Ich habe dazu recherchiert, und war etwas erfolgreicher als zuvor der Deutsche Schachbund. Vielleicht lag es am Zeitpunkt meiner Anfrage, vielleicht daran wen ich kontaktierte, vielleicht auch daran wie ich das formulierte – sei’s drum. Neben allgemeinem hatte ich auch lokales Interesse, was ist bei SF Wolfhagen nun insgesamt Sache? Zum Zeitpunkt der Anfrage „von Osthessen nach Nordhessen“ schien es, als ob der Hessenliga-Wiederaufsteiger SC Fulda 1 nächste Saison gegen Wolfhagen 3 spielen würde, und meine zweite Mannschaft zwei Ligen tiefer gegen Wolfhagen 4. Mittlerweile steht fest, dass SC Fulda 2 nächste Saison gegen SF Wolfhagen 3 spielt – das wird wohl nicht (auch nicht annähernd) die bisherige Hessenliga-Mannschaft. Stichtag für Meldung der Aufstellungen ist dabei erst der 15.8., Stichtag für eventuelle weitere Rückzüge ist in Hessen der 30.6. .
Meine Chronologie: Die Mail an einige, deren Adressen ich im Internet finden konnte, schrieb ich am Himmelfahrtstag (14.5.). Dahinter steckte keine „Symbolik“, da hatte ich eben Zeit. Innerhalb weniger Stunden bekam ich zunächst eine „private“ Antwort, die in diesem Artikel weitgehend außen vor bleibt. Am selben Abend kam dann der komplette Rückzug von Wolfhagen 3 aus der Hessenliga. Zwei Tage später erhielt ich eine „im Verein abgestimmte Stellungnahme zur aktuellen Situation der Schachfreunde Wolfhagen und zum Rückzug der 1. Mannschaft aus der Bundesliga“. Das übernehme ich gleich, das sollte ja alles zitierfähig sein. Eine Rückfrage dazu wurde dann bisher nicht beantwortet, telefonisch habe ich nicht nachgehakt. Zunächst:
Was schrieben andere?
Wie eingangs bereits angedeutet, bereits am 24.4. ein Artikel beim Deutschen Schachbund. Das war kurz vor der zentralen Endrunde. Schwerpunkt waren die „Bio-Bundesligisten“ SF Berlin und MSA Zugzwang München „aus regionalem Anbau, mit nachhaltigem Konzept“. Der Rückzug der SF Wolfhagen hatte sich da jedenfalls bereits angedeutet, später auch Rückzug von Deizisau das „regionalen Anbau“ deutschlandweit definierte. Blübaum, Kollars, früher auch Donchenko sind ja keine Schwaben und hatten zuvor andere Bundesliga-Vereine (Keymer, anfangs auch bei Deizisau, kam direkt von seinem unterklassigen Heimatverein). Zurück zum Artikel, der das noch nicht erwähnte – zu diesem Zeitpunkt war es bestenfalls ein Gerücht. Aber da steht auch „Hallo, Schachfreunde Wolfhagen – ist da noch einer Zuhause?“. Anfragen der DSB-Öffentlichkeitsarbeit wurden offenbar über Wochen nicht beantwortet. „Irgendwann geht einer zumindest mal ans Telefon, kurzer Smalltalk – doch auch diese Kontaktaufnahme bleibt eine Sackgasse“.
Josef Resch
Erstaunlich, dass der (bisherige?) Mäzen Josef Resch gar nicht erwähnt wird, das war doch bekannt? Zum Beispiel stand auf schachbundesliga.de im November 2025 „Nach der Begrüßung des Wolfhagener Mäzens Josef Resch werden die Bretter freigegeben und die Bundesliga-Saison 25/26 ist offiziell eröffnet!“. Wolfhagen hatte direkt zu Saisonbeginn ein Heim-Wochenende. Bei „Balkan-Connection“ brachte der Autor mw (wohl Matthias Wolf) vermutlich etwas durcheinander. Die balkanischen BL-Vereine sind Kirchweyhe und Deggendorf (letztere auch mit Indern).
Zu Josef Resch fand ich im Internet wenig – „Deutschlands schillerndster Privatermittler“ ist vermutlich ein Namensvetter, das ist sicher der Fall für einen 1939 verstorbenen österreichischen Politiker. Mit Bezug zu Schach steht noch am meisten in einem Artikel der HNA (Hessische/Niedersächsische Allgemeine) vom 6.9.2024. Damals wurde „für das Ende der Saison der Aufstieg in die Erste Liga angepeilt“. Später war dieser Versuch erfolgreich. Direkt zuvor landeten sie in der Zweiten Bundesliga West noch hinter dem Düsseldorfer SK (auch mit Unterstützer) und auch hinter der SG Porz, die aber nicht aufsteigen wollen würde. Zur Saison 2021/22 siehe unten.
Kontaktdaten von Josef Resch konnte ich nicht herausfinden. Ob direkter Kontakt zu anderen Sponsoren/Mäzenen möglich wäre und ob sie _meine_ Anfragen direkt beantworten würden ist eine hypothetische Frage. Kandidaten wären Wolfgang Grenke (wie Josef Resch seit Jahren aktiv) bzw. die relativen Neulinge Wadim Rosenstein und Jan Henric Büttner – die beide durchaus auch gerne im grellen Rampenlicht stehen. In anderer Angelegenheit bekam ich einmal eine Antwort von Hans-Walter Schmidt. Ende dieses Exkurses.
Und der Verein selbst?
Am 19.5. erschien ein Saison-Abschlussbericht auf der Homepage des Vereins. Geschrieben hat ihn IM Uwe Kersten, der nominell nach DWZ beste und unabhängig davon wohl bekannteste „immer-deutsche“ Spieler des Vereins. Ukrainer, die nun bei der FIDE unter GER laufen, bleiben da außen vor. Die Saisonbilanz wird als „durchaus erfreulich“ bezeichnet – sportlich stimmt das, vielleicht abgesehen von der fünften Mannschaft. Zum BL-Match gegen Viernheim schreibt er „Kurios ist der Umstand, dass der einzig gebürtige Großmeister Nordhessens, GM Dennis Wagner, bei unseren Gegnern an Brett 8 saß.“ Heimatverein von Dennis Wagner ist der Kasseler SK 1876 – da spielte Uwe Kersten auch mal und ist noch passives Mitglied (wie auch Dennis Wagner, aktuell hat dieser Verein eher wenige aktive Mitglieder). Was genau da kurios war, darüber könnte man diskutieren. Aber das ist ein Nebenschauplatz.
Am Ende dann „Die Saison ist beendet, doch die Vorbereitungen für die neue Saison 2026 / 2027 sind schon angelaufen …“. Einige Entscheidungen waren dabei zu diesem Zeitpunkt bereits gefallen und werden in diesem Artikel nicht erwähnt.
Und nun (endlich) zum Kern des Artikels. Die offizielle Stellungnahme des Vereins, gerichtet an SF Richter, übernehme ich komplett. Eckige Klammern [ ] hier und da von mir eingefügt zwecks anschließender Erläuterungen.
Stellungnahme der SF Wolfhagen
Einordnung zum Rückzug der 1. Mannschaft der Schachfreunde Wolfhagen
Wolfhagen, den 16. Mai 2026
Sehr geehrter Herr Richter,
vielen Dank für Ihre ausführliche Anfrage und die Bereitschaft, die Situation der Schachfreunde Wolfhagen differenziert darzustellen.
Der Rückzug der 1. Mannschaft aus der Bundesliga war für die Schachfreunde Wolfhagen keine einfache Entscheidung. Sie wurde nach sorgfältiger Abwägung der sportlichen, organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen getroffen.
Zur Einordnung gehört auch der Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. Vor etwas mehr als zehn Jahren spielten die damaligen Schachfreunde Bad Emstal-Wolfhagen [1] noch in der Nordhessenliga. Eine sportliche Perspektive über diese Ebene hinaus war damals kaum erkennbar. In dieser Phase entstand die Idee, den Verein langfristig sportlich weiterzuentwickeln. Was anfangs noch sehr ambitioniert wirkte, wurde Schritt für Schritt zu einem tragfähigen Konzept ausgebaut.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Entwicklung war die Zusammenarbeit mit Spielern aus Mukatschewo in der Westukraine. Der Verein profitierte dabei von der dortigen Schachschule und den vorhandenen Strukturen vor Ort. Die organisatorischen Anforderungen waren insbesondere in den Anfangsjahren erheblich, da Anreisen, Visa- und Zollfragen regelmäßig koordiniert werden mussten. Dennoch gelang es, diese Zusammenarbeit dauerhaft aufzubauen und sportlich erfolgreich zu nutzen. Überregionale Aufmerksamkeit erhielt der Verein zunächst durch den Gewinn der hessischen Blitz-Mannschaftsmeisterschaft und später durch den Gewinn der Deutschen Blitz-Mannschaftsmeisterschaft in Schifferstadt, damals auch mit russischen Großmeistern [2]. Diese Erfolge markierten wichtige sportliche Meilensteine, entstanden jedoch unter anderen Rahmenbedingungen als heute.
In den folgenden Jahren wurden zunehmend ukrainische Spieler in die Mannschaften integriert. Daraus entwickelte sich der sportliche Aufstieg bis in die 1. Bundesliga. Schach besitzt in der Ukraine traditionell einen hohen Stellenwert. Dies zeigte sich bei unseren ukrainischen Spielern regelmäßig in großer Leistungsbereitschaft, hoher Disziplin und fairem sportlichen Auftreten.
Die Auswirkungen des Ukrainekriegs veränderten die Rahmenbedingungen zusätzlich und verstärkten die Bedeutung dieser Zusammenarbeit nochmals. Gleichzeitig entwickelte sich der sportliche Erfolg schneller als die dauerhaft tragfähige finanzielle Basis des Vereins. Genau daraus ergibt sich nun die notwendige Neuordnung.
Schach auf Bundesliganiveau ist mit erheblichen finanziellen und organisatorischen Anforderungen verbunden. Die bisherige Struktur ließ sich langfristig nicht mehr im erforderlichen Umfang
absichern. Bemühungen, die Finanzierung breiter aufzustellen, führten letztlich nicht zu einer ausreichenden Stabilisierung. Vor diesem Hintergrund war der Rückzug aus der höchsten Spielklasse notwendig.
Wichtig ist jedoch: Der leistungsorientierte Schachsport in Wolfhagen wird fortgeführt. Nach den aktuellen Planungen soll die neue 1. Mannschaft künftig in der 2. Bundesliga mit einer spielstarken und stärker jugendlich ausgerichteten Mannschaft antreten. Auch die weiteren Mannschaften werden in die Neustrukturierung eingebunden. Die bisherige 2. Mannschaft soll leistungsfähig in der Oberliga verbleiben. Die bisherige 3. Mannschaft, die in der abgelaufenen Saison den 2. Platz der Hessenliga erreicht hat, wird im Zuge der Neuordnung nicht mehr gemeldet.
Die bisherige Bundesligamannschaft war sportlich deutlich international geprägt, insbesondere durch ukrainische Spieler. Diese Spieler haben wesentlich zu den sportlichen Erfolgen beigetragen.
Gleichzeitig soll die zukünftige Vereinsstruktur nachhaltiger und organisatorisch breiter aufgestellt werden.
Der klassische Vereinsabend allein ist dabei kein geeigneter Maßstab, um die Leistungsfähigkeit oder Perspektive eines Vereins zu bewerten. Der Schwerpunkt der Schachfreunde Wolfhagen lag in den vergangenen Jahren erkennbar auf dem leistungsorientierten Mannschaftsschach. Daraus sollte nicht der Schluss gezogen werden, dass es an Vereinsstruktur oder Perspektiven fehle.
Zu persönlichen Lebensumständen einzelner Unterstützer, Spieler oder Vereinsmitglieder äußern wir uns nicht öffentlich. Dies gilt auch für private Aufenthaltsorte oder persönliche Planungen.
Entsprechende Spekulationen sollten daher vermieden werden [3]. Entscheidend ist, dass die sportliche Neuausrichtung konkret vorbereitet wird und der Verein weiterhin handlungsfähig bleibt.
Der Rückzug aus der Bundesliga bedeutet somit keinen Abbruch der sportlichen Arbeit, sondern eine Anpassung an veränderte finanzielle und organisatorische Rahmenbedingungen. Die Schachfreunde Wolfhagen bleiben dem leistungsorientierten Schach verbunden, künftig jedoch auf einer breiteren und nachhaltigeren Grundlage.
Wir bitten darum, diese Stellungnahme als sachliche Einordnung zu verstehen. Persönliche Einschätzungen einzelner Vereinsmitglieder sind davon zu trennen [4]. Wörtliche Zitate sollten vor einer Veröffentlichung bitte mit uns abgestimmt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Erhard Hübenthal
für die Schachfreunde Wolfhagen
Und nun wieder Thomas Richter …..
Erhard Hübenthal steht im Impressum der Vereins-Homepage als „Kontakt“, diese Stellungnahme wurde dabei vermutlich von mehreren im Verein gemeinsam formuliert. Ich lasse das mal weitgehend unkommentiert, bei „kein Kommentar“ steht auch nichts zwischen den Zeilen. Meine eigene Meinung bleibt auch deshalb außen vor, weil ich keine abschließende habe.
Meine eigene Anfrage war freundlich-höflich formuliert, keinesfalls „wir wollen den Verein in Bausch und Bogen verdammen und brauchen dafür Zitate“. Das machen vielleicht andere. Aber das ist nicht mein Stil, und dann hätte ich wohl auch keine Antwort erhalten.
Man kann diese Stellungnahme wohl kurz zusammenfassen mit „Es ging zu schnell aufwärts, dadurch haben wir uns etwas übernommen und müssen nun kürzer treten. In Wolfhagen bricht jedenfalls nicht alles zusammen (war z.T. bei anderen BL-Rückzügen der Fall).“ Sowie „Schwerpunkt Leistungssport mit internationalen Mannschaften“. Einige Erläuterungen gehören aber dazu:
Erläuterungen zur Stellungnahme
[1] Die Schachfreunde Bad Emstal-Wolfhagen entstanden offenbar durch Fusion zweier Vereine im ländlichen Raum nahe Kassel. Individuell wurden sie zu klein. Danach kam das Konzept „mehr als Nordhessenliga“, und später wurde der Sitz des Vereins komplett nach Wolfhagen verlagert.
[2] Damals waren es nur russische Spieler, den Chessbase-Artikel „Kramnik und sein Team gewinnen DMMB“ gibt es noch. Die anderen GMs waren Riazantsev, Savchenko, Ponkratov und Rublevsky. Mittlerweile haben (z.T. hatten?) sie „ukrainische Ukrainer“ (weiterhin FIDE-Land UKR), Ukrainer die den Verband wechselten und in der ersten Mannschaft mit Chigaev und Motylev auch zwei Russen, die den Verband wechselten. (Ex-)Ukrainer und „russische Russen“ im selben Verein bzw. derselben Mannschaft wäre mittlerweile vielleicht problematisch.
[3] Es gibt wohl entsprechende Gerüchte. Eines kannte ich und hatte es in meiner Anfrage erwähnt. Aber wenn der Verein es weder bestätigen noch dementieren will muss es nicht über Nord- und Osthessen hinaus verbreitet werden.
[4] „Privatmeinungen“ gibt es natürlich auch, auch da kenne ich eine – aber sie bleibt nun außen vor (eventuell auch im Interesse dieser Person).
Weitere gemischte Fakten
Erstmals war (damals noch) Bad Emstal/Wolfhagen in der pandemiebedingt langen Saison 2019/21 in die Zweite Bundesliga aufgestiegen. In der nach-pandemisch kurzen Saison 2021/22 (de fakto März bis Juli 2022) mussten sie aber die Mannschaft zurückziehen. Direkt nach der russischen Invasion war Anreise ihrer Spieler wohl nicht möglich. So mussten sie nochmals aus der Oberliga (damals für sie noch Ost B) aufsteigen, zwei Jahre später dann der nächste (und letzte) Aufstieg der ersten Mannschaft.
Auf hessischer Ebene: in der Saison 2024/25 ist Wolfhagen 3 in der Verbandsliga Nord, als Meister feststehend, zum letzten Match gegen den Absteiger Lindenholzhausen (bei Limburg, Heimatverein von Christian Glöckler) nicht angetreten. Die letzte Runde war am Muttertag, ich hatte große Probleme zu unserem (ebenfalls „unwichtigen“) Match eine Mannschaft zu bekommen. Unsere nordhessischen Gegner kommentierten das Ergebnis Lindenholzhausen-Wolfhagen 3 8-0 mit „250 Euro Geldstrafe war wohl günstiger als Kosten für Anreise und eventuell Honorare der Spieler“. Es hatte dabei keine weiteren Konsequenzen.
Diese Saison wurde Wolfhagen 4 in der Nordhessenliga im letzten Match ein halber Brettpunkt abgezogen – aus 0,5-0,5 an Brett 8 wurde aus ihrer Sicht 0-1 (insgesamt 5,5-2,5 statt 6-2). Warum? Es war der dreizehnte Ersatzspieler (bzw. hier eine Spielerin), laut Turnierordnung sind maximal zwölf erlaubt. Auch Wolfhagen 3 hatte in der Hessenliga dreizehn Ersatzspieler eingesetzt, das ist offenbar niemand aufgefallen (auch auf hessischer Ebene sind maximal 12 erlaubt). Das passiert, wenn man Stammspieler meldet, die auch oder vor allem für höhere Mannschaften vorgesehen sind. Das machen wohl einige Vereine, bei Wolfhagen war es sehr verbreitet. Das nominelle Spitzenbrett der dritten Mannschaft IM Vadim Petrovskiy spielte zunächst fünfmal in dieser Mannschaft, dann (an Brett 9 gemeldet) siebenmal in der zweiten und (am Jugendbrett gemeldet) siebenmal in der ersten Mannschaft.
„Wie geht es weiter“?
Wer es noch nicht weiß: das ist eine Standard-Frage in meinen Artikeln. Bei Wolfhagen muss man nun zunächst die Aufstellungen abwarten (das ist womöglich ein noch laufender Prozess) und dann, welche Spieler(innen) tatsächlich bei Mannschaftskämpfen auftauchen. „Stärker jugendlich ausgerichtet“ haben sie bereits angekündigt, mehr/alles wissen sie vielleicht selbst noch nicht.
Und noch etwas
Mittlerweile ist bekannt, dass die Ex-Deizisauer Blübaum und Kollars nächste Saison für Baden-Baden spielen werden. Offenbar sollen/werden sie auch regelmäßig spielen statt nur aufgestellt zu werden (wie letzte Saison einige Weltklassespieler in Diensten der OSG Baden-Baden). Man kann das bis zu einem gewissen Grad als „Fusion“ der beiden BL-Teams bezeichnen.
Und nun exklusiv bereits jetzt eine sensationelle Meldung vom 1. April 2027: Baden-Baden/Deizisau und der Hamburger SK fusionieren, damit alle deutschen Nationalspieler in einem Team vereint sind. Der BHDSV (Baden-Hamburg Deizischer Sauverein) wird seine Heimspiele auf halber Strecke in Kassel austragen, dort also wieder Bundesliga! Die zentrale Endrunde wird am Kasseler Flughafen ausgetragen. Dort verdoppelt sich durch Charterflüge für Spieler aus aller Herren Länder die Anzahl der jährlichen Flugbewegungen.
Das muss nicht eintreten …. . Der Schachkicker ist dabei mitunter seiner Zeit voraus. Zum Beispiel wusste ich auch, dass Paul Meyer-Dunker als DSB-Präsident antritt – bevor er es selbst wusste bzw. öffentlich verkündete.
Ehrlich gesagt habe ich den Rückzug von Wolfhagen und auch von Deizisau mit großer Erleichterung aufgenommen, da es uns von München Zugzwang den Klassenerhalt gesichert hat, wenn auch nicht ganz verdient, wie ich zugeben muss.
Die erste Liga ist halt brutal teuer. Man spricht zwar immer groß von Sponsoring, aber das ist schon eher lächerlich. Also gibt es nur einen HSK, der groß genug ist und eine gute Jugendarbeit hat oder hatte, und Vereine, die völlig oder etwas weniger von Mäzenen abhängen. Der Nutzen ist dann minimal, wenn ein Kader im Ausland eingekauft wird. Deizisau wollte den deutschen Nachwuchs fördern. Hört sich immer prima an, bleibt dann nur nichts mehr von über. Baden-Baden hat gemerkt, dass bei dem heutigen Angebot die Topleute nicht mehr ans Brett zu bekommen sind, und die Leihspieler von Deizisau zurück gefordert. Damit hat sich dort der Sinn einer Bundesligamannschaft zerschlagen. Aber auch wenn einem Mäzen eine Freundin wegläuft, kann dies das Ende des Vergnügens sein. Dann stellt sich die Frage wieviel vom Verein übrig bleibt und da scheint Wolfhagen nicht ganz so schlecht aufgestellt zu sein.
Es gibt schon ein paar Informationen zum Herrn Resch. Immerhin hat er die Schach WM 2008 mitfinanziert und das folgende Interview gegeben ( https://de.chessbase.com/post/der-mann-hinter-der-wm-interview-mit-josef-resch ). Er hat offenbar Verbindungen zur Ukraine. Damit gibt es auch eine Erklärung für die Aufstellung. Man muss ja nicht alles schlecht reden.
Die Finanzen müssen gar nicht entscheidend gewesen sein. Im Interview ging es ihm auch um Vermarktung von Schachevents. Das ist dann mit der Schachbundesliga schwierig. Die vermarktet sich nicht selbst.
Positive Resonanz auf die Bundesligateilnahme des Vereins gab es auch nicht. Da war ja das Gegenteil der Fall. Wolfhagen waren die, die keine deutschen Spieler einsetzen. Wolfhagen und Kirchweyhe bekommen die Prügel ab, aber eine ganze Reihe von Vereinen macht es ja auch nicht anders.
Zu den bisherigen Kommentaren: So weit zurück hatte ich zu Josef Resch nicht recherchiert, bzw. mein Google-Suchbegriff war „Josef Resch Wolfhagen“ (2008 gab es diese Verbindung vielleicht noch nicht). Laut diesem Artikel ist/war er „deutschrussischer Buntmetallhändler“.
Der Hamburger SK hat weiterhin erfolgreiche Jugendarbeit: zuletzt Ende 2025 deutscher Vizemeister der U20-Mannschaften (und auch in einigen anderen Altersklassen vertreten), aktuell bei den laufenden Jugend-Einzelmeisterschaften immerhin 10 Spieler(innen) – wenn auch diesmal eher niemand weit oben in den Setzlisten.
Zu „Deizisau mit Nationalspielern“: Ich hatte es nur angedeutet, aber 2017 gab es ziemlichen Ärger mit Werder Bremen, da sie nach dem BL-Aufstieg Matthias Blübaum abgeworben hatten. Werder Bremen protestierte damals gegen die BL-Spielberechtigung für Deizisau mit dem Argument „derselbe Sponsor, de fakto zwei Mannschaften desselben Vereins, das ist regelwidrig“. Der Bremer Dmitrij Kollars kam ein Jahr später vom Hamburger SK (zuvor Trainings- und Wohngemeinschaft mit Jonathan Carlstedt). Der Gießener Donchenko spielte zuvor in NRW und war gleich zweimal von BL-Rückzügen betroffen (Hansa Dortmund und DJK Aufwärts Aachen). Nur Keymer kam, wie erwähnt, direkt von seinem unterklassigen Heimatverein.
Das Deizisauer Konzept kann man also loben oder auch kritisieren, jedenfalls funktioniert es naturgemäß nur in wenigen Vereinen.
Das Model ist halt einfach, schon vielfach erlebt. Ein Mäzen sagt nicht, dass er nun die erste Mannschaft im Verein zu seinem Privatvergnügen macht. Stattdessen „Deutsche Spieler fördern“ oder „Schach und Beruf“… Wieviele Deutsche haben zuletzt in Deizisau gespielt? Dann kommt der Punkt wo es dem Mäzen finanziell zu viel wird oder er seine Aufmerksamkeit erreicht hat oder die Firma mit/wegen den angestellten Schachspielern pleite geht. Dann muss man einen externen Grund finden „Die Liga muss sich ändern“. Nur die Vereine stehen hinterher zumeist schlechter da als zuvor.
Zum Auftreten von Josef Resch in der Schachszene: Das geht noch weiter zurück als bis 2008. 2004 gab es einen WM-Kampf zwischen Kramnik und Leko. Damals war die Rede von einem als Zuschauer involvierten Geigenhändler. Und im Buch von Bareev über die WM-Kämpfe von Kramnik ist ein Bild vom 2004er Wettkampf zu sehen, wo um ein Analysebrett auch ein Geigenvirtuose und ein Josef Resch („unser“ Josef Resch) zu erkennen ist.
Was soll eigentlich dieser Unsinn mit dem „Pingback: Chess 2026-05-28 – Ingram Braun“ ?
Folge ich dem vielleicht in Erwartung eines Kommentars von Schachfreund Braun zu diesem Thema, so muss ich – jedenfalls derzeit – nach einem weiteren Klick auf den entsprechenden Eintrag dort feststellen wieder genau hier zu landen ohne irgendeinen zusätzlichen Informationsgehalt. Also nur Zeit verschwendet.
Vielen Dank, Herr Braun !
Das einzige Problem hier dürfte sein, dass du nicht weißt, was ein Pingback ist. 😉 Google erklärt es dir gerne.
Google erklärt nicht, wo der Nutzen dieses konkreten Piingbacks sein soll.
Danke, Martin.
Genau das habe ich mich auch noch fragen müssen, nachdem ich mich der Anregung von Andre folgend einmal etwas genauer über das Pingback informiert habe. Wenn es denn sein muss, dann vielleicht an einer anderen Stelle anstatt eingereiht unter den Kommentaren, wo es so meines Erachtens doch missverstanden werden kann. Muss jeder wirklich alles über auch vielleicht etwas speziellere Webtechniken wissen ?
Es würde völlig reichen, wenn der Seitenbetreiber das Pingback zur Kenntnis nimmt, die Nachricht aber nicht freischaltet. Für normale Seiten-Besucher stört er nur.
Dem Vorschlag Pingbacks nicht für die Öffentlichkeit freizuschalten schließe ich mich gerne an. Ob Gerald die Infos über Permalinks intern verarbeiten möchte bleibt davon ja unberührt.
Im Prinzip kann es schon interessant sein, wo ein Artikel verlinkt wird. Vielleicht finden sich dort weitere Informationen zum Thema, Lob oder auch Kritik, …. . Hier ist es allerdings eine reine etwas wahllose Linksammlung, das kann man aber automatisiert nicht erkennen.
Wir (alle aus der Redaktion) können Pingbacks genau wie Kommentare freischalten oder auch zurückweisen. Kommentare werden generell nicht „zensiert“, nur bei grob beleidigenden Äußerungen oder offensichtlichem Spam.