10.06.2026

14 Gedanken zu „BL-Rückzug der Schachfreunde Wolfhagen

  1. Ehrlich gesagt habe ich den Rückzug von Wolfhagen und auch von Deizisau mit großer Erleichterung aufgenommen, da es uns von München Zugzwang den Klassenerhalt gesichert hat, wenn auch nicht ganz verdient, wie ich zugeben muss.

  2. Die erste Liga ist halt brutal teuer. Man spricht zwar immer groß von Sponsoring, aber das ist schon eher lächerlich. Also gibt es nur einen HSK, der groß genug ist und eine gute Jugendarbeit hat oder hatte, und Vereine, die völlig oder etwas weniger von Mäzenen abhängen. Der Nutzen ist dann minimal, wenn ein Kader im Ausland eingekauft wird. Deizisau wollte den deutschen Nachwuchs fördern. Hört sich immer prima an, bleibt dann nur nichts mehr von über. Baden-Baden hat gemerkt, dass bei dem heutigen Angebot die Topleute nicht mehr ans Brett zu bekommen sind, und die Leihspieler von Deizisau zurück gefordert. Damit hat sich dort der Sinn einer Bundesligamannschaft zerschlagen. Aber auch wenn einem Mäzen eine Freundin wegläuft, kann dies das Ende des Vergnügens sein. Dann stellt sich die Frage wieviel vom Verein übrig bleibt und da scheint Wolfhagen nicht ganz so schlecht aufgestellt zu sein.

  3. Es gibt schon ein paar Informationen zum Herrn Resch. Immerhin hat er die Schach WM 2008 mitfinanziert und das folgende Interview gegeben ( https://de.chessbase.com/post/der-mann-hinter-der-wm-interview-mit-josef-resch ). Er hat offenbar Verbindungen zur Ukraine. Damit gibt es auch eine Erklärung für die Aufstellung. Man muss ja nicht alles schlecht reden.

    Die Finanzen müssen gar nicht entscheidend gewesen sein. Im Interview ging es ihm auch um Vermarktung von Schachevents. Das ist dann mit der Schachbundesliga schwierig. Die vermarktet sich nicht selbst.

    Positive Resonanz auf die Bundesligateilnahme des Vereins gab es auch nicht. Da war ja das Gegenteil der Fall. Wolfhagen waren die, die keine deutschen Spieler einsetzen. Wolfhagen und Kirchweyhe bekommen die Prügel ab, aber eine ganze Reihe von Vereinen macht es ja auch nicht anders.

  4. Zu den bisherigen Kommentaren: So weit zurück hatte ich zu Josef Resch nicht recherchiert, bzw. mein Google-Suchbegriff war „Josef Resch Wolfhagen“ (2008 gab es diese Verbindung vielleicht noch nicht). Laut diesem Artikel ist/war er „deutschrussischer Buntmetallhändler“.
    Der Hamburger SK hat weiterhin erfolgreiche Jugendarbeit: zuletzt Ende 2025 deutscher Vizemeister der U20-Mannschaften (und auch in einigen anderen Altersklassen vertreten), aktuell bei den laufenden Jugend-Einzelmeisterschaften immerhin 10 Spieler(innen) – wenn auch diesmal eher niemand weit oben in den Setzlisten.
    Zu „Deizisau mit Nationalspielern“: Ich hatte es nur angedeutet, aber 2017 gab es ziemlichen Ärger mit Werder Bremen, da sie nach dem BL-Aufstieg Matthias Blübaum abgeworben hatten. Werder Bremen protestierte damals gegen die BL-Spielberechtigung für Deizisau mit dem Argument „derselbe Sponsor, de fakto zwei Mannschaften desselben Vereins, das ist regelwidrig“. Der Bremer Dmitrij Kollars kam ein Jahr später vom Hamburger SK (zuvor Trainings- und Wohngemeinschaft mit Jonathan Carlstedt). Der Gießener Donchenko spielte zuvor in NRW und war gleich zweimal von BL-Rückzügen betroffen (Hansa Dortmund und DJK Aufwärts Aachen). Nur Keymer kam, wie erwähnt, direkt von seinem unterklassigen Heimatverein.
    Das Deizisauer Konzept kann man also loben oder auch kritisieren, jedenfalls funktioniert es naturgemäß nur in wenigen Vereinen.

    1. Das Model ist halt einfach, schon vielfach erlebt. Ein Mäzen sagt nicht, dass er nun die erste Mannschaft im Verein zu seinem Privatvergnügen macht. Stattdessen „Deutsche Spieler fördern“ oder „Schach und Beruf“… Wieviele Deutsche haben zuletzt in Deizisau gespielt? Dann kommt der Punkt wo es dem Mäzen finanziell zu viel wird oder er seine Aufmerksamkeit erreicht hat oder die Firma mit/wegen den angestellten Schachspielern pleite geht. Dann muss man einen externen Grund finden „Die Liga muss sich ändern“. Nur die Vereine stehen hinterher zumeist schlechter da als zuvor.

  5. Zum Auftreten von Josef Resch in der Schachszene: Das geht noch weiter zurück als bis 2008. 2004 gab es einen WM-Kampf zwischen Kramnik und Leko. Damals war die Rede von einem als Zuschauer involvierten Geigenhändler. Und im Buch von Bareev über die WM-Kämpfe von Kramnik ist ein Bild vom 2004er Wettkampf zu sehen, wo um ein Analysebrett auch ein Geigenvirtuose und ein Josef Resch („unser“ Josef Resch) zu erkennen ist.

  6. Was soll eigentlich dieser Unsinn mit dem „Pingback: Chess 2026-05-28 – Ingram Braun“ ?
    Folge ich dem vielleicht in Erwartung eines Kommentars von Schachfreund Braun zu diesem Thema, so muss ich – jedenfalls derzeit – nach einem weiteren Klick auf den entsprechenden Eintrag dort feststellen wieder genau hier zu landen ohne irgendeinen zusätzlichen Informationsgehalt. Also nur Zeit verschwendet.
    Vielen Dank, Herr Braun !

    1. Das einzige Problem hier dürfte sein, dass du nicht weißt, was ein Pingback ist. 😉 Google erklärt es dir gerne.

        1. Danke, Martin.
          Genau das habe ich mich auch noch fragen müssen, nachdem ich mich der Anregung von Andre folgend einmal etwas genauer über das Pingback informiert habe. Wenn es denn sein muss, dann vielleicht an einer anderen Stelle anstatt eingereiht unter den Kommentaren, wo es so meines Erachtens doch missverstanden werden kann. Muss jeder wirklich alles über auch vielleicht etwas speziellere Webtechniken wissen ?

        2. Es würde völlig reichen, wenn der Seitenbetreiber das Pingback zur Kenntnis nimmt, die Nachricht aber nicht freischaltet. Für normale Seiten-Besucher stört er nur.

  7. Dem Vorschlag Pingbacks nicht für die Öffentlichkeit freizuschalten schließe ich mich gerne an. Ob Gerald die Infos über Permalinks intern verarbeiten möchte bleibt davon ja unberührt.

  8. Im Prinzip kann es schon interessant sein, wo ein Artikel verlinkt wird. Vielleicht finden sich dort weitere Informationen zum Thema, Lob oder auch Kritik, …. . Hier ist es allerdings eine reine etwas wahllose Linksammlung, das kann man aber automatisiert nicht erkennen.
    Wir (alle aus der Redaktion) können Pingbacks genau wie Kommentare freischalten oder auch zurückweisen. Kommentare werden generell nicht „zensiert“, nur bei grob beleidigenden Äußerungen oder offensichtlichem Spam.

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