22.04.2026

5 Gedanken zu „Die Leistung von Matthias Blübaum im Kandidatenturnier in der Retrospektive

  1. Ein, wie immer, nahezu perfekter Bericht…. Schon die Qualifikation war erneut ein toller Erfolg für Blübaum. Und was er gezeigt hat kann man durch aus als gute deutsche Hausmannskost bezeichnen. Er hat bewiesen, dass er einigermaßen mithalten kann. Aber für Spektakel hat er nicht gesorgt und wird es auch in Zukunft (auf diesem Level) nicht. 14 Partien gespielt, keine einzige gewonnen. Er stand, glaube ich, auch in keiner Partie mal klar besser oder auf Gewinn. Als ich vor Beginn des Turniers gelesen habe, dass R (!) Svane sein Sekundant wird, hatte ich allerdings auch jede Hoffnung auf mehr verloren. Sicher ein sehr sympathischer und natürlich auch starker Spieler. Aber seine Einstellung zum Schach, sein kaum vorhandener, unbedingter Siegeswille, das Fehlen alles bis zur totalen Erschöpfung reinzuhauen, dieses „Klammern“ gegen bessere Spieler. Weiß nicht, ob er für das ganz große Ziel der Richtige war. Zudem erlaube ich mir nebenbei die Bemerkung, dass mich das Turnier nicht unbedingt vom Hocker gerissen hat. Der Turniersieger war natürlich sensationell. Aber der Rest war, zumindest für mich, sehr übersichtlich. Ich schaue mir die großen Turniere gerne auf Y….. an. Mir haben auch einfach „die Typen“ gefehlt. Kein Magnus, kein Keymer, kein Erigaisi, kein cooler Firouzja. Es war sogar so, dass ich mir mehr das Damenturnier angeschaut habe als die Jungs. Dies war sehr spannend. Ob mein Interesse nur den Partien galt, muss ich allerdings nochmal in mich gehen ……….

    1. Sehr interessanter und stimmiger Beitrag von Ihnen. Ich habe schon vor Jahren gesagt, dass Schach auf höchstem Niveau ein wenig ausgetrocknet ist, einfach deshalb weil dort sehr korrekt gespielt wird, und man infolgedessen immer nahe am Remis wandelt, außer natürlich, wenn es mal anders läuft, so wie Blübaum gegen Giri. Ein Beispiel dafür ist auch, dass Matthias gegen e4 immer Russisch und nie Französisch gespielt hat, um die Partie nach Möglichkeit schnell in den sicheren Remishafen zu überführen. Und in der Tat bei den Frauen sieht es anders aus, das wurden noch wilde Kämpfe ausgetragen, und man hat erheblich mehr Risiko in Kauf genommen! Aus dieser Perspektive war das Frauenturnier tatsächlich das Attraktivere von beiden.

    2. Man kann es nie allen Recht machen. Einige wollen auch einen dominanten Sieger – den gab es bei den Männern, ob Sindarov dieses Niveau halten kann wird die Zukunft zeigen. Jedenfalls (den zuvor „unbekannten“) Sindarov, Giri (mit zu Unrecht schlechtem oder langweiligem Ruf) und Nakamura kann man auch als „Typen“ bezeichnen.
      Im Frauenturnier wurde vielleicht auch angesichts der durchgehend „unklaren“ Turniersituation mehr riskiert. Dabei lagen die vielen entschiedenen Partien, Irrungen und Wirrungen auch an einem „ausgeglichen schwachen“ Feld – Partien wurden teils durch haarsträubende Fehler entschieden, einige kippten komplett, es gab durchaus auch nicht verwertete klare Gewinnstellungen. Am Ende gewann dann die eloschwächste Spielerin, aber das war aus meiner Sicht „Zufall“.
      Zu Blübaum: wenn er wie Esipenko öfters mehr riskiert hätte wäre es womöglich dessen Ergebnis geworden. Auch so überlebte er zwei Verluststellungen. In diesem Feld um den Turniersieg mitspielen war eben unrealistisch. Siegchancen bekommt er gegen Weltklassespieler am ehesten, wenn Gegner den Bogen überspannen – war bei Grand Swiss und Tata Steel der Fall, nun wohl auch angesichts des früh enteilten Sindarov nicht.

  2. Glückwunsch an Mathias Blübaum,er hat den Deutschen Schachbund
    würdig vertreten.Ja,ja,die Weltspitze ist schwer aufzumischen,das Niveau
    ist sagenhaft hoch.Man kann nur Mut machen für künftige Aufgaben,er
    ist noch jung genug weiter nach vorn zu kommen.Alles Gute dafür.

    1. Genau, er wurde gerade 29 Jahre alt, und hat im wahrsten Sinne des Wortes noch eine blühende Zukunft vor sich!

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