehesten bei Alicia Kowalsky erkennbar.
Was würde eine extreme Verjüngung der deutschen Frauenmannschaft bedeuten? Wenn man auch die 24-jährigen Jana Schneider und Lara Schulze „aussortiert“, wäre es eventuell
Antonia Ziegenfuss (*2005, Elo 2208) – dass sie Schach nur noch „rein hobbymäßig“ spielt bleibt mal außen vor
Svenja Butenandt (*2006, 2179)
Luisa Basyhlina (*2006, 2161)
Alicia Kovalskyy (*2012, 2145)
Dora Peglau (*2008, 2134)
Charis Peglau, zuletzt von 2238 auf 2068 abgestürzt, bleibt außen vor – außer sie berappelt sich wieder. Kovalskyy hat sich dabei umgekehrt erst seit Juni um 200+ Punkte verbessert – dabei kaum Gegner(innen) mit 2100+, da muss man abwarten wie sie sich weiter entwickelt. Aktuell erfüllt da nur Ziegenfuss (knapp) das Kriterium von Gerald „mindestens 2200“, wobei neben Charis Peglau auch Butenandt und Bashylina schon einmal 2200+ hatten – da kann man „klares Potential nach oben“ (mittlerweile) bezweifeln.
Bei der Olympiade wäre das Platz 42 der Setzliste hinter z.B. Kanada und Estland. Natürlich ist auch eine „Mischung“ denkbar – wenn etablierte Spielerinnen bereit sind, Brett 1 und eventuell 2 einer ansonsten „schwachen“ Mannschaft zu übernehmen.
„Ausprobieren“ könnte man so etwas, wenn Deutschland mal die Olympiade ausrichtet und eine zweite, eventuell auch eine dritte Mannschaft stellen darf. Nächste Chance 2032 – wer weiß wie die A- und die B-Mannschaft dann aussehen würde. Vielleicht dann sogar, wenn sie dazu bereit wäre, Elisabeth Pähtz als „Mutti“ (fast schon Oma) am Spitzenbrett der zweiten Mannschaft? Vor einigen aktuell unbekannten dann 16- oder 18-jährigen?
Und als (vorläufig?) Letztes: Junge Spieler(innen) einbauen liegt ja auch daran, ob sie sich konkret anbieten/aufdrängen und ob „Platz“ vorhanden ist. Bei England war Bodhana Sivanandan 2024 eher ein PR-Stunt, nun ist sie bereits die nationale Nummer 1 – liegt auch daran, dass dort sonst niemand 2300+ hat. Dahinter haben sie sieben Spielerinnen Jahrgang 2006-2012 mit Elo 2026-2104, „das reicht nicht“ wobei es vielleicht bei den jüngeren (im aktuellen Jahrzehnt geboren) noch was werden kann/könnte.
Österreich konnte die nationale Nummer 9, den 16-jährigen IM Lukas Dotzer, bereits in die Nationalmannschaft einbauen – er bekam sogar Brett 3 vor zwei nominell leicht besseren Spielern. Einige nominell stärkere (vor allem Ragger) fehlten warum auch immer.
Deutschland könnte in einigen Jahren, vielleicht schon 2027, ein (Luxus-)Problem bekommen wenn sich – am ehesten – Christian Glöckler und/oder Leonardo Costa oberhalb von 2600 etablieren. Dann könnte es „eng werden“ für (aktuell) Kollars, Rasmus Svane und/oder Donchenko. Vielleicht sagt man aber auch – weitere Erfolge bei EM 2027 und Olympiade 2028 vorausgesetzt – „don’t change a winning team“, es sei denn jüngere Spieler sind dann klar besser. Wie gesagt, ein potentielles Luxusproblem. Die Frauen haben Probleme – außer man akzeptiert den Status quo, der sich in absehbarer Zeit nicht ändern wird.
58 meist negative Diskussionsbeiträge – und das alles, weil Elisabeth gegen Indonesien einmal verloren hat und Lara einmal gegen Lettland.
Hätten beide diese Partien gewonnen, stünden nicht zwei Niederlagen, sondern zwei Mannschaftssiege mehr in der Bilanz und mit 18 Punkten wäre man in bester Gesellschaft. Dies hätte sicherlich beifällige Kommentare ausgelöst.
Ich hätte vorher nicht glauben können, dass gerade mal zwei Niederlagen ausreichen, unser sympathisches Frauenteam so schlecht zu reden…
Ich würde nicht sagen, dass „die meisten“ Diskussionsbeiträge negativ waren, am negativsten wohl die von Gerald selbst – ich hatte ja bereits geschrieben, dass „Nähe zu Roman Krulich“ da eine Rolle spielen könnte. Ich hatte im allerersten Kommentar darauf hingewiesen, dass es eigentlich nur an den letzten Runden lag – die sind eben im Schweizer System entscheidend.
Dieser Kommentar von Henning Geibel ist dabei Schönfärberei. Zum einen hätten sie nach Sieg gegen Indonesien dann andere (stärkere) Gegnerinnen bekommen, zum anderen war in den letzten vier Runden eher (noch) weniger als mehr möglich.
Nach Sieg gegen Indonesien wäre es wohl In Runde 10 Griechenland gewesen – „lösbare Aufgabe“ die man aber auch lösen muss, Griechenland hatte zuvor immerhin gegen die Ukraine gewonnen nebst 2-2 gegen Georgien. Im Fall des Falles in Runde 11 wohl China. Nur wenn sie auch das gewinnen wären es 18 Mannschaftspunkte und eine Medaille. Eine ehrenvolle Niederlage gegen China wäre dabei ein besserer Abschluss als ein wackliger Sieg gegen Montenegro. Dann 16 Mannschaftspunkte, Platz etwa wie laut Setzliste, Niederlagen nur gegen drei Topteams die die Medaillen bekamen.
Die Realität war:
Runde 8 nur knapper Sieg gegen Österreich, Matchwinnerin Lara Schulze da die Gegnerin tief im remislichen Läuferendspiel patzte – 2-2 war das „logische“ Ergebnis in diesem Match?
Die Niederlage in Runde 9 gegen Indonesien war (bis auf Dinara Wagner) „kollektiv“: auch Jana Schneider ging gegen eine fast 200 Punkte schwächere Gegnerin unter, Lara Schulze hatte kurz vor Partieende klaren Vorteil und konnte diesen nicht festhalten.
Die Niederlage in Runde 10 gegen Lettland konnte auch höher ausfallen: Dinara Wagner hatte Glück, dass ihre Gegnerin in für sie (Laura Rogule) klar besserer Stellung mit Remis einverstanden war.
Am Ende war statt 3-1 auch 2-2 gegen Montenegro denkbar – wieder Dinara Wagner und Lara Schulze bekamen in schlechteren Stellungen Remisen „geschenkt“ (an Brett 1 war es dabei nicht offensichtlich, beide in Zeitnot, Respekt der Gegnerin für die Elo von Dinara Wagner?).
Ob die Mannschaft „sympathisch“ ist spielt bei der Analyse keine Rolle. Erwartungen im Vorfeld und auch noch nach Runde 6 (vielleicht sogar eine Medaille wobei das „Wunschdenken“ war) konnte sie jedenfalls nicht erfüllen. Das muss nun analysiert werden, welche Schlussfolgerungen man daraus ziehen kann und sollte, welche Konsequenzen angebracht sind ist ein anderes Thema. Insgesamt hatten sie vielleicht auch Glück, dass ihr Abschneiden angesichts des Erfolgs der Männer kaum thematisiert wird.