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Insider haben es schon lange geahnt: die Kontroverse um das Präsidium des Deutschen Schachbunds spitz sich immer weiter zu. Nun beantragt der Präsident des Badischen Schachverbands, Dr. Christoph Mährlein sogar explizit:
der außerordentliche Bundeskongress möge beschließen:
1. Präsidentin Ingrid Lauterbach wird abberufen, hilfsweise aus wichtigem Grund;
2. Vizepräsident Jürgen Klüners wird abberufen, hilfsweise aus wichtigem Grund;
3. Vizepräsident Jannik Kiesel wird abberufen, hilfsweise aus wichtigem Grund;
4. Der Bundesrechtsberater Thomas Strobl wird abberufen, hilfsweise aus wichtigem Grund.
5. Die frei gewordenen Ämter werden sogleich durch Nachwahl neu besetzt.
Begründung (Auszug)
Wichtige Gründe liegen vor. Die Begründung dazu wird erforderlichenfalls nachgeholt, sobald die
Berichte der Präsidiumsmitglieder vorliegen.
Zum selben Zeitpunkt wird bekannt, dass ein prominenter „Neuling“ für das Präsidentenamt kandidiert, nämlich Dr. Richard Lutz, ehemaliger Vorstand der Deutschen Bahn, und ehemaliger Spitzenspieler im Jugendbereich! Wahrlich eine Meldung wie ein Paukenschlag!
Allerdings knüpft er seine Kandidatur an die Bedingung, dass alle Beteiligten „die Kraft haben und die Größe aufbringen, Muster zu durchbrechen, eigene Befindlichkeiten oder entstandene Verletzungen hinter sich zu lassen“. Das ist eine öffentliche Aufforderung an alle Lager zur Mäßigung — und zugleich ein Signal, dass er ohne erkennbare Geschlossenheit nicht antritt, wie die Perlen vom Bodensee anmerken. Von der Schachverwaltung verlangt Lutz nicht weniger als eine „kulturelle Transformation“!
Wir möchten uns dieser Meinung anschließen. Was in den letzten Jahren an Streitereien und Grabenkämpfen im DSB wahrzunehmen war, ist sowohl für Außenstehende als auch für Insider höchst bedauerlich. Zuletzt hatte man immer wieder den Eindruck, sobald es zu einem Kongress oder Hauptausschuss kam, wurden die Messer gewetzt, und in Form von Anträgen oder Reden vor Ort (wir waren dabei!) haben einige Landesverbände deutlich ihren Unmut über die DSB-Führung bekundet. Unvergessen zum Beispiel der Moment als Ingo Thorn in Paderborn einen saftigen Brief von Guido Springer vorgelesen hat…
Was nun dringend notwendig wäre, ist folgendes:
- Dass das Präsidium durch Neuwahlen wieder das Vertrauen der Mehrheit der Landesverbände genießt
- Dass die Grabenkämpfe zwischen Präsidium und Geschäftsstelle ein Ende haben
- Dass alle Beteiligten – Präsidium, Referenten, Geschäftsstelle und Landesverbände wieder an einem Strang ziehen, und zwar zum Wohl des Deutschen Schachs.
- Oder anders ausgedrückt: dass es zu einem Neuanfang kommt, der auf Vertrauen und nicht auf Misstrauen baut.
Aktuell haben wir mit Vincent Keymer einen der stärkste Spieler der Welt, mit Matthias Blübaum einen „Kandidaten“, und mit Dinara Wagner eine Sympathieträgerin im Frauenschach. Darüber hinaus wieder geordnete Finanzen im Verband, und eine Vielzahl von Ehrenamtlichen, die mit ihrer Arbeit den Deutschen Schachbund über Wasser halten. Und die Öffentlichkeitsarbeit des DSB hat sich in einer Art und Weise verbessert, die man früher nicht für möglich gehalten hätte. Es sind somit alle „Zutaten“ da, dass man wieder nach vorne schauen kann. Wir hoffen, dass dies das Ergebnis des Kongresses in Frankfurt sein wird.
Als Schlenkerer ist noch zu bemerken, dass die causa Jordan nun auch vor dem Abschluss zu stehen scheint, wie von den Perlen vom Bodensee gemeldet. Doch auch hierzu findet sich ein „saftiger“ Antrag an den Kongress:
Badischer Schachverband e.V.
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Antrag an den außerordentlichen Bundeskongreß des DSB am 16.5.2026
Der außerordentliche Bundeskongreß möge beschließen:
1. Das Präsidium erstattet auf dem außerordentlichen Bundeskongreß Bericht über den Stand des Verfahrens wegen Schadenersatz gegen Dr. Dirk Jordan.
2. Das Präsidium wird angewiesen, ohne Zustimmung des Bundeskongresses, des Hauptausschusses oder eines für dieses Verfahren bestellten besonderen Beauftragten nach § 28 der Satzung in dieser Sache keine Vereinbarungen zu schließen, die einen Verzicht des DSB auf Ansprüche beinhalten könnten.
3. Der Bundeskongreß wählt einen Besonderen Beauftragten, dem die Führung dieses Verfahrens einschließlich eines Verfahrensabschlusses oder eines Vergleichs übertragen wird.
Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten – wir sind gespannt!