Die Europäische Union hat den Präsidenten des Weltschachverbandes FIDE, Arkadij Dvorkovich, offiziell sanktioniert.
Das am 23. Juli 2026 beschlossene 21. EU-Sanktionspaket umfasst insgesamt 48 Personen und 170 Organisationen. Neben Dvorkovich ist auch Michail Degtjarjow, der russische Sportminister und Präsident des Russischen Olympischen Komitees, betroffen.
Warum hat die EU Dvorkovich sanktioniert?
Die offizielle Begründung für die Sanktionen gegen Dvorkovich lag zunächst noch nicht in ihrer endgültigen Form vor. Medienberichten (Quelle) zufolge wirft die EU Dvorkovich vor,
- den russischen Angriffskrieg öffentlich unterstützt zu haben,
- besetzte ukrainische Gebiete als russische „neue Territorien“ bezeichnet zu haben,
- und als Ehrenvorsitzender beziehungsweise führender Repräsentant des Russischen Schachverbandes mit einer Organisation verbunden zu sein, die Schachveranstaltungen in besetzten ukrainischen Gebieten durchführte.
Hinzu kommt seine lange politische Vergangenheit: Dvorkovich war unter anderem Wirtschaftsberater des damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew und von 2012 bis 2018 stellvertretender Ministerpräsident Russlands.
Öffentlich verkündet wurde die Sanktionierung zunächst vom ukrainischen Sportminister Matwij Bidnyj auf Facebook.

Was bedeutet die Sanktion für Dvorkovich persönlich?
Für Dvorkovich bedeutet die EU-Sanktion im Kern drei Dinge:
- Er darf grundsätzlich nicht mehr in die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union einreisen oder durch sie reisen.
- Vermögenswerte, Konten oder andere wirtschaftliche Ressourcen, die sich in der EU befinden, werden eingefroren.
- EU-Bürger, Banken, Unternehmen und Organisationen dürfen ihm weder direkt noch indirekt Geld oder andere wirtschaftliche Vorteile zur Verfügung stellen.
Welche Folgen hat die Entscheidung für die FIDE?
Für die FIDE kann das erhebliche praktische Folgen haben. Dvorkovich darf nicht mehr regulär an Sitzungen, Turnieren, Kongressen oder offiziellen Terminen in EU-Staaten teilnehmen.
Noch schwerer wiegen möglicherweise die finanziellen Folgen. Die FIDE hat ihren Sitz in Lausanne (Schweiz) und damit außerhalb der Europäischen Union. Dennoch arbeitet sie mit europäischen Banken, Sponsoren, Veranstaltern und nationalen Verbänden zusammen. Diese müssen künftig genau prüfen, ob Zahlungen, Verträge oder andere wirtschaftliche Beziehungen Dvorkovich mittelbar zugutekommen könnten.
Das bedeutet nicht automatisch, dass die FIDE handlungsunfähig wird. Es entstehen jedoch rechtliche Unsicherheiten und erhebliche Reputationsrisiken.
Das warnende Beispiel Iljumschinow
Die FIDE kennt eine ähnliche Situation bereits.
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