Die folgende Meldung haben wir der Homepage des Deutschen Schachbunds entnommen – ein Bericht von Matthias Wolf.
Am 23. Juli soll in Dresden ein Förderverein für Frauen- und Mädchenschach gegründet werden – ein Projekt, das bisher noch in Schachkreisen unbekannt war. Hier sind die Initiatoren Carsten Karthaus, Präsident des Schachverbandes Württemberg (SVW) und DSB-Frauenschachreferentin Nadja Jussupow. „Von diesem Förderverein reden Nadja und ich seit einem Jahr“, sagt Karthaus „jetzt wollen wir das Kind auch zum Laufen bekommen.“ Karthaus hat sich ebenfalls bereit erklärt, Gründungsvorsitzender zu werden.
Blickpunkt Förderverein für Frauenschach. In der Präambel der Satzung heißt es, der Verein werde gegründet „aus der Überzeugung, dass Schach seine ganze gesellschaftliche, kulturelle, bildende und sportliche Kraft erst entfaltet, wenn Frauen und Mädchen darin nicht Ausnahme, sondern selbstverständlicher Teil seiner Zukunft sind.“ Dann wird staatsmännisch auch noch auf Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes verwiesen: Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Der Name des Vereins ist „Förderverein Frauen und Mädchen im Schach“ und wird seinen Sitz in Stuttgart haben. Im Satzungsentwurf heißt es: „Zweck des Vereins ist die Förderung des Schachsports (§ 52 (2) Nr. 21 AO, Schach gilt als Sport), insbesondere für Frauen und Mädchen und deren Gleichberechtigung im Schach.“ Der Vorstand soll künftig aus dem Vorsitzenden, dem stellvertretenden Vorsitzenden, dem Kassierer und dem Schriftführer bestehen. Der Referent oder die Referentin für Frauenschach des Deutschen Schachbundes gehört dem Vorstand von Amts wegen als beratendes Mitglied an.
Man habe kurz überlegt, das Thema bereits beim außerordentlichen Bundeskongress auf die Agenda zu hieven, sagt Carsten Karthaus. Allerdings: Die bei der Versammlung zu erwartenden Turbulenzen hätten eine Verschiebung ratsam gemacht. Nun also Dresden. „Das passt, da haben wir dann auch eine gewisse Öffentlichkeit für dieses Thema“, sagt Karthaus. Zwar werde bei weitem nicht jeder Frauenschach-Interessierte auch anreisen können, aber man werde einige Förderer bereits vor Ort haben.
Ein Zugpferd, deutet Nadja Jussupow an, die sich in diesem Fall aber „nur als Mitläuferin sieht“, der Antreiber sei Karthaus, könnte auch die Grande Dame des deutschen Schachsports sein: Elisabeth Pähtz ist in Dresden dabei, wird vor Ort die Meisterklasse kommentieren. Laut Jussupow gäbe es nach wie vor ein großes, ungenutztes Potenzial im Frauenschach-Bereich. Zahlreiche inaktive Spielerinnen, die ihrem Verein aus familiären oder beruflichen Gründen den Rücken gekehrt hätten, würden auf neue Initiativen warten. Eine davon könnte der neue Förderverein sein. „Ich will diese Frauen wieder ins Boot holen“, sagt Jussupow.
Wer Interesse am Frauenschach-Förderverein hat, kann sich per Mail an Nadja Jussupow wenden, unter fr**********@********nd.com
Der Unterschied zu anderen Fördervereinen soll laut Karthaus darin bestehen, dass nicht nur Geld eingesammelt und verteilt wird. „Wir wollen eine Mischform wählen“, sagt er. Geplant sei, eigenständig auch Turniere und Trainingsmaßnahmen für Frauen und Mädchen zu organisieren – und über den Förderverein und Sponsoren zu finanzieren. Karthaus selbst hat bereits, seit Uni-Zeiten, Erfahrung in der Fördervereins-Gründung. Seit vielen Jahren hat er, oft gegen Widerstände, bei Bundeskongressen und Hauptausschuss-Sitzungen, für mehr Geld und Unterstützung im Bereich Frauen- und Mädchenschach geworben – nun will er vieles davon über den Förderverein selbst in die Hand nehmen: „Für mich ist das Thema eine Herzensangelegenheit.“
Fördervereine kommen jetzt offensichtlich in Mode!
… und das ist ja gut so, oder?
Prüfen wir einfach, was sich zu förden lohnt 😉
Viel Erfolg!
Finde ich sehr gut!
Viel Erfolg!
Hoffentlich erstickt das Projekt nicht in Papierkram.
Ein Förderverein für Frauen- und Mädchenschach klingt mir so danach, alsob jetzt spezifisch das Schach von „Frauen unter Frauen“ und „Mädchen unter Mädchen“ gefördert werden solle. Es gibt also Gelder dafür, dass die Trennung nach Geschlechtern eingehalten wird. Eigene Frauenligen und eigene Frauenturniere sowie eigene Mädchenligen und eigene Mädchenturniere.
Man will also Schach so behandeln als sei es eine „Körpersportart“ wie Fußball, Tennis, Karate, usw. Da „müssen“ also die schwachen Frauen / Mädchen von den starken Männern / Jungen getrennt werden.
Leider habe ich die Separation nach Geschlechtern früher in meinen Tischtennisvereinen erlebt, das war ganz schön nachteilig für mich als – damals – ganz junge Frau und ich fühlte mich ziemlich unglücklich damit.
Ich sehe das sehr kritisch, die strikte Selektion nach Geschlechtern! 🙁
Hallo Gerald,
ist da ein Kommentar von mir gelöscht worden? Wenn ja, warum?
Viele liebe Grüße!
Jolien
Hallo Jolien, von mir nicht, aber ich bin nicht der einzige, der löschen kann! Bin jetzt aber der Sache nachgegangen. Der Kommentar ist anscheinend automatisch im Spam-Ordner gelandet, wieso kann ich nicht sagen, aber jedenfalls habe ich ihn dort wieder rausgeholt.
Das ist nett von dir, Gerald, dass du meinen Diskussionsbeitrag wieder zum Vorschein bringen konntest.
Danke!