22.04.2026

19 Gedanken zu „Eskalation beim Deutschen Schachbund!

  1. Schachspieler sind Individualisten, und im Deutschen
    Schachbund wimmelt es von solchen – und auch von
    Egoisten und Selbstdarstellern. Das macht den Alltag
    oft anstrengend.

    Was soll das Schießen gegen den überfälligen Abschluss
    der Causa Jordan?

    Ingo Althöfer.

    1. Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Das Verfahren läuft nun schon fast 8 Jahre, und es dürfte im Interesse aller Beteiligten liegen, es endlich zu einem vernünftigen Abschluss zu führen.
      Dabei liegt es aus meiner Sicht durchaus nahe, einen Vergleich zu schließen, der beiden Seiten entgegenkommt. In dieser Hinsicht betrachte ich den Antrag von Fr. Mährlein eher nicht als hilfreich.

      1. Das stimmt so nicht. Der Schadensersatzprozess begann vor 8 Jahren, ruht aber seit 7 Jahren. Seit 8 Jahren läuft der Strafprozess. Dessen Ergebnis wird im Schadensersatzprozess abgewartet und wird dann maßgeblich den Ausgang in diesem Prozess bestimmen.

        Der DSB hat aber nur Beträge aus den Jahren 2014 bis 2018 geltend gemacht, die ganz sicher nicht verjährt gewesen sind. Es gab aber noch Zahlungen in den Jahren 2001 bis 2013. Ein großer Teil des möglichen Schadens wurde im Strafprozess gar nicht betrachtet.

        Bei den Vorgängen aus den Jahren 2001 bis 2013 ist nicht unbedingt Verjährung eingetreten. Bei vorsätzlicher Sittenwidrigkeit beträgt die 30 Jahre. Die müsste aber begründet werden.

        Weiterhin müsste der Schaden aus den Jahren 2001 bis 2013 beziffert werden. Der DSB hat dazu aber gar keine Unterlagen. Für die Jahre 2014 bis 2018 kann man sich auf die Unterlagen aus dem Strafprozess berufen.

        Wenn der Beklagte nicht zahlen kann, ist ein vom Gericht zugesprochener Anspruch wenig wert.

        Das spricht dann schon für einen Vergleich, sofern der akzeptabel ist. Es ist ja durchaus möglich, dass ein Teil der Provisionen in Schachprojekte geflossen. Das sollte man vom DSB berücksichtigen. Man muss es ja auch nicht auf die Spitze treiben.

        Nachdem sich kein einziger Landesverband jahrelang um dieses Verfahren gekümmert hat, soll plötzlich der Vergleich verhindert werden. Ein Antrag an den Kongress ist allerdings kein Beschluss. Das Präsidium kann durchaus den Vergleich abschließen. Für das zu wählende neue Präsidium hätte das den Vorteil, dass die Sache abgeschlossen ist. Sonst gäbe es gleich wieder Theater.

        1. Möglicherweise wird Ingrid hier einfach schon vor dem Kongress Fakten schaffen. Mir geht es darum, dass Jordan hier nicht zu sehr beschädigt wird!

  2. Eigentlich kann man da nur den Kopf schütteln. Zitat aus dem Antrag zur Abwahl. „Wichtige Gründe liegen vor. Die Begründung dazu wird erforderlichenfalls nachgeholt, sobald die
    Berichte der Präsidiumsmitglieder vorliegen.“ Warum soll man die Berichte der Präsidiumsmitglieder abwarten, um die Gründe zu benennen? Die liegen doch angeblich vor. Da wird sich über mangelnde Kommunikation beklagt und dann das.

    1. Man wartet vermutlich darauf, bis die Öffentlichkeit von der Sitzung ausgeschlossen wird. Dann werden diese heiklen Fragen diskutiert.

      1. Und genau die Nichtöffentlichkeit der kompletten Sitzung des Kongresses in Frankfurt hat Andreas Filmann, der Präsident des Hessischen Schachverbands bereits beantragt.

        1. Guter Antrag. Idealerweise Nichtöffentlichkeit und Verzicht auf Handy-Nutzung durch ALLE Teilnehmer an der Sitzung.

          1. Verzicht auf Handynutzung aller Teilnehmer während der Sitzung? Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 0 %. Transparenz ist geboten. Ansonsten weiß man doch, was passiert. Jeder behauptet während und nach der Sitzung, was er will.

          2. Wenn ich noch im Amt beim DSB wäre, würde ich niemals dem Verzicht auf Handynutzung zustimmen, da würde ich eher die Sitzung verlassen.

        2. Ich finde öffentlichkeit super, Transparenz ist gut und die Leute reissen sich zusammen. Ich fände es schade, wenn der Kongress nichtöffentlich wäre.

          1. Walter, ich weiß, dass Du es gut meinst. Aber Öffentlichkeit führt fast immer zu schrecklicher Verlängerung solcher Sitzungen – und auch dazu, dass sich Selbstdarsteller zu Worte melden, weil sie eine Bühne wittern.

        3. Braucht der DSB noch einen Hellseher? Ich habe anscheinend die Quali ;-). Konsequenz wird sein, dass wieder irgendwas diskutiert und später von interessierten Parteien in eigenem Interesse durchgestochen und interpretiert wird und wieder für Missverständnisse, Unfriedem und Frustration sorgt. Bleibt mir nur Viktor Tschernomyrdin zu zitieren:
          „Хотели как лучше, а получилось как всегда“ Hoffentlich irre ich mich und man macht es dieses Mal besser.

          1. Nachdem ich heute unzählige Berichte durchforstet habe und Zitate daraus publiziert habe, setze ich noch einen drauf: Antrag an den Kongress: Lily Schirmbeck wird Mädchenbeauftragte des Deutschen Schachbunds 🙂 Kam mir gerade so spontan in den Sinn, den Witz wollte ich mir gönnen.

  3. Wie groß das Interesse der Leser an diesem Beitrag ist, merkt man auch daran, dass es 7 Stunden nach Veröffentlichung schon 225 Zugriffe darauf gab. Ich rechne damit, dass es heute Abend über 500 Zugriffe sind, und insgesamt wohl über 1.000 werden. Eins ist klar: es sind nur noch gut 3 Wochen bis zum Kongress, und jetzt schon ist die Erwartung groß, dass eine grundlegende Änderung und Besserung der Verhältnisse beim DSB eintritt. Jedoch weist Walter nicht zu Unrecht darauf hin, dass das nicht garantiert sein muss.

  4. Zum Abwahlantrag: Auf Seite 3 des Vizepräsidenten Sport, Jürgen Klüners, findet sich dazu folgender persönlicher Eintrag, ich zitiere: Ich bin bereit zumindest für die gewählte Amtszeit weiterzumachen und meinen Einsatz und Erfahrung für das Schach einzusetzen. Dies würde auch für andere Konstellationen gelten. Da Teamzusammenhalt gerade in kleineren Teams wie in einem Präsidium wichtig sind, würde ich aber sofort meinen Rücktritt anbieten, wenn ein (neu) gewählter Präsident mir sagt, dass er nicht mit mir zusammenarbeiten möchte.
    Der Bericht äußert sich auch kritisch über die jetzige Zusammenarbeit im DSB:
    “ Ich sehe mich selbst als Teamplayer und versuche als Teammitglied unseren Sport nach vorne zu bringen. Große Erfolge können wir nur erzielen, wenn wir als großes Team zusammenarbeiten. Zu dem Team gehören nicht nur die gewählten Vertreter und die fest angestellten Mitarbeiter des DSB, sondern auch die Vertreter aller Mitgliedsverbände. Leider funktioniert dieses Team im Augenblick nicht. Ein erster Schritt wäre, wenn jeder mit jedem sprechen würde.
    Großartig wäre es, wenn wir wieder alle zusammenarbeiten, vernünftig miteinander umgehen und
    gegenseitig Respekt zeigen. Verschiedene Ansichten sind okay und diese müssen auch diskutiert werden.
    Aber bitte nicht in Social Media, sondern in den entsprechenden Gremien oder persönlich.“
    Zitat Ende.

  5. Doch auch der Vizepräsident für Verbandsentwicklung Jannik Kiesel, lässt es in seinem Bericht nicht an Kritik fehlen:
    „Gleichzeitig erleben wir turbulente Zeiten im Deutschen Schachbund. In dieser Situation sehe ich meine Aufgabe insbesondere darin, eine vermittelnde Rolle einzunehmen und unterschiedliche Positionen zusammenzubringen. Denn wir alle verfolgen letztlich dasselbe Ziel: das deutsche Schach gemeinsam voranzubringen. Lassen Sie uns dieses Ziel wieder mehr gemeinsam verfolgen.

    Zusammenarbeit im Präsidium
    Die Zusammenarbeit im Präsidium war aus meiner Sicht zu Beginn gut, ist im Laufe der Zeit jedoch anspruchsvoller geworden. Neben externen Herausforderungen kam es auch zu mehreren inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Präsidiums. (…)
    Dennoch konnten wir als Präsidium gemeinsam Erfolge erzielen: Die Konsolidierung der IT in der Geschäftsstelle, die endgültige Projektabwicklung mit der DSJ, die erfolgreiche Einstellung unseres neuen Geschäftsführers sowie wichtige Beschlüsse (vgl. Präsidiumsprotokolle) zeigen, dass wir sehr gut zusammenarbeiten können. Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich die Arbeit der anderen
    Präsidiumsmitglieder würdigen. Alle bringen sich mit großem Engagement und persönlichem Einsatz in die Arbeit ein, und ich danke allen für die engagierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“
    Zitat Ende

  6. Und es geht noch weiter mit der Kritik: Der Referent für Onlineschach, Jannik Liebelt bemängelt in seinem Tätigkeitsbericht folgendes:
    „Neben dem sportlichen Höhenflug (im Online-Bereich – d.A.) , gehören in diesen Bericht jedoch leider auch Vorkommnisse mangelnder Unterstützung und nicht zu realisierender Anforderungen an den Bereich Onlineschach.
    So habe ich Forderungen der Präsidentin – Ingrid Lauterbach – nach Finanzierungskonzepten für Onlineturniere durch Startgeld für Teilnehmer abgelehnt, da ich das Konzept von Startgeldforderungen im Onlineschach für nicht tragbar halte. Dadurch sind letztlich Projekte in Ermangelung finanzieller Mittel auf der Strecke geblieben.
    Die Bereitstellung weiterer finanzieller Mittel (seitens der Präsidentin und des Vize-Präsidenten Finanzen – und damit einer Stimmmehrheit im Präsidium) an die Beibringung von Teilnehmerdaten bei Onlineturnieren zu knüpfen, um die Werthaltigkeit der Onlineveranstaltungen vor der Frage der Mitgliedergewinnung zur Einnahmenerzielung zu bewerten, war ebenfalls nicht förderlich für den Bereich Onlineschach, der durch seine unkomplizierte Verwaltbarkeit und Anonymität geprägt wird.
    Ich plädiere nach wie vor dafür in den Bereich Onlineschach als wichtige Säule der Öffentlichkeitsarbeit zu investieren, anstatt zu versuchen diesen zur Einnahmequelle umzufunktionieren.
    Die angesprochene Uneinigkeit über diesen Punkt zwischen der angesprochenen Präsidiumsmehrheit und mir, gab dem Bereich Onlineschach aufgrund nicht ausreichender finanzieller Mittel für weitere Veranstaltungen einen erschwerten Stand.“
    Zitat Ende.

  7. Der Präsident des Hessischen Landesverbands, Andreas Filmann, beklagt vorgetragene Kritik am DSB.
    In einem Antrag an den Kongress stellt er folgendes fest:
    Die Äußerungen des Vorsitzenden des Emanuel Lasker Gesellschaft (ELG) in einem am 7. April 2026 veröffentlichen Interview haben für vielfältige Irritationen bei mehreren Mitgliedern des
    Hauptausschusses gesorgt. Es erschienen diesen fragwürdig, wie sich hier der Vorsitzende eines Vereins, bei dem der DSB als Mitglied geführt wird, sich über die internen Angelegenheiten eines seiner Mitglieder (dem DSB) äußert. Zwar wird in dem Interview ausgeführt:
    „Dabei möchte aber ich klarstellen, dass ich hier nur meine persönliche Meinung kundtue, soweit ich nicht ausdrücklich auf die gebotene Sichtweise der ELG abstelle.“
    M. E. erscheint es aber nicht abwegig zu sein, dass man zur Auffassung kommen kann, dass dieses Interview nicht geführt worden wäre, wenn er nicht dieses Amt inne hätte. Über ein Meinungsbild soll geklärt werden, wie man aktuell zu einem Verbleib in der ELG mit dem aktuellen Vorsitzenden steht.

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