Die Perlen vom Bodensee haben es zuerst berichtet, Ex-Bahnchef Richard Lutz kandidiert als Präsident des Deutschen Schachbundes, er hat seinen Hut in den Ring geworfen.
Er verweist auf die Anträge für den Bundeskongress im Mai als Zeichen des Zustands des Deutschen Schachbundes. Gestern habe ich die mir angeschaut und diese haben Kopfschütteln bei mir verursacht.
Außerordentlicher Bundeskongress 2026 – Deutscher Schachbund – Schach in Deutschland
Bei den Anträgen von Dr. Mährlein aus Baden hat man das Gefühl, das Präsidium soll Handlanger der Landesfürsten sein.
Der Schachkicker verlinkt sehr, sehr selten Artikel, hier habe ich aufgund der Wichtigkeit eine Ausnahme gemacht.
Als Beobachter des Schauspiels um die DSB-Führung irritieren sowohl die Chuzpe als auch die Geschwindigkeit, mit der ein ziemlich gescheiterter Bahnchef sich jetzt offensichtlich eine neue Spielwiese sucht. Auch wenn das Hauptproblem der Bahnmisere sicherlich die Wähler sind, die immer wieder Parteien und insbesondere Verkehrsminister in die Regierungsverantwortung gewählt haben, die die chronische Unterfinanzierung der DB zum Maßstab Ihres Handelns machten.
Von einer Führungspersönlichkeit mit Charakter hätte man unter diesen Bedingungen jedoch erwarten können, selbst frühzeitig von sich aus das Handtuch zu werfen, anstatt jedes Jahr erneut Vergütungen und Boni in unerträglicher Höhe als eine Art Schmerzensgeld abzugreifen.
Ich vermag mir nicht vorzustellen, dass es in den Reihen des DSB keine fähige und willige Persönlichkeit geben sollte, der es um die Sache geht und weniger darum, sich im Glanze des Amtes zu sonnen. Hatten wir in der jüngeren Vergangenheit nicht schon einmal einen DSB-Präsidenten, der bewies, dass ein glanzvoller Name allein alles andere als eine Garantie für gute Arbeit ist?!
IM Herbert Bastian, Dr. von Weizsäcker, Ingrid Lauterbach, alle mit großen Erwartungen gewählt und es wurde nichts. Ich glaube mittlerweile, das liegt nicht an ihnen, sondern an der Struktur, die verbessert werden muss.
Ulli Krause ist nicht an den Landesverbänden, sondern über Dr. Fenner gestolpert.
Es ist schwierig, jemanden für ein Ehrenamt, das fast Vollzeit erfordert zu gewinnen.
Entscheidend, ist das es wieder ein ZUSAMMEN gibt, das Leute das SCHACH nach vorne bringen wollen. Wenn das passiert, brechen goldene Zeiten an.
Zwei Punkte wären mir wichtig:
– Die Administration muss gut laufen
– Es muss Fortschritte bei der Monetarisierung des Produkts Schachsport geben
Bei beiden sehe ich die Möglichkeit, dass Herr Lutz das mit seiner Erfahrung und Netzwerk hinbekommt. Der Mann verdient eine Chance und volle Unterstützung, wenn er gewählt wird.
Ehrlich gesagt kann ich gar nicht verstehen, wie man diese Kandidatur nicht gut finden kann.
Erstens: es fängt damit an, dass wir wieder mal in einer Krisenzeit beim DSB angekommen sind, wo man dankbar dafür sein muss, wenn jemand überhaupt die Initiative ergreift, trotz all der Querelen anzutreten, wobei er es ja in dem Fall unter der Bedingung getan hat, dass diese ein Ende haben müssen.
Zweitens kommt Richard nicht von außen, sondern ist als ehemaliger Spitzenspieler in der Jugend (ehemaliger Deutscher Jugendmeister) nicht irgendwer. Skeptisch wäre ich tatsächlich wenn ein völlig Außenstehender beim DSB als Präsident anklopfen würde.
Drittens: wenn jemand Managementerfahrung hat, dann wohl er! Ich denke, schon aus dieser Perspektive, wäre er ein Glücksfall für das deutsche Schach!
Viertens: Hinzu kommt, dass ich ihn als sehr sympathischen, bodenständigen und überhaupt nicht abgehobenen Menschen kennengelernt habe.
Ich war übrigens tatsächlich mit ihm in der Bundeswehr in Warendorf auf einem Zimmer untergebracht!
Dank Promibonus ging das recht schnell. Leider mit Bezahlschranke
Ich bin chronisch neugierig. Wer war denn in Warendorf noch mit auf dem Zimmer? War Helmut Reefschläger damals schon oder noch Dozent?
Also offiziell war Helmut Reefschläger unser Trainer, er ließ sich aber eher selten blicken. Wenn er aber vorbeischaute, dann war was geboten! Er konnte gut erzählen, und ließ sich auch mal zum Blitzen bitten, und vom Schach hat er auch was verstanden. Auf dem Zimmer waren noch Thomas Lumper und Hartmut Schuler. Im Nebenzimmer noch Jürgen Graf und Michael Geveke (bereits verstorben). Ich glaube jetzt habe ich noch einen vergessen, ach ja stimmt, Carsten Pieper-Emden. Es war eine lustige Runde, wir hatten viel Spaß.