Logo FIDE Kandidatenturnier. Quelle: FIDE
Das Kandidatenturnier auf Zypern ist ein achtköpfiges Doppelrundenturnier, das vom 28. März bis 16. April 2026 im Cap St Georges Hotel in Pegia den Herausforderer von Weltmeister D. Gukesh für die Schachweltmeisterschaft 2026 ermittelt.
Ort, Zeit und Rahmen
Spielort ist das Cap St Georges Hotel. Es läuft vom 28. März bis zum 16. April 2026, parallel wird – wie schon 2024 in Toronto – das Kandidatinnenturnier der Frauen ausgetragen.
Qualifikationswege und Teilnehmer
Die acht Startplätze wurden über verschiedene FIDE-Wettbewerbe und die Weltrangliste vergeben: FIDE Circuit 2024, zwei Plätze aus dem FIDE Grand Swiss 2025, drei Plätze aus dem Weltpokal 2025, ein Platz über den FIDE Circuit 2025 sowie ein Platz für den besten Spieler der Weltrangliste (August 2025 bis Januar 2026), der noch nicht qualifiziert war.
Die qualifizierten Spieler bei den Männern sind:
- Hikaru Nakamura – Qualifikation über Weltrangliste, Elo 2810, Rang 2
- Fabiano Caruana – FIDE Circuit 2024, Elo 2795, Weltrangliste 3
- Wei Yi – Zweiter Weltpokal 2025, Elo 2754, Rang 7
- Anish Giri – Sieger Grand Swiss 2025, Elo 2753, Rang 8
- Javohir Sindarov – Sieger Weltpokal 2025, Elo 2745, Rang 12
- R. Praggnanandhaa – Sieger FIDE Circuit 2025, Elo 2741, Rang 13
- Matthias Blübaum – Zweiter Grand Swiss 2025, Elo 2698, Rang 32
- Andrei Jesipenko – Dritter Weltpokal 2025, Elo 2698, Rang 33
Die qualifizierten Spielerinnen bei den Frauen sind:
- Zhu Jiner – Elo 2578, Rang 2
- Tan Zhongyi – Elo 2535, Rang 6
- Aleksandra Goryachkina – Elo 2534, Rang 7
- Anna Muzychuk (Ersatz für Humpy Koneru) – Elo 2522, Rang 8
- Bibisara Assaubayeva – Elo 2516, Rang 9
- Kateryna Lagno – Elo 2508, Rang 10
- Divia Deshmukh – Elo 2497, Rang 12
- Vaishali Rameshbabu – Elo 2470, Rang 18
Turniermodus und Bedenkzeit
Gespielt wird ein Doppelrundenturnier mit acht Spielern, also 14 Runden und insgesamt 56 Partien. Die Bedenkzeit beträgt 120 Minuten bis zum 40. Zug, danach erhält jeder Spieler zusätzlich 30 Minuten, ab dem 41. Zug kommt ein Inkrement von 30 Sekunden pro Zug hinzu. In den ersten 40 Zügen gilt die Sofia-Regel, Remisvereinbarungen sind in dieser Phase verboten.
Tiebreak-Regeln
Bei Punktgleichheit um Platz eins werden zunächst Schnellschach-Tiebreaks mit 15 Minuten plus 10 Sekunden Inkrement gespielt, bei weiterem Gleichstand folgen Blitzpartien mit 3 Minuten plus 2 Sekunden Inkrement. Punktgleichheiten auf anderen Plätzen werden nach Sonneborn-Berger, dann nach Anzahl der Siege und anschließend nach direktem Vergleich entschieden; erst danach würde das Los über die Platzierung bestimmen.
Hallo Gerry,
Schöner Bericht! Danke sehr!
GM Matthias Blübaum gilt als mein Favorit!
Viele Grüsse aus der Schweiz,
Marcel
Da muss dein Favorit aber gewaltig aufdrehen! Und hätte Vincent die kritische Partie gegen Blübaum gewonnen, dann würde er jetzt statt Matthias im Kandidatenturnier sitzen. Aber ich gehe mal davon aus, dass er als Sekundant dabei ist.
Vielleicht hatte Keymer eine Rolle in der Vorbereitung, aber über Ostern spielt er ja beim Grenke Freestyle Open – Doppelrunden in Karlsruhe sind wohl nicht mit Sekundantentätigkeit (auch nicht aus der Ferne) zu kombinieren. Dagegen fehlt diesmal der Rest der deutschen Nationalmannschaft, während die Svane-Brüder und Kollars (Freestyle) sowie Donchenko (Normalschach) letztes Jahr spielten.
Auch bei anderen kann man da spekulieren: demnach keine Rolle von Abdusattorov für Sindarov (auch Yakubboev spielt in Karlsruhe). Aus den USA spielen u.a. Aronian, Niemann und Dominguez (war früher Caruana-Sekundant), dagegen fehlen u.a. Wesley So und Oparin (auch nun Caruana-Sekundant?). Aus den Niederlanden fehlt diesmal Jorden van Foreest (Giri-Helfer?).
Vermutlich haben einige der Kandidaten, vielleicht auch Blübaum, auch ausländische Helfer – aber das erfährt man (wenn überhaupt) erst nach dem Turnier.
Die Terminkollision kann man Grenke nicht vorwerfen, das Turnier ist eben immer über Ostern. Da es auch Qualifikation für die nächste Freestyle-WM ist hätte Buettner eventuell selbst etwas organisieren können, statt wieder ein bestehendes Turnier zu verwenden.
Vielen Dank, das ist natürlich ein guter Einwand! Daran hatte ich gar nicht gedacht.
Die Frauen spielen eine andere Kadenz (90 Minuten pro 40 Züge und Inkrement von Beginn an). Das führt dazu, dass zum 40. Zug die Frauen eine Stunde und 50 Minuten pro Spielerin verbraucht haben. Die Zeitnotphasen werden wie bei den Kandidatenturnieren in Toronto 2025 daher zeitversetzt sein. Diese Zuschauerfreundlichkeit war aber nicht die Planung, sondern ist das Ergebnis einer Spielerinnenbefragung – so stellt es die FIDE dar. Das Wetter hier auf Zypern ist übrigens angenehmer als es in Deutschland gewesen wäre. Ob das schlechtere Wetter ein Vorteil für Matthias und Esipenko gewesen wäre, weiß ich nicht.