Ekaterina Jussupow. Quelle: Profilbild Linkedin
Alle kennen den Namen Jussupow: Nadja, die sehr engagierte Frauenschachreferentin im Deutschen Schachbund, die auch das Förderprogramm für Nachwuchsspielerinnen betreut. Ja und dann gibt es da noch Artur Jussupow, zu seiner besten Zeit einer der stärksten Schachspieler der Welt, und heute „nur“ noch bekannter Schachtrainer und Kommentator.
Doch von beiden soll in diesem Artikel nicht die Rede sein, sondern vielmehr von ihrer Tochter Ekaterina Jusspow, die früher selbst Schach gespielt hat, aber schon lang nicht mehr, da sie sich auf ihre berufliche Karriere verlegte.
Ihren Magister machte sie wie so manchen Schachspieler in Psychologie, und zwar an der LMU (Ludwig-Maximilians-Universität) in München sowie an der Universität Heidelberg.
Kurz arbeitete sie für Boston Consulting und promovierte dann 2021 in Mannheim. Und seit März 2023 ist sie Professorin an der Technischen Universität in Darmstadt, wo sie über Künstliche Intelligenz forscht.
Eine erstaunliche Karriere, wenn man bedenkt, dass sie erst 35 Jahre alt ist! War sie damit eine der jüngsten Professorinnen Deutschlands? Wi haben die KI mit folgendem Ergebnis befragt: Die Bezeichnung „jüngste Professorin Deutschlands” wird üblicherweise für Personen verwendet, die mit Ende 20 oder Anfang 30 auf eine (oft W3‑)Professur berufen wurden. Jussupows Weg ist hingegen typisch für eine exzellente, aber reguläre akademische Karriere: Promotion 2021, dann Juniorprofessur ab 2023 – also mit Anfang/Mitte 30, nicht im extremen „jüngste Professorin”‑Bereich. Nun ja, aber doch beeindruckend genug!
All dies ist ihrer Biographie auf der Universitätsseite zu entnehmen. Weiter ist dort zu lesen:
Mit ihrem Hintergrund in der Psychologie konzentriert sie sich auf die menschliche Interaktion mit KI und untersucht, wie Individuen und Organisationen KI-Systeme in der Praxis nutzen. Sie versucht zu verstehen, wie Menschen mit KI-Systemen kollaborieren können und welche kognitiven Fähigkeiten benötigt werden, um solche Systeme kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll einzusetzen. Besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich Entscheidungsunterstützung im Gesundheitswesen. Ihre Forschung ist in führenden Zeitschriften der Wirtschaftsinformatik (MIS Quarterly, Information Systems Research) publiziert und mit dem Best-Paper Runner-up Award 2021 für das Paper in ISR, dem AISD First Award sowie TARGION Preis für die beste Dissertation ausgezeichnet.
Inzwischen ist sie nicht mal mehr Mitglied im Schachverein (zuletzt war es wohl der FC Bayern), wie die DWZ-Liste aufzeigt:

Ihre letzte Elozahl lag bei etwa 2200. Zum Abschluss die Frage, ob wir sie wieder mal am Schachbrett sehen werden? Das kann nur sie selbst entscheiden!
Danke für den informative Kurzbericht. Vater Artur hatte
zwischen 1997 und 1999 an mehreren Experimenten zu
„Schach mit Computer-Hilfe“ an der Uni Jena teilgenommen.
Ingo Althöfer.