Girls & Schach. Bild: HB
Im Mai reichte der Autor zum ausgeschriebenen „Förderprogramm Mädchen- und Frauenschach 2026“ einen Vorschlag zum Bereich „Online Angebote für Mädchen und Frauen“ ein.
Ich bot an, Lehr- und Trainingsmaterialien mit Schwerpunkt auf die jüngeren Altersklassen (bei Interesse aber auch für Teenager und Ältere) zu erstellen, das entweder auf dem Monitor angeschaut oder als Ausdruck von der Pdf verwendet werden kann. Zielgruppe waren sowohl Mädchen im Eigentraining als auch Trainer und Eltern.
Das Material sollte verschiedene Bereiche umfassen, so z.B. Anleitung zum Training und Training zur Behebung typischer Schwächen (z.B. Zeitnot und Entscheidungsschwäche); Taktik (in spezieller Form inkl. Fragestellungen und teilweise kleiner Lerneinheiten); Grundlagen der Strategie; Endspiel, Spielführung (anhand von Partiefragmenten), Tests usw.
Ich hatte bis zum Jahresende bis zu 300 Seiten A4, jeweils in kleinen Einheiten von ca. 5-10 Seiten eingeplant und in den Folgejahren weiteres Material, solange ich gesundheitlich in der Lage bin, daran weiterzuarbeiten. Das ist zwar sehr aufwendig und zeitintensiv, für mich als erfahrener Autor und Co-Autor jedoch machbar und meine drei Broschüren zum U8/u10w Schach aus dem Vorjahr sowie drei (gratis) Test für Mädchen zeigen wohl, dass das Angebot Substanz hat.
Um eine optimale Verbreitung zu erreichen, sollte der Link dazu nicht nur auf der DSJ-Homepage erscheinen, sondern an möglich vielen anderen Stellen sichtbar sein, so die Homepage Schulschachstiftung, div. Newsletter, Schachzeitungen (als kurzer Artikel mit Nennung des Link) und bei Turnieren öffentlich beworben werden.
Kosten fielen für diesem Projektvorschlag nicht an, meine Arbeit (inkl. Layout und Satz des Materials) war kostenlos und die DSJ hätte nur die Veröffentlichung / Verbreitung (s. oben) vornehmen müssen.
Die schwachen Leistungen im Bereich der unteren Mädchen-Altersklassen zeigen, dass ein besseres Training erforderlich ist. Das „Gender-Gap“ dort müsste nicht so krass ausfallen, sondern könnte durch besseres Trainingsmaterial stark reduziert werden.
Material auf der Basis „von Mädchen für Mädchen“ ist praxisnäher als das übliche (oft nicht für Kinder konzipierte) und kann auf den Turnierstart vorbereiten oder von dort aus schneller die Spielstärke steigern.
Mädchen, die stärker spielen, bleiben eher im Verein als solche, die schwach sind und dadurch demotiviert werden.
Das Projekt ist nachhaltig und fast ohne Kosten, denn es kann für unbegrenzte Zeit von immer neuen Jahrgängen genutzt werden. Es könnte auch erweitert werden, andere Autoren einbezogen werden.
Das unterscheidet es z.B. von Maßnahmen wie „Super Tuesday“, was nur von ca. 70 Girls gesehen wird, jeweils einmalig ist und danach verloren (Warum werden die Vorträge eigentlich nicht aufgezeichnet?), aber dafür bei 250 € pro Folge, also jährlich mit 3.000 €, zu Buche schlägt.
Nach dem Tag der Entscheidung 2.Juni erhielt ich zunächst keine Nachricht. Auf Nachfrage am 11.6. mailte mir Lili Hahn:
„… Da sich unsere Ausschreibung auf finanzielle Projektförderungen bezog, dein Projektvorschlag jedoch eher auf inhaltliche Unterstützung und Werbung abzielt, haben wir uns nach interner Diskussion dafür entschieden, das Projekt an den AK Mädchenschach weiterzuleiten.Wir sind der Meinung, dass dein Projekt dort gut aufgehoben ist, und haben den AK daher gebeten, es zu prüfen und sich bei dir zu melden.
Ich habe Karo, die Vorsitzende des AKs, auch nochmal in den cc gesetzt.“
Am nächsten Tag (12.6.) bestätigte Carsten Schmidt den Eingang. Seitdem, nun seit mehr als drei Wochen, habe ich nichts mehr davon gehört, was ein wenig unhöflich ist und jedenfalls zeigt, dass kein Interesse besteht.
Schade. Ich bin nicht etwa verärgert und hatte auch durchaus mit einer solchen Möglichkeit gerechnet. Offensichtlich besteht wenig Interesse an Maßnahmen, die direkt auf Spiel und Wettbewerb abzielen.
Es stimmt mich nur traurig, dass so viele Kinder, Trainer und Eltern, die sich redlich um Verbesserung bemühen und dazu viel Zeit, Kraft und Geld aufwenden, im Stich gelassen werden.